PDF DOWNLOAD

Auf seiner Jahrespressekonferenz, diesmal am 13. April in Bad Hombug, konnte der Verband markenunabhängiger Fuhrparkmanagementunternehmen e.V. (VMF) einen grundsätzlich positiven Ausblick auf das Jahr 2011 geben, den er zunächst einmal mit den zweistelligen Wachstumszahlen bei den Neuzulassungen im ersten Quartal begründete. So entfallen von den insgesamt 763.403 Neuzulassungen im Gesamtmarkt (plus 13,9 Prozent) rund 60 Prozent auf gewerbliche Zulassungen (plus 20,6 Prozent). „Das aktuelle Wachstum stimmt zwar optimistisch“, interpretierte der VMF-Vorstandsvorsitzende Michael Velte die Entwicklung, „über den vordergründig guten Konjunkturzahlen in Deutschland sehen wir aber schon noch ein paar mögliche Gewitterwolken, die wir im Auge behalten müssen.“

Zu diesen zählt der VMF nach wie vor vorhandene strukturelle Probleme in der Automobil- und einige Unwägbarkeiten in der Finanzbranche. Auch die Katastrophe in Japan würde auf jeden Fall noch Auswirkungen bringen, nachdem japanische Autohersteller teilweise bereits ihre Produktion zeitweilig gestoppt hätten und es zudem bei japanischen Zulieferern zu Engpässen gekommen sei, die wiederum auch die europäische Autoindustrie betreffen würden. Positiv sei anzumerken, dass die Fuhrparkbetreiber jetzt noch stärker die Umweltaspekte im Fokus hätten. Auch sei bei den VMF-Mitgliedern der Bestand an reinen Flottenmanagement- Verträgen ohne Leasing oder Finanzierung bereits 2010 wieder um 17,4 Prozent wieder gestiegen.

„Wir werten auch das als ein Zeichen dafür, dass man den Non-Captives eine hohe Beratungsqualität zuspricht“, unterstrich Dieter Jacobs, Vorstandsmitglied im VMF und Geschäftsleitungsmitglied Fuhrparkmanagement bei LeasePlan Deutschland. „Hier sind wir sehr gut aufgestellt, das ist unser Pfund, mit dem wir auch auf Dauer der Preispolitik der herstellerabhängigen Anbieter wirkungsvoll entgegentreten können. Ansonsten können wir, denke ich, voll darauf setzen, dass die Fahrzeughersteller wegen des Vorzieh-Effektes der Abwrackprämie auch in diesem Jahr für mehr Wachstum den Privatmarkt nicht in Anspruch nehmen können. Dieses Wachstum kann gegenwärtig nur im Export und im inländischen Flottengeschäft generiert werden.“
Anschließend sprach Jacobs die VMF-Initiativen für 2011 an. So führt der Verband mit VMF Service Plus den inzwischen fünften Branchenstandard ein. Dabei geht es in diesem Jahr um die Erprobungs-Phase eines funktionierenden, vollautomatisierten Management- Prozesses im Bereich Wartung & Inspektion. Zudem hat sich der Verband eine breiter angelegte Studie zu aktuellen Mobilitäts-Trends vorgenommen mit dem Ziel, Ansatzpunkte für neue Positionierungen zu finden. Schließlich soll ein permanentes VMF-Forum eingerichtet werden, in dem eine Expertenrunde regelmäßig spezielle Flotten-Themen diskutiert. „Wir wollen als Verband auch zukünftig stets aktuell Stellung nehmen“, betonte Jacobs.

Michael Velte ging noch einmal detailliert auf VMF Service Plus ein. „Wir haben einfach festgestellt“, so der VMF-Vorstandsvorsitzende, „dass am Prozess Reparaturannahme viele Parteien mit unterschiedlichen Erlebnissen beteiligt sind. Wenn sich beispielsweise eine Werkstatt nicht an die Absprachen hält, ist der erste Leidtragende der Kunde. Wenn andererseits eine Werkstatt ein oder zwei ungeklärte Fälle mit einer Leasinggesellschaft auf dem Tisch hat, kann es sein, dass sie erst einmal keine weiteren Fahrzeuge dieser Leasinggesellschaft zur Reparatur annimmt. Kurzum, nach unseren Beobachtungen läuft dieser Prozess noch nicht richtig rund. So haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir hier einen deutlich reibungsloseren Prozess für Kunde und Werkstatt erreichen können.“

Als Problemkreise im Einzelnen wurden die Erreichbarkeit der Leasinggesellschaft („Die Werkstatt hat dann einfach schon einmal begonnen“) oder Unstimmigkeiten im Prozess, die Liquiditätsprobleme bei den Werkstätten förderten, ermittelt. Auch müssten die Leasinggesellschaften knapp ein Drittel aller Rechnungen wieder an die Werkstätten zurückgeben, weil diese vereinbarte Spielregeln nicht eingehalten hätten. Alles zusammen genommen hätte dazu geführt, dass Werkstattrechnungen im Durchschnitt erst nach 27 Tagen bezahlt würden.

Daher hat der VMF ein elektronisches Tool entwickelt, dass künftig Reparatur-Freigaben in Echtzeit gewährleisten soll, um den Prozess zu beschleunigen. Für 2011 wurden bereits 110 Pilot-Werkstätten ausgewählt, die künftig die Freigaben über das VMF Service Plus-Tool einholen können. „Die ersten Rückmeldungen aus den Werkstätten lassen sich dahingehend summieren“, freut sich Michael Velte, „dass das Handling nun sehr viel einfacher geworden sei.“