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Flottenmanagement: Im Oktober findet die neue Messe econfleet statt. Wie sind Sie darauf gekommen, warum braucht Deutschland noch eine Veranstaltung zum Thema alternative Antriebe?

Thomas Arabin: Wir sehen gerade aktuell in der Diskussion um den neuen Kraftstoff E10, wie schwer es ist, neue Produkte im Bereich der Mobilität zu etablieren. In Deutschland entfallen rund 60 Prozent aller Neuzulassungen auf Gewerbe- und Flottenkunden, und diese große Zahl an Firmenwagen sind nach wie vor überwiegend konventionell angetrieben. Es ist aus unserer Sicht wichtig, dass man insbesondere dieser Käufergruppe Innovationen näher bringt. Denn die nachhaltige Verwendung von Energie und Ressourcen in der Mobilität ist ein ganz wichtiger Faktor, wenn wir wirklich etwas für unsere Umwelt tun wollen.

Derzeit scheinen die entsprechenden Informationen bei den Gewerbe- und Flottenkunden aber noch nicht so breit gestreut zu sein, dass eine vernünftige – nachhaltige – Entscheidung für die Wahl der Flottenfahrzeuge getroffen werden kann. Die econfleet arbeitet diese Themen auf und präsentiert alternative Antriebsmethoden ebenso wie effiziente, günstige und sparsame, konventionelle Fahrzeuge.

Flottenmanagement: Nun gibt es ja schon einige Veranstaltungen, die sich mit dem Thema alternative Antriebe beschäftigen, bis hin zu dem Arbeitskreis Elektromobilität der Bundesregierung. Was hat Ihnen denn bei den bisherigen Veranstaltungen gefehlt, was will die econfleet anders oder besser machen?

Thomas Arabin: Die econfleet geht nicht mit dem Konzept der Elektromobilität ins Rennen, sondern die econfleet orientiert sich an dem Jetzt und Heute. Und jetzt und heute gibt es eine Reihe von Alternativen, die nicht die Rolle spielen, die sie spielen könnten: Es gibt bereits Erdgas und Autogas als alternative Kraftstoffe und auch die Hybrid-Technologie. Das alles wird aber kaum mehr diskutiert; die Elektromobilität überstrahlt alle Diskussionen. Dabei wissen wir alle: Die Elektromobilität ist nicht die Antwort auf die heutigen Fragen, sondern vielleicht die Lösung für die mittlere Zukunft.
Das Konzept der Bundesregierung geht von einer Million Elektrofahrzeuge bis 2020 aus. Die Frage aber ist – unabhängig davon, dass das ja auch nur eine geschätzte Zielvorgabe ist: Was kann ich bis dahin tun, um den Fuhrpark effizient und nachhaltig zu gestalten? Oder mache ich einfach nichts und warte ab? Wir denken, das ist der falsche Weg. Der Weg, den wir mit der econfleet anbieten wollen, ist die richtige beziehungsweise nachhaltige Fahrzeugwahl aus heutiger Sicht.

Flottenmanagement: Wer ist denn die Zielgruppe der econfleet? Welche Besucher erwarten Sie, wen möchten Sie als Besucher haben?

Thomas Arabin: Wir erwarten auf der econfleet- Konferenz die Flottenmanager mit Schwerpunkt aus dem Einzugsgebiet in Norddeutschland und dem Ruhrgebiet bis hin zu dem nordhessischen Raum; dafür ist die Lage in Münster ideal. Aber auch der Süden ist durch den Flughafen Münster/ Osnabrück gut angebunden. Für die Ausstellung erwarten wir darüber hinaus Firmenchefs aus der Region, die ihre Flotte ökologischer gestalten möchten.

Flottenmanagement: Jetzt haben Sie gerade zwischen der Messe und der Konferenz getrennt, und die Konferenz als eher für den Flottenmanager relevant dargestellt. Was erwartet den Fuhrparkleiter denn auf der Konferenz?

Thomas Arabin: Ihn erwartet ein breites Angebot an Vorträgen und Round-tables, bei dem die ökologischen Komponenten des Flottenmanagements in den Vordergrund gestellt werden, darunter die Nutzung der Fahrzeuge, die Anschaffung und die Finanzierung. Darüber hinaus werden Leasinggesellschaften ihre Leasingkonzepte für alternativ angetriebene Fahrzeuge vorstellen. Parallel dazu werden Flottenmanager, die ihre Flotte bereits ganz oder teilweise umgestellt haben, über ihre praktischen Erfahrungen berichten.

