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Nach einem Multivan muss man beim Volkswagen- Händler fragen will, wenn der Bulli – der ja eigentlich ein Transporter ist – Personenwagen- Charakter haben soll. Das freilich ist eine kostspielige Sache; aber es gibt ja auch noch die praktische Caravelle, innen nicht ganz so feudal, aber nach allen Regeln des Volkswagen- Standards verarbeitet, äußerst geräumig und komfortabel. Der Laderaum präsentiert sich mit Sitzbänken gespickt, die in zahlreichen Konfigurationen geliefert werden können. Da der Testwagen als Version mit langem Radstand anrollte, standen Platzprobleme wohl kaum auf der Tagesordnung. Stattdessen Reisefreude für imaginäre Großfamilien, die übrigens auch locker mal in den Winterurlaub fahren können. Denn der lange Volkswagen fuhr als 4motion vor; diese Version strotzt vor Traktion – zur warmen Jahreszeit wird es mit Schnee freilich schwieriger, aber dafür kann man die Vorteile hervorragend auf geröllhaltigen Fahrbahnen ausprobieren oder bei Nässe.

Kein versehentliches Durchdrehen der Antriebsräder, auch wenn die Kupplung mal etwas schneller kommt. Schnell ist ein gutes Stichwort: In der hier besprochenen 140 PS-Variante nimmt die Caravelle zwar zügig Fahrt auf, ohne jedoch wilde Fahrmanöver zuzulassen. Das muss bei einem Transporter – und das ist die Caravelle ja nun – auch nicht zwingend sein. Man spürt die runden zwei Tonnen – vor allem auf der Autobahn, wenn der große Allradler gemächlich 180 Sachen erklimmt und sich fast die Zähne ausbeißt am angreifenden Wind. Man spürt auch Steigungen, die den Allrounder sanft einbremsen. Dafür läuft der Commonrail- Diesel vorbildlich kultiviert, was die Transporter- Nummer rasch vergessen lässt. Die Caravelle ist Personenkraftwagen durch und durch, bietet ein kommodes Plätzchen und federt satt.

Selbst aggressive Straßenschäden teilt der Volkswagen nur stark gefiltert an sämtliche Passagiere mit, während er mit typischen Autobahnwellen spielend fertig wird. Demnach hat der Konzern aus Wolfsburg mit dem T5 ein ideales Fernreisetalent auf die Räder gestellt. Nur ganz so parkhausfreundlich ist insbesondere die Langversion nicht – kein Wunder, schließlich misst sie satte 5,292 Längenmeter. Hinzu kommt, dass sie durch einen größeren Wendekreis auffällt (13,2 statt 11,9 m), was sich beim Rangieren freilich bemerkbar macht. Daher sollte auf den gegen Aufpreis (ab 310 Euro) lieferbaren Parkpilot keinesfalls verzichtet werden – auf Wunsch gibt der Multifunktionsmonitor auch die Landschaft hinter dem Wagen wieder, eine kleine Kamera macht es möglich.