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Das Dunkelblau des Testwagens passt wirklich gut zur jüngsten Kreation der Motorenwerke. Und beim Fünfer sollten Kleid und – damit zusammenhängend – Verkaufszahlen sitzen, schließlich gehört die Modellreihe zu einem wichtigen Pfeiler im Konzern. Auch wenn die Businessklasse ein vergleichsweise kleines Segment ist, lassen sich damit weltweit doch beachtliche Stückzahlen generieren. Aber den Kaufinteressenten interessieren natürlich ganz andere Zahlen. Die Außenlänge zum Beispiel – und mit runden 4,90 m ist die obere Mittelklasse länger als einst der Siebener, so ändern sich die Zeiten. Das verspricht zumindest viel Platz im Innenraum, wenn es in der Garage schon eng wird. Waren die Vertreter aus München früher immer nach dem Maßanzug-Prinzip zu bewerten, sitzt man heute locker-luftig in den komfortablen Sesseln.

Und wie sieht es mit der Sportlichkeit aus? Immerhin eines der tragenden Prinzipien dieser Marke. Das bestens bekannte Dreiliter-Aggregat der hier besprochenen Version jedenfalls hat mit der Erfüllung solcher Attribute kein Problem, so leichtfüßig dreht der fein klingende Reihensechser hoch. Nach Erreichen der Betriebstemperatur macht er sich nur noch durch leichtes Schnarren bemerkbar, das allerdings lediglich bei genauem Horchen offenbar wird. Druckvoll reißt der Commonrail die schwere Limousine aus den Startlöchern und beschleunigt sie ohne Mühe auf Tempi jenseits der 240 km/h. Das fühlt sich fast nach mehr als 245 Pferdchen (Nominalwert) an. Übertragen wird die Power wahlweise über eine manuelle Sechsgang-Box oder Achtstufen-Automatik; das ZF-Getriebe wechselt die Gänge im normalen Fahralltag geschmeidig und spontan, wobei die Kickdownreaktion etwas schneller erfolgen könnte.

Straffe, aber keine allzu harten Dämpfereinheiten sorgen für wohligen Langstreckenkomfort, dafür ist der Fünfer wahrlich prädestiniert. Unebenheiten parieren die Stahlfedern wirkungsvoll, so dass die Insassen wenig von den wirschen Fahrbahnverhältnissen da draußen mitbekommen. Währenddessen genießt man innen analog zur Außengestaltung ebenfalls den Einschlag in alte Pfade, so ist die Mittelkonsole wieder etwas dem Fahrer zugeneigt – die Tradition lässt grüßen; trotz iDrive-Logik bleiben natürlich viele Tasten übrig, über die man mitunter jedoch froh sein kann. Senderstationstasten erleichtern den täglichen Umgang mit der Radioanlage beispielsweise erheblich. Klassische Rundinstrumente für Parameter wie Drehzahl und Geschwindigkeit erfreuen Fans genauso wie Pragmatiker – die Ablesbarkeit profitiert nämlich davon.