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Der Mercedes Vito mit Frontantrieb? Jawohl, das gibt es, ist allerdings äußerst exotisch. Die E-Cell-Version mit 70 KW-Elektromotor verfügt tatsächlich über eine angetriebene Vorderachse; Traktionsprobleme sind keine zu erwarten, aber wirklich lahm ist der seltene Transporter, mit dem man sich übrigens keinerlei Nachteile hinsichtlich der Ladekapazität einfängt, freilich auch nicht. Drehmoment ab der ersten Maschinenrotation, so ist das eben bei E-Aggregaten – demnach zieht das elektrische Nutztier bei grüner Ampel kräftig an und beschleunigt nicht gerade rasant, aber doch mit Nachdruck auf 80 km/h, schneller geht nicht. Immerhin, auf die Autobahn dürfte es damit, allerdings geht man davon aus, dass die Fahrzeuge vorwiegend in urbanen Gegenden bewegt werden. Denkbar sind ferner kurze Überlandstrecken.

Eine Klimaanlage suchte man in den Testwagen vergebens – wohl mit Rücksicht auf die Akkus. Auch die Tatsache, dass der Vito schon fortschrittliche Lithium-Ionen-Batterien in sich trägt, soll keine Einladung zum Stromverschwenden sein, schließlich ist die Energiedichte auch hier unzureichend, jedenfalls absolut gesehen. Für Nutzer mit einer Fahrleistung von 60 bis 80 Kilometern pro Tag – und davon soll es viele geben – ist der E-Vito indessen genial, und das Befahren von umweltsensiblen Gefilden muss hier keine Gewissensbisse zur Folge haben. Kaufen kann man das seltene Stück noch nicht, Mercedes vermietet es an ausgewählte Kunden, die den Vito nach einer Gesamtnutzung von 80.000 Kilometern (in etwa vier Jahren) wieder an das Werk zurückgeben. Und wer weiß, welche Elektro-Lösungen die Techniker im Jahre 2014 anbieten können.