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Die Grünen haben also doch noch gewonnen, so scheint es. Nicht so, wie sie es sich gedacht haben, also ganz ohne die Verteufelung der individuellen Mobilität und dem damit einhergehenden Verbrauch an Ressourcen und der Erzeugung schädlicher (Ab-)gase. Im Gegenteil: Die Automobilindustrie, die Fuhrparkleiter, die Manager der Unternehmen, sie alle haben entdeckt, dass Umweltbewusstsein gut ist. Vor allem auch für den Geldbeutel, und da wird es dann spätestens spannend. Die Fuhrparkleiter schonen nämlich gern die Umwelt, aber überwiegend doch bitte nur dann, wenn es nichts oder zumindest fast nichts mehr kostet. Denn ein höheres Budget wegen der Umwelt – das gestatten nur wenige Unternehmen.

Da kommt es gerade recht, dass die modernen kraftstoffreduzierten Fahrzeuge nicht nur gut für die Umwelt sind, sondern sich auch betriebswirtschaftlich gut rechnen lassen. Damit treibt der Handlungsdruck der EU, nämlich die durchschnittlichen CO2- Emissionen auch in Flotten immer weiter zu reduzieren, die Fuhrparks nicht nur zum Kraftstoff sparen, sondern auch zum Kosten sparen.

Also alles super? Es kommt darauf an, die betroffenen Mitarbeiter richtig einzubinden. Begeisterung wecken für Sprit sparen – nicht (nur) wegen des Geldes, sondern aus Überzeugung, für die Umwelt. Denn es ist noch nicht lange her, da definierte sich der Angestellte in der Firmenhierarchie über Marke, Modell und Hubraum. Und nun soll plötzlich Downsizing und Downgrading nichts mit Degradierung innerhalb der Firma zu tun haben? Das ist sicher nur vermittelbar, wenn alle mitmachen, damit die Hierarchie in der Relation zueinander gleich bleibt.

Auch Fahrertrainings und Spritsparwettbewerbe motivieren die Dienstwagennutzer zusätzlich, denn es kann auch cool sein, den niedrigsten Durchschnittsverbrauch einzufahren. Das hat ja auch etwas mit Können zu tun, und Wissen, denn auch richtig kraftstoffsparend fahren will gelernt sein – vor allem wenn es so sein soll, dass der Fahrspass nicht auf der Strecke bleibt und weiterhin die gleiche Anzahl von Terminen bewältigt werden kann.

Zu überlegen bleibt auch, ob als Zusatzmotivation für das Kraftstoffsparen und die Umwelt ein Teil der eingesparten Kosten in Form von Mehrausstattung an den Dienstwagennutzer zurückfließt. Das könnte dann hervorragend mit einem anderen wichtigen Thema kombiniert werden: Der Sicherheit. Mitlenkendes Kurvenlicht und automatische Reifendruckkontrolle sind nur zwei gute Beispiele hierfür.

Ralph Wuttke
Chefredakteur