PDF DOWNLOAD

Die VR-Leasing AG hat sich nach eigener Einschätzung im Geschäftsjahr 2009, in dem sie frühzeitig die Krise des Mittelstands zu spüren bekommen habe, ordentlich behauptet. Mit einem Neugeschäftsvolumen von insgesamt 2,24 Milliarden Euro im Inland konnte der Spezialfinanzierer im genossenschaftlichen Finanz- Verbund in etwa sein Vorjahres-Niveau halten (2008: 2,32 Milliarden Euro). Nach Unternehmensangaben kletterte das Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge 2009 deutlich, um 38,1 Prozent, auf jetzt 96,7 Millionen Euro (2008: 70 Millionen Euro).

„Wir haben über dem Strich gutes Geld verdient im vergangenen Jahr – inmitten der Rezession“, resümierte Reinhard Gödel, Vorstandsvorsitzender der VR-Leasing AG, auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. „Die rote Zahl beim Ergebnis war keine Überraschung, da wir gezwungen waren, die Risikovorsorge deutlich aufzustocken. Denn als Finanzierungspartner des Mittelstands bekommen wir die aktuellen Probleme der kleinen und mittleren Unternehmen hautnah zu spüren.“ Nach zuvor 46 Millionen Euro stiegen die Risikokosten 2009 im In- und Ausland auf 117,1 Millionen Euro. Das Auslandsgeschäft fiel auf 1,25 Milliarden Euro (2008: 2,31 Milliarden Euro), die Zahl der Neuverträge sank um 18,7 Prozent auf 126.601 Stück, der Komplettbestand an Verträgen um 2,3 Prozent auf 495.951 Stück. „Bei uns stimmt aber die Substanz, das hat sich gerade jetzt gezeigt. Der Substanzwert stieg um 3,4 Prozent.“

Als Hauptursache für die Rückgänge sehen die Verantwortlichen der VR-Leasing AG die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise. „Als Finanzierungspartner des Mittelstands bekommen wir die aktuellen Probleme der kleineren und mittleren Unternehmen hautnah, schmerzhaft und direkt zu spüren“, verdeutlichte Gödel in Frankfurt. „Ein weiterer Punkt: Die Zahl der Insolvenzen ist 2009 deutlich gestiegen. Nach Berechnungen der Wirtschaftsauskunftsdatei Bürgel gab es deutlich mehr als 33.000 Unternehmenspleiten. Für 2010 wird sogar mit bis zu 40.000 Firmenpleiten gerechnet. Dazu kommen schlechtere Bonitäten und Ratings – sowie eine problematischere Wiedervermarktung. Entsprechend stark sind die Leasinginvestitionen in Deutschland im vergangenen Jahr eingebrochen. Alles zusammen ist schwer zu verdauen.“

Bei der Finanzierung von Fahrzeugen, Pkw und Kombis, Bussen, Lkw und Anhängern, konnte das Eschborner Unternehmen dennoch für 2009 eine Verbesserung des Geschäftsergebnisses melden: Das Neugeschäftsvolumen stieg um acht Prozent von 812,7 Millionen Euro auf 877,3 Millionen Euro. Auch der Bereich Automotive, mit dem die VR-Leasing AG im Full Service-Leasingmarkt aktiv ist, habe sich gut entwickelt. Hier sei das Neugeschäft im Vergleich zu 2008 gar um 25,8 Prozent auf 20.664 Verträge gestiegen, wobei der Bereich Full Service um 5,75 Prozent auf 3.199 Verträge und der des reinen Finanz-Leasing um 29,4 Prozent auf 17.217 Verträge gewachsen sei. Der Full Service-Vertragsbestand verbesserte sich um 1,2 Prozent auf 13.626 Einheiten, der Gesamtvertragsbestand veränderte sich mit 65.540 Verträgen kaum (plus 0,5 Prozent). Die VR-Leasing AG widmet sich jetzt auch verstärkt dem Thema Wiedervermarktungsproblematik. „Leasingrückläufer monatelang bei uns auf dem Hof – das mögen wir einfach nicht!“, betonte Reinhard Gödel hier. „Es rechnet sich betriebswirtschaftlich nicht, deshalb kümmern wir uns offensiv darum. Wir haben eine neue, internetbasierte Gebrauchtwagenplattform – vr-gebrauchtwagen. de – errichtet. Autohäuser und Händler, die mit uns zusammenarbeiten, bekommen damit eine Art virtuelles Lager, jedes Fahrzeug ist mit neutralem Sachverständigengutachten der DEKRA geprüft. Und weil die Frage der Wiedervermarktung für uns auch eine internationale Komponente hat, funktioniert das auch international.“

Für 2010 strebt die VR-Leasing AG ein Teilbetriebsergebnis in Höhe von 101,2 Millionen Euro und ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von rund 20 Millionen Euro an. Das Unternehmen geht davon aus, dass bei sinkenden Risikokosten wieder schwarze Zahlen erreichbar seien. „Die Devise ist und bleibt: Ertrag vor Wachstum“, forderte Reinhard Gödel. „Wir nehmen Volumen-Rückgänge bewusst in Kauf, weil wir die Risikovorsorge genau im Auge behalten. Je mehr wir sie reduzieren können, desto besser wird unser Ergebnis ausfallen. Natürlich ist auch eine schnelle und kräftige Erholung der Volkswirtschaften in Deutschland, Mittel- und Osteuropa förderlich.“