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Zwar hat die Van-Kategorie im deutschen Flottenmarkt gegenwärtig eine nachrangigere Bedeutung – vom Marktanteil her im einstelligen Prozentbereich –, dennoch mag es für die Flotten-Relevanz eines Fahrzeugherstellers zumindest imagefördernd sein, dort alternativ mit Produkten für die Familienväter unter den User Choosern aufwarten zu können. Wenn er denn nicht gleich eine Spitze des geschäftlichen Erfolges bei Firmenkunden schon allein deshalb auch über diese Kategorie generieren kann, weil hier für ihn die Konkurrenz weniger hart ist als etwa in der Mittelklasse. So schöpfen manche Hersteller, wie beispielsweise Ford oder Volkswagen, momentan immerhin zwischen rund 12 und rund 14 Prozent der verkauften Einheiten im Flotten-Markt aus dem Van-Segment – eben weil sie dort vertreten sind.

Kompakt-Vans
In dieser Klasse herrscht mit gegenwärtig elf Anbietern im Vergleich zu den großen Vans schon eher „viel Feind, viel Ehr“. Und auch hier noch sind die maximalen Lade-Daten mit Durchschnittswerten von knapp 1.700 Litern für das Kofferraum-Volumen und etwas über 560 Kilogramm für die Zuladung noch recht weit oben im Pkw-Segment angesiedelt. Der VW Touran mit 1.989 Liter und der Mazda 5 mit 735 Kilogramm markieren die jeweiligen Bestwerte. In dieser Klasse sind zumeist fünf Sitze obligatorisch, allerdings hat der eine oder andere Hersteller gegen Mehrpreis auch so genannte „Grand“-Versionen im Angebot mit bis zu sieben Sitzen. Der Opel Zafira wartet von Haus aus in dieser Konfiguration auf.

Beide Lade-Sonderwertungen gemeinsam betrachtet, ist das Wolfsburger Produkt das Angebot der Stunde, erzielt der Touran mit 711 Kilogramm auch gleich den zweitbesten Wert in der Disziplin Zuladung. Darüber hinaus sticht in diesen Sonderwertungen noch der Opel Zafira mit 1.820 Liter (Rang drei in der entsprechenden Sonderwertung) und 570 Kilogramm (Rang vier) besonders heraus. Auch der Toyota Verso und der Citroen C4 Picasso liegen in beiden Kriterien überdurchschnittlich oder am Durchschnitt.

Nach Komplett-Auswertung gewinnt dann aber doch mit dem neuesten C-MAX 1.6 TDCi Trend auch hier ein Ford, wenn auch knapper als in der großen Klasse. Er ist der einzige Vergleichs-Kandidat, der in keinem Kriterium unter den letzten Drei rangiert, dafür aber in elf unter den ersten Drei, ganz wesentlich auch wieder in den Kosten-Disziplinen. Auf den Ehrenplatz kommt der Mazda 5 1.6 MZ-CD Prime-Line, der gegenüber dem Ford bei den Treibstoffkosten, beim Kofferraum-Volumen und bei den Inspektions-Intervallen zurück liegt. Praktisch auf Augenhöhe mit dem Japaner befindet sich der Renault Scenic dCi FAP Expression, der letztlich auf dieselbe Punktzahl kam.

Da im FM-Vergleich der Akzent aber auf den Gesamtbetriebskosten liegt und der Mazda zudem mit einem Jahr längerer Garantie und einem um eineinhalb Prozentpunkte besseren Restwert aufwartet, steht er in der Tabelle auf Rang zwei. Für wen aber das maximale Kofferraum-Volumen ein mitentscheidendes Auswahl-Kriterium ist, der wird in diesem direkten Vergleich der beiden wohl eher auf den Franzosen (1.870 Liter) zurückgreifen.

Große Vans
Bei den großen Vans hingegen ist doch das Feld der Anbieter, die sich hier ernsthaft mit Diesel-Versionen im Flottengeschäft engagieren, zusehends geschrumpft. Es beschränkt sich gegenwärtig auf gerade einmal ein halbes Dutzend Hersteller, drei französische, zwei Vertreter des Volkswagen-Konzerns und Ford. Die Klasse ist aber insofern wieder interessanter geworden, als innerhalb Jahresfrist mit dem neuen Ford Galaxy, dem neuen Seat Alhambra und dem neuen VW Sharan gleich drei Anbieter noch einmal in die Offensive gegangen sind und damit der im Flottengeschäft rückgängigen Klasse wieder stärkere Impulse verliehen haben. Insbesondere die Einführung eines neuen Sharan war ja geradezu überfällig.

Diese Fahrzeuge sind traditionell die Raumwunder unter den Pkw, das ist ihre Bestimmung von Haus aus. Obligatorisch ist die dritte Sitzreihe, die zumindest wahlweise zur Verfügung steht, dann können bis zu sieben Personen Platz nehmen. Bei Ausbau der zweiten und dritten Sitzreihe stehen – für dachhohe Beladung – gähnend große Lade-Volumina zur Verfügung, die in der Spitze an die 3.000 Liter heran reichen; das hat schon Kleintransporter-Niveau. Auch die Zuladungs-Werte bewegen sich mit durchschnittlich 640 Kilogramm in einer für Pkw außergewöhnlichen Dimension.

Bei den Lade-Werten liegen - beinahe ebenfalls schon traditionell - die Franzosen vorn, Citroen, Peugeot und Renault (die Baureihe Espace ist die zweite Van-Baureihe überhaupt und die erste europäische in der Geschichte) lassen hier jenseits von 2.800 Liter Volumen und bis zu 685 Kilogramm Zuladung notieren. Beim spezifischen Gewicht allerdings (Kilogramm pro Liter) liegt der Ford Galaxy (0,28) vor dem VW Sharan (0,26) und dem Seat Alhambra (0,25); diese Fahrzeuge können im zur Verfügung stehenden Raum also eher mit schwererem Gut beladen werden.

Auch über alle Vergleichs-Kriterien betrachtet, setzt sich letztlich der neue Ford Galaxy in der Version 2.0 TDCi Ambiente klar durch, vornweg glänzt er in allen Kosten-Kriterien. Er wartet mit den günstigsten Full Service-Leasingraten auf, liegt bei den Treibstoffkosten unter den ersten Drei wie auch bei den Restwerten sowie beim Netto-Listenpreis und bietet mit 40.000 Kilometern oder zwei Jahren die längsten Inspektions- Intervalle. Zudem stellt Ford auch unter den Van-Anbietern das zweitdichteste Service-Netz zur Verfügung, das verkürzt die Wege im Wartungs- oder Reparatur-Fall.

Auf den Podiumsplätzen neben ihm rangieren die wesentlich baugleichen Versionen des PSAKonzerns, der Citroen C8 2.0 HDi Attraction vor dem Peugeot 807 HDi 135 Tendance, wobei der Citroen, insbesondere auf Grund deutlich günstigerer Full Service-Leasingraten, auch bei den Gesamt-Betriebskosten die entscheidenden Vorteile hat. Das macht sich in der monatlichen Rate doch schon mit knapp 50 Euro bemerkbar.


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