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Traditionell fahren in deutschen Fuhrparks einheimische Fahrzeuge, so dass es Importfabrikate vergleichsweise schwer haben, in die Car-Policies der Firmen hineinzukommen. Bei Toyota hat man diese Aufgabe dem Avensis zugedacht, dessen aktuelle Generation seit Anfang des Jahres erhältlich ist. Waren die ersten beiden Ausführungen noch relativ unspektakulär, hat die dritte wesentlich mehr Potential, um im Gedächtnis des Betrachters nicht nur einen flüchtigen Eindruck zu hinterlassen.

Auf den ersten Blick
Auf den ersten Blick hat der Mittelklasse-Wagen nichts mehr mit der ersten Generation und nur noch wenig mit der zweiten gemeinsam. Zwar ist er noch eindeutig als Avensis erkennbar, aber wegen der nach hinten gezogenen Scheinwerfer und der stärker akzentuierten Frontpartie nun sportlicher und im Auftreten insgesamt dynamischer. Der Schritt zu einer emotionaleren und agileren Identität ist gelungen, das etwas biedere Image abgelegt. Im Gegensatz zur Karosserie ist der Innenraum eher von schlichter Eleganz geprägt. Die Verarbeitungsqualität ist solide, die Anordnung von Bedienelementen und Anzeigen übersichtlich. So fällt es Personen, die den Avensis noch nie gefahren sind, leicht sich in dessen Bedienung einzugewöhnen. Ein nicht ganz unwichtiger Faktor für ein Fahrzeug, welches in Fuhrparks häufigen Fahrerwechseln unterzogen sein kann. Der Sitzkomfort ist ebenfalls gut, obwohl den beiden Vordersitzen etwas mehr Seitenhalt sicher nicht schaden würde. Der verfügbare Raum für Fahrer und Beifahrer sowie die Materialwahl lassen dieses kleine Manko aber schnell vergessen. Selbst auf den Rücksitzen können zwei Mitreisende bequem Platz finden, sofern diese nicht die 1,90 Meter Grenze überschreiten.

Auch wenn die sich Richtung Heck verjüngenden Seitenfenster dem Wagen etwas stromlinienförmiges geben, leidet unter diesem designerischen Gestaltungsmerkmal nicht die Größe des Kofferraums. Bis zu den Rücksitzen lassen sich 543 Liter verstauen, klappt man sie um und nutzt den so entstandenen Raum komplett aus steigt das Volumen auf 1.609 Liter. Leider ist die Übersichtlichkeit nach hinten nicht optimal, nicht zuletzt auch wegen des kleinen Heckfensters. Die Einparkhilfe für 294 Euro netto ist deshalb ein sinnvolles Extra. Positiv hervorzuheben ist die ebene Ladefläche, die bündig mit der rückenfreundlich tief liegenden Ladekante abschließt. Kleinteiliges Ladegut lässt sich dabei entweder in den beiden Seitenfächern verstauen oder mit dem ab Ausstattungslinie Executive für 202 Euro netto erhältlichen Verzurrsystem sichern.

Auf dem Asphalt
Nachdem man den Zündschlüssel herumgedreht beziehungsweise den ab Executive verbauten Start/Stop Knopf gedrückt hat, ertönt der leise arbeitende Vierzylinder-Dieselmotor, der seine Laufruhe auch bei höheren Geschwindigkeiten bewahrt. Allerdings kommt gelegentlich der Eindruck auf, dass der 93 kW/126 PS Motor gerade beim Anfahren etwas Mühe hat, den Avensis zu beschleunigen. Hat er aber erst einmal den Drehzahlkeller überwunden, ist die 100 km/h Grenze nach insgesamt 10 Sekunden erreicht, und zügige Überholmanöver auf der Autobahn sind kein Problem mehr. Abseits der Autobahn profitieren die Insassen von der guten Federung, die nur grobe Unebenheiten nicht komplett abfängt, sonst aber für ein Mittelklasse-Modell als überdurchschnittlich einzustufen ist. Auch andere Fahreigenschaften wie Kurvenlage und Lenkpräzision hinterlassen beim Fahrer einen positiven Eindruck. Wer öfter in der Stadt unterwegs ist, wird sich zudem über den kleinen Wendekreis von 10,8 Metern freuen. Toyota gibt den Verbrauch mit gerade einmal 5,4 Litern an, was einer CO2-Emission von 142 g/km entspricht. Auch wenn sich der von uns ermittelte Verbrauch bei zügiger Fahrweise bei 6,5 Litern einpendelte, sind seine Mitbewerber in gleichem Maße durstig.

In der Budgetplanung
Der Avensis Combi startet bei 19.916 Euro netto für den 1,6 Liter Benziner mit 97 kW/132 PS. Daneben stehen noch Ottomotoren mit 108 kW/147 PS und 112 kW/152 PS zur Verfügung. Für 21.806 Euro netto bekommt der geneigte Käufer den kleinen Selbstzünder mit 93 kW/126 PS, für 24.327 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer ist ein Dieselmotor mit 110 kW/150 PS erhältlich, wahlweise auch mit Automatikgetriebe anstelle des regulären Sechsgang-Schaltgetriebes. Zum Preis von 27.184 Euro netto findet der stärkste Selbstzünder den Weg zum Kunden, er ist nur in der Ausstattungslinie Executive erhältlich und leistet 130 kW/177 PS. Alle Dieselmotoren sind serienmäßig mit Rußpartikelfilter ausgestattet und erfüllen die Euro 5 Abgasnorm.

Bereits in der einfachsten der vier Ausstattungslinien ist eine umfangreiche Serienausstattung enthalten. Neben sieben Airbags, elektrischer Park-/Feststellbremse und Klimaanlage ist auch eine Stabilitätskontrolle mit Antriebsschlupfregelung enthalten. In den höherpreisigen Varianten kommen dann noch zusätzlich unter anderem eine Geschwindigkeitsregelanlage (Sol), Sitzheizung (Executive) und zahlreiche Sicherheitssysteme (TEC-Edition) hinzu. Um das Fahrzeug noch weiter aufzuwerten, sind außerdem noch diverse Komplettpakete wie beispielsweise das Park- und Cargo-Paket mit Ladenkantenschutz, Einparkhilfe und Befestigungselementen für 403 Euro netto bestellbar. Besonderen Augenmerk hat Toyota auf Sicherheits- und Komfortextras gelegt. So gibt es neben der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage mit radargestützter Distanzregelung auch einen Spurhalte- Assistent mit Spurwechselwarnung und das Pre-Crash Safety System.

Fazit: Das Grundproblem für Importfabrikate wird auch der neue Avensis Combi nicht lösen können, denn er entstammt nun mal nicht dem bundesrepublikanischen Markt. Im Vergleich der Anschaffungskosten zu seinen deutschen Konkurrenten erweist er sich aber als günstiger, hier können durchaus einige tausend Euro gespart werden. In Kombination mit der aufgefrischten Optik, dem guten Handling und der großzügigen Ausstattung ein nicht zu unterschätzender Vorteil.