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Flottenmanagement: Nicht einmal das Krisenjahr 2009 vermochte die starke Position des Leasings auf dem Markt zum Umsturz zu bringen. Die wirtschaftliche Lage hat sich mittlerweile stabilisiert, die Anzeichen für die nächsten Jahre sehen vielversprechend aus. Wie stellt sich aus Ihrer Sicht der Flottenmarkt für die Finanzierungsform Leasing zum gegenwärtigen Zeitpunkt dar?

T. Harms: Trotz ungebrochenem Trend zum Leasing hat sich die Krise bei den Unternehmen bemerkbar gemacht. Wir haben das anhand der Kriterien Bonität und Investitionsbereitschaft gemerkt: Über einen Zeitraum von ungefähr anderthalb Jahren haben die Kunden weniger Fahrzeuge geleast. Seit Sommer 2010 ist die Nachfrage dafür umso größer – auch dadurch bedingt, dass diejenigen Kunden, die mit der Investition gewartet und bestehende Leasingverträge verlängert haben, nun in den Austausch der Fahrzeuge investieren. Außerdem werden aufgrund der guten Auftragslage bei vielen Unternehmen neue Außendienstmitarbeiter eingestellt, die auch Firmenfahrzeuge bekommen – hier wird folglich ebenfalls investiert. Man kann durchaus von einem erneut starken Anstieg im Fahrzeugleasing sprechen, der sich bei einigen Herstellern allerdings leider nicht nur in positiver Hinsicht bemerkbar macht. Aufgrund der verstärkten Nachfrage kann es zu Engpässen und somit zu verlängerten Lieferzeiten kommen.

Flottenmanagement: Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Konkurrenzsituation zwischen herstellerunabhängigen und herstellerabhängigen Leasinggesellschaften?

T. Harms: Eine herstellerunabhängige Gesellschaft hat den großen Vorteil, die komplette Bandbreite der Anbieter für die Zusammenarbeit nutzen zu können. Genau das macht die IKB Autoleasing: Wir konzentrieren uns auf diejenigen Hersteller, mit denen die Kooperation am besten funktioniert. Als unabhängige Leasinggesellschaft können wir uns den Marktgegebenheiten jederzeit anpassen, können außerdem die Kundenwünsche breiter gefächert bedienen, ohne auf bestimmte Marken fixiert zu sein. Zum einen kooperieren wir mit unseren herstellergebundenen Lieferanten, mit denen wir spezielle Konditionen verhandelt haben. Zum anderen können wir aber auch auf individuell geäußerte Kundenwünsche eingehen, sofern ein Kunde mit einem Händler seiner Wahl zusammenarbeiten möchte.

Flottenmanagement: Die IKB Leasing ist seit 1972 mit der Kernkompetenz Maschinenleasing im Geschäft. Warum haben Sie sich jetzt dazu entschlossen, sich intensiver mit dem Flottenleasing zu beschäftigen? Wie werden mögliche Kunden für diesen Bereich auf Sie aufmerksam?

T. Harms: Unsere Kunden kennen uns seit Jahren, teilweise sogar seit Jahrzehnten; das gegenseitige Vertrauen ist groß. Es liegt daher nahe, diese guten Kontakte zu den mittelständischen, meist familiengeführten Unternehmen jetzt verstärkt für den Bereich Autoleasing zu gewinnen. Viele unserer Kunden haben Fuhrparks, womit die Sinnhaftigkeit der vermehrten Konzentration auf den Bereich Flottenleasing unterstrichen wird. Für uns besteht ein großer Vorteil darin, dass der Fokus bei der Kundengewinnung nicht nur auf die Neukundenakquise gerichtet werden muss. In den Regionen Süd, Mitte-West und Nord-Ost sind mehr als 50 Bereichsleiter für die IKB Leasing tätig, die jeweils einen bestimmten Kundenstamm betreuen und mit diesem in ständigem Kontakt stehen. Der Außendienst öffnet so buchstäblich die Türen für das Autoleasing bei den Kunden, die bereits im Bereich Maschinenfinanzierung mit uns zusammenarbeiten. Andersherum kann auch das Autoleasing den Weg für das Maschinenleasing ebnen. Ein wesentliches Plus unserer Gesellschaft ist zudem, dass sämtliche Prozesse unbürokratisch und flexibel ablaufen – durch unsere Spezialisierung auf das Betreuen kleinerer Fuhrparks, zu denen bei unseren Kunden zwischen fünf und 40 Fahrzeuge zählen, können wir auf individuelle Wünsche und Anfragen sehr viel flexibler eingehen. Wir befinden uns auf einem sehr guten Weg und schauen optimistisch in die Zukunft, was die weitere Entwicklung betrifft.

Flottenmanagement: Streben Sie in den nächsten Jahren eine Entwicklung im Bereich Full- Service-Leasing an oder planen Sie, zumindest Teilbereiche davon abzudecken?

T. Harms: Full-Service-Leasing ist immer ein Thema und definitiv interessant für uns. Innerhalb der nächsten zwölf Monate wird sicherlich eine Entscheidung dahingehend fallen, ob wir dieses Thema zeitnah weiterverfolgen oder eine Umsetzung mittelfristig nicht anstreben.

Flottenmanagement: Viele Leasinggesellschaften bieten einen Car Configurator an, so auch die IKB Autoleasing. Welche speziellen Vorteile des Car Configurators möchten Sie unterstreichen?

T. Harms: Einen Car Configurator – in unserem Fall gemeinsam mit der Firma InNuce Solutions entwickelt – zu betreiben, gehört nach unserem Ermessen heutzutage zum Angebot einer Autoleasinggesellschaft. Ein solches Tool dient zum einen dazu, das Interesse der Kunden zu wecken und unseren Bekanntheitsgrad im Markt zu steigern. Zum anderen erleichtert es dem Kunden den Arbeits- und Zeitaufwand bei der individuellen Konfiguration seines Wunschfahrzeugs, genauso wie es ihm die Wahl lässt zwischen einem Kilometer- oder Restwertvertrag und ihm zudem ermöglicht, zwischen von uns vorgegebenen Herstellern auszuwählen.