PDF DOWNLOAD

Das Traumauto zu finden, gestaltet sich für die Mehrheit unserer Bundesbürger schwierig. Und das nicht etwa, weil es an Offerten mangelt, aber die Budgets sind ja in den meisten Fällen begrenzt. Also muss ein Kompromiss gefunden werden zwischen ansprechender Performance, Komfort und eben der Bezahlbarkeit. Wer die Straßen überdurchschnittlich häufig frequentiert, landet schnell beim Selbstzünder. Italophil eingestellte User gelangen so beispielsweise zum Fiat Punto, für den es gleich drei Dieseltriebwerke gibt. Fiats hohe Dieselkompetenz spiegelt sich vor allem in Leistungsentfaltung und Laufkultur wider. Der Testwagen rollte in der mittleren Ausbaustufe an, in der das kleine 1,3-Liter-Aggregat erwachsene 95 Pferdchen sattelt. Somit hat der 16 V wahrlich leichtes Spiel mit dem kompakten 1,2-Tonner.

Gewöhnen muss man sich daran, dass der Multijet offenbar etwas mehr Touren braucht, als man angesichts der Motorenart erwartet. Dann aber erwacht der Vierzylinder und schiebt den Kleinwagen mit Nachdruck davon – subjektiv sogar kräftiger, als die vom Werk angegebenen 11,7 Sekunden bis 100 km/h glauben machen. Dabei bleibt er moderat in den Lautäußerungen; allein frühmorgendliche Kaltstarts entlocken dem Maschinenraum deftige Töne – Diesel bleibt Diesel. Hinzu kommt ein angenehm schaltbares Fünfgang- Getriebe, das bei hohen Tempi indes ein hohes Drehzahlniveau aufrecht hält. Dennoch kann sich der gemittelte Verbrauch von 4,1 Litern pro 100 Kilometer sehen lassen. Kein Wunder, dass der kleine 45-Liter-Tank völlig ausreicht und bei zurückhaltender Fahrweise Reichweiten von über 1.000 km zulässt.

Auch Gepäckraumvolumen-Bilanz sieht gut aus: Mit 1.030 Litern bei umgeklappten Sitzen übertrifft der Punto Evo einige Klassenwettbewerber und liegt damit ausgezeichnet im Rennen. Und über die Zuladung von knapp 500 kg kann man auch nicht unbedingt meckern. Außerdem trifft man auf einen aufgeräumten Innenraum mit schlichter Bedienung – bei Fahrzeugen italienischer Herkunft war das nicht immer so. Übrigens: Die Start&Stopp-Funktion ist bei häufigen Stadtfahrten eine durchaus feine Sache und hält locker auch längere Ampelphasen durch, sofern keine extreme Witterungsbedingungen vorherrschen. Sobald man in den Leerlauf schaltet und wieder einkuppelt, bleibt das Triebwerk stehen. Nur immer schön drauf achten, dass erst dann losgefahren wird, wenn der Motor wieder läuft und nicht während des Anlassvorgangs wieder einkuppeln, um einen reibungslosen Betrieb der Anlage sicherzustellen.

In vier Ausstattungslinien ist der Punto Evo bestellbar – wer sich für den 95 PS-Commonrail entscheidet, legt sich hingegen automatisch fest: Dann wird es “Racing”. Für 17.500 Euro netto gibt es ordentlich Ausstattung inklusive sieben Airbags, Alufelgen, Bordcomputer, Klimaanlage, Radioanlage inklusive Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Interessant ist das „Komfort”-Paket für 850 Euro – es beinhaltet einen automatisch abblendbaren Innenspiegel, Klimaautomatik, Parkhilfe, Regensensor und Tempomat. Dass der Rußpartikelfilter serienmäßig ist, bedarf keiner Diskussion. Statt einem integrierten Navigationssystem liefert der Hersteller eine optisch ansprechend gestaltete Andockstation (60 Euro), an die ein portables TomTom-Gerät angeschlossen werden kann. Kostenpunkt: 293 Euro.