PDF DOWNLOAD

Die Kompaktklasse ist mit 21,4 Prozent (Januar bis Dezember 2009) laut Dataforce nach der Mittelklasse das Segment, in dem die Automobilhersteller den größten Absatz im gewerblichen Bereich generieren. Dabei ist beinahe jedes zweite verkaufte Fahrzeug in dieser Klasse ein Kombi (49,3 Prozent), denn häufig finden diese Modelle gerade in Service-Außendienst-Fuhrparks ihre Verwendung: In diesen muss im besonderen Maße auf einen möglichst großen Nutzwert und günstige TCO geachtet werden.

Am besten hat sich im letzten Jahr der VW Golf Variant mit einem Marktanteil von 28,9 Prozent in diesem Segment verkauft. Platz zwei und drei belegen mit dem Opel Astra (23,4 Prozent) und dem Ford Focus Turnier (19,0 Prozent) ebenfalls zwei deutsche Hersteller. Zusammen ergibt dies immerhin ein Marktanteil im relevanten Flottengeschäft von über 70 Prozent. In den kommenden Monaten werden Opel und Ford aber mit jeweils neuen Kombi-Varianten versuchen, den Marktführer VW in dieser Klasse weiter unter Druck zu setzen.

Die kompakten Diesel-Kombis sind durchaus eine Alternative zu den größeren Brüdern aus der Mittelklasse, denn in Sachen Laderaumvolumen und Zuladung sind sie diesen kaum unterlegen: Mit 1.763 Liter stellt der Peugeot 308 SW hier am meisten Platz im Gepäckraumabteil zur Verfügung. Das ist sogar etwas mehr als der Mazda 6 Sport Kombi (1.751 Liter), der im letzten Kostenvergleich Mittelklasse Diesel- Kombis in dieser Kategorie gewonnen hatte (FM 4/09 Seite 42-47). Bei der Zuladung muss jedoch in der Kompaktklasse mit circa 100 Kilogramm weniger im Durchschnitt gerechnet werden. Die besten Werten erreichen hier der VW Golf Variant (583 Kilogramm), der Ford Focus Turnier (569 Kilogramm) und der Audi A3 Sportback (560 Kilogramm). Mit 532 Kilogramm liegt auch noch der Opel Astra Caravan über der „magischen“ Fünfhunderter-Marke.

In punkto Kosten sind die Kompakt-Fahrzeuge im Vergleich zur Mittelklasse bis zu 150 Euro in den monatlichen Betriebskosten (30.000 Kilometer/36 Monate) günstiger – ein mittlerweile enorm wichtiger Faktor. Das preisgünstigste Modell mit monatlich 497,27 Euro ist der Renault Mégane Grandtour (78 kW/106 PS). Danach folgt der Peugeot 308 SW (80 kW/109 PS) mit 510,70 Euro und der Ford Focus Turnier (80 kW/109 PS) mit 536,67 Euro. Für einen VW Golf Variant (77 kW/105 PS) fallen laut LeasePlan monatlich 573,97 Euro an. Die Kostenspanne vom günstigsten zum teuersten Fahrzeug, innerhalb unserer ausgewählten Liste, beträgt rund 255 Euro.

In der Gesamtabrechnung unseres Kostenvergleiches gewinnt erneut, wie bereits vor drei Jahren (FM 4/07, Seite 59-62), der Renault Mégane Grandtour, knapp gefolgt vom VW Golf Variant (vormals Platz 5) und Ford Focus Turnier (vormals Platz 2). Es fällt jedoch in diesem Zusammenhang auf, dass nahezu alle Modelle durchschnittlich um die 100 Euro im Vergleich zu damals in den monatlichen Fullservice- Leasingraten (30.000 Kilometer/36 Monate) günstiger geworden sind und das obwohl die Restwerte (nach ALD-Kalkulator) bei fast allen Modellen in diesem Zeitraum um bis zu zehn Prozentpunkte eingebrochen sind. Die besten Restwerte weisen dabei der Audi A3 Sportback (41,75 Prozent), der VW Golf Variant (40,25 Prozent) und der Kia cee‘d Sporty Wagon (39,50 Prozent) nach 30.000 Kilometer monatlicher Laufleistung und 36 Monaten Laufzeit auf.

Die Anschaffungspreise sind hingegen, trotz einiger Modellwechsel und Überarbeitungen, nahezu unverändert geblieben. Besonders niedrig im Einstiegspreis liegen der Ford Focus Turnier mit 17.059 Euro netto und der Renault Mégane Grandtour beziehungsweise Peugeot 308 SW mit jeweils 17.689 Euro netto. Ein anderer wichtiger Faktor, der dafür gesorgt hat, dass die monatlichen Gesamtbetriebskosten weiter gesenkt werden konnten, ist der sinkende Treibstoffverbrauch, unter anderem durch die fortschreitende Modernisierung der Motoren. Weit vorne liegt hier der Volkswagen-Konzern, beim Golf Variant beziehungsweise Audi A3 Sportback konnte bei gleicher Motorleistung durch die „Spritspar-Modelle“ ein Liter auf 100 Kilometer eingespart werden.

Fazit: Im Gegensatz zu vielen anderen Segmenten spielen die Premiumhersteller bei den Kompaktklasse-Kombis nahezu keine Rolle, mangels entsprechender Angebote. Bezüglich der TCO liegen die ersten vier Fahrzeuge mit einer Differenz von 40 Euro in unserem Kostenvergleich so dicht beieinander, dass hier individuelle Präferenzen und unterschiedliche Nutzungsanforderungen ausschlaggebend für die jeweilige Kaufentscheidung sein können. Da es bei vielen Servicetechniker-Betrieben vor allem um die maximale Zuladung geht und dann noch um das maximale Laderaumvolumen, wäre es möglich, dass dies einer der Gründe ist, weshalb sich im Jahr 2009 vor allem die drei „Klassiker“ VW, Ford und Opel besonders gut verkauft haben.

Flottenmanagement-Vorgabe:
Mindestausstattung

• Airbag
• Außenspiegel elektrisch einstell- und beheizbar
• Klimaautomatik
• Navigationsgerät
• Nebelscheinwerfer
• Radio/CD (MP3-fähig)
• Telefonvorbereitung mit Freisprechanlage