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In Zeiten billigen Geldes mag man sich fragen, warum Fuhrparks überhaupt noch gekauft und nicht immer nur geleast werden. Einerseits liegt das sicher daran, dass Geld nur bei der Geldanlage billig ist, sprich wenig Zinsen einbringt. Kredite hingegen lassen sich die Banken mit dem Hinweis auf Basel II oft gern üppig verzinsen, das gilt auch für die Fahrzeugfinanzierung (außer bei Herstellerbanken zur Absatzfinanzierung). Andererseits gibt es auch einige andere gewichtige Gründe, die für den Kauf eines Fuhrparks sprechen.

Da sind zunächst einmal die konservativen Firmen, die grundsätzlich nur mit eigenem Geld und mit in Eigentum befindlichen Firmenmitteln arbeiten wollen. Ein altmodischer und mitunter belächelter Ansatz, aber oft sind gerade diese Firmen besser durch die Finanzkrise gekommen. Auch Firmen oder beispielsweise Hilfsorganisationen, die Spezialaufbauten oder Spezialfahrzeuge benötigen, sind mit einem Kauffuhrpark besser beraten: Denn spezielle Ausstattungen werden von Leasinggesellschaften oft als Vollamortisation über die Laufzeit kalkuliert, zumal dann, wenn der Dienstleister nicht über gute Kontakte zu Spezialvermarktern für eben diese Sonderaufbauten verfügt. Ebenso können bilanzielle Gründe für den Kauf anstelle von Leasing sprechen. Oder das Unternehmen hat schlicht die Liquidität übrig, und möchte sich daher die Zinsen für die Finanzierung sparen.

Ein Kauffuhrpark stellt den Fuhrparkleiter oft vor größere Herausforderungen, als man das von einem (Fullservice-)Leasingfuhrpark kennt. Denn Fullservice-Raten aushandeln oder vorgeben und sich entspannt zurücklehnen gibt es beim Kauffuhrpark nicht (Entschuldigung an alle Leasing-Fuhrparks, wir wissen: das ist da auch nicht so). Vielmehr gilt es, eine Fülle von Stellschrauben im Auge zu behalten. Das beginnt mit dem Einkauf von Fahrzeugen, denn der Hersteller hat hier nicht die Möglichkeiten der verdeckten Subvention qua Leasingrate. Es geht weiter mit der Suche nach dem günstigsten Kilometerkosten im laufenden Betrieb und der hellseherischen Frage nach den Modellen, die am Nutzungsende wohl am besten wiedervermarktbar sind und endet mit der Frage nach dem Weg, der im Wiederverkauf den höchsten Wert bei geringstem Aufwand bringt.
Dabei kann, vor dem aktuellen Hintergrund wenig stabiler Restwerte, gerade die Wiedervermarktung der Fahrzeuge am Laufzeitende für den Kauffuhrparkbetreiber noch mit zum größten Problem (sprich finanziellem Risiko) werden, weil er sie eben nicht auf Leasinggesellschaften abwälzen kann. Zudem sind derzeit immer weniger Händler bereit, sich auf konkrete Rückkaufsvereinbarungen (speziell im Hinblick auf die Werte) festlegen zu lassen, was die Aussteuerung der Gebrauchtwagen hernach zusätzlich erschweren kann. Allerdings haben sich im Dienstleister-Land Deutschland auch einige Unternehmen insbesondere auf den Weiterverkauf von Flottenfahrzeugen spezialisiert. Bei der Auswahl des richtigen Partners sollte der Flottenbetreiber ein starkes Augenmerk auf das jeweilige nationale beziehungsweise internationale Netzwerk an Händlern sowie strukturelle, personelle und räumliche Kapazitäten für die professionelle Abwicklung legen. Neben physischen Auktionen vor Ort kommen hier heute unter anderem auch parallele Online- Auktionen dazu, zudem bieten die von uns befragten Dienstleister die Vermarktung bis hin zu Sonderfahrzeugen wie beispielsweise Rettungswagen.
In diesem Special Kauffuhrpark auf den nächsten Seiten haben wir einige Anregungen zu diesem und anderen relevanten Themen für Sie zusammengetragen.