Flottenmanagement: Geht es bei der econfleet nur oder überwiegend um CO2-Emmission, also um Ökologie, oder geht es hier auch um die Kosten?

Thomas Arabin: Das eine geht nicht ohne das andere. Wir wissen, dass eine Entscheidung für ein bestimmtes Antriebskonzept nicht nur eine ökologische Entscheidung sein kann, sondern dass es immer auch eine wirtschaftliche Entscheidung sein muss. Wir werden in den einzelnen Schwerpunkten – von Erdgas und Autogas bis zur Elektromobilität – die Themen Wirtschaftlichkeit und Ökologie gleichzeitig beleuchten. Ein Fuhrparkmanager möchte ganz klar für seine Entscheidungen auch die Sparpotenziale, aber auch die Risiken aufgezeigt bekommen. Die Restwertdiskussion ist bei den Elektrofahrzeugen beispielsweise ein ganz heißes Thema.

Flottenmanagement: Wird es bei der econfleet nur um Theorie gehen, oder gibt es auch die Möglichkeit, alternativ angetriebene Fahrzeuge selbst zu testen?

Thomas Arabin: Das wird der Kern der Ausstellung sein. Auf der econfleet wird es eine breite Auswahl an alternativ angetriebenen Fahrzeugen zum Praxistest geben. Wir machen Gasfahrzeuge, Hybridfahrzeuge und auch Elektrofahrzeuge direkt erlebbar.

Flottenmanagement: Wie unterscheidet sich die econfleet sonst noch von anderen Messen oder Veranstaltungen zum Thema alternative Antriebe? Was wird auf der econfleet gezeigt, was es nicht schon in Genf, Leipzig oder Frankfurt schon zu sehen war?

Thomas Arabin: Ich bin mir sicher, dass das entsprechende Know how auf den großen Messen, insbesondere in Frankfurt auf der IAA, ebenfalls zur Verfügung steht. Der Vorteil auf der econfleet ist, dass der Fuhrparkleiter die Informationen hier kompakter und direkt anwendbar erhält. Wir sind keine Fahrzeugshow, auf der das Automobil im Vordergrund steht, sondern eine praxisnahe Informationsveranstaltung für Flottenmanager zum Thema alternative Antriebsformen. Bei den großen Veranstaltungen steht niemals die Praxis in der Flotte im Vordergrund – bei uns ist genau das der Schwerpunkt.

 

Statements zur Messe econfleet – Konferenz und Messe für nachhaltiges Fuhrparkmanagement: Die Messe econfleet 2011 soll Fuhrparkverantwortliche sowie umwelt- und kostenbewusste Firmeninhaber ansprechen. Warum ist diese Messe Ihrer Meinung nach sinnvoll, was versprechen Sie sich persönlich davon, wie sind Ihre Erwartungen und warum unterstützen Sie eine solche Veranstaltung?

Jürgen Erwert, Prokurist Westfalen AG, Münster:
Antriebstechniken und -energien werden immer vielfältiger. Deshalb müssen Flottenmanager und Fuhrparkverantwortliche in Zukunft mehr als in der Vergangenheit abwägen, unter welchen Bedingungen und zu welchem Zweck ihre Firmenfahrzeuge eingesetzt werden. Daraus ergibt sich dann, ob der gute alte Diesel die richtige Wahl ist, Autogas oder Erdgas, ein Hybridfahrzeug oder vielleicht sogar ein Elektromobil. Diesen Prozess wollen wir unterstützen, weil wir aus Kosten- und Umweltgründen seit langem für Alternativkraftstoffe aufgeschlossen sind. Und ich bin mir sicher, dass uns diese Thematik noch zehn bis 15 Jahre begleiten wird.

Peter Meyer, Leiter Vertrieb erdgas mobil GmbH, Berlin:
Solche Veranstaltungen sind für uns sehr wichtig, da gerade für Flottenkunden ERDGAS und BIO-ERDGAS als Kraftstoff von großem Interesse sind. Das liegt zum einen an den günstigen Treibstoffkosten, aber auch bei der KFZ-Steuer kann gespart werden. Die Modellpalette ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und bietet inzwischen vom Cityflitzer über die elegante Limousine bis hin zum schweren Nutzfahrzeug für alle Ansprüche das richtige Fahrzeug. Zudem profitieren Unternehmen vom Imagetransfer – viele Firmen verfolgen schon seit Jahren eine Green Car Policy, die durch Erdgasfahrzeuge umgesetzt werden kann.