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Die Ausstattungsliste der meisten Fahrzeuge hält ein umfangreiches Spektrum an Zubehör und Hilfssystemen bereit, von der elektrischen Sitzverstellung über diverse elektronische Helferlein bis hin zu ESP und Co. Einige davon erweisen sich als sinnvolles Extra, andere hingegen gehören mehr oder weniger zum Luxus. Bei annähernd allen befragten Unternehmen gehörte ESP zum Pflichtprogramm, und auch das Navi ist mittlerweile Standard. Einige Firmen unterscheiden hinsichtlich der Auswahl an Assistenzsystemen bewusst zwischen Fahrzeugen für den regionalen Bereich, hier kommen beispielsweise verstärkt Einparkhilfen zum Einsatz, und dem überregionalen Bereich. Bei letzterem steht logischerweise weniger die Einsatzfähigkeit im urbanen Gebiet im Vordergrund, sondern eher die Langstreckentauglichkeit. Die Ausrüstung mit Freisprechanlagen ist teilweise im gesamten Fuhrpark anzutreffen, teilweise aber auch nur bei Führungskräftefahrzeugen vorgesehen. Andere wiederum bieten sie den Fahrern nur auf Wunsch als Nachrüstlösung an.

Neben der Unterscheidung zwischen regional und überregional eingesetzten Fahrzeugen, war auch eine Differenzierung zwischen den Ebenen in der Unternehmenshierarchie festzustellen. Außer den bereits erwähnten Systemen kann hier noch ein Bremsassistent, Reifenfülldruckkontrollsystem oder Abbiege- und Kurvenlicht zum Einsatz kommen. Zusätzlich sind oft in Fahrzeugen der Führungskräfteebene Navis als Werkslösung eingebaut, bei anderen Mitarbeitern zumindest als Nachrüstlösung vorgesehen. Hubert Schäfer, Fuhrparkleiter bei der Hotelkette Ramada Worldwide, fasste die Vorteile eines Navis mit folgenden Worten zusammen: „Es schafft Sicherheit bei der Termingestaltung, spart Zeit und Kraftstoff und lenkt den Fahrer nicht durch Kartenstudium vom Verkehr ab“. Thomas Wiskemann, verantwortlich für die Flotte beim Aluminiumhersteller Hydro Aluminium Deutschland GmbH, gab an, dass durch Verwendung eines solchen Systems Zeiteinsparungen von bis zu 10 Prozent möglich sind. Bei Kombis und SUV wird neben den vorgeschriebenen Systemen oft Wert auf ergänzende Systeme zur Ladungssicherung gelegt.

Generell sollte man bedenken, dass nachträgliche Einbauten durch den Leasinggeber genehmigt werden müssen, und dieser Vorgang sowie der Ausbau bei Fahrzeugrückgabe kosten- und zeitintensiv ist. Außerdem beeinflussen fest installierte Assistenzsysteme die Restwerte positiv, weswegen viele Hersteller sie schon mit in die Basisausstattung integrieren. Ein weiterer Kostenaspekt sind die Versicherungseinstufungen. So lassen sich beispielsweise durch moderne Lichtsysteme die Beiträge für Kfz-Haftplicht und Vollkasko, abhängig von Anbieter und Fahrzeug, um bis zu 25 Prozent senken.

In Zukunft wird es eine Reihe weiterer Techniken geben, die, zunächst in der Oberklasse, später auch in preisgünstigeren Autos Einzug halten werden. So forscht BMW zur Zeit an einer Geisterfahrerwarnung und bietet zudem bereits heute Nachtsichtgeräte in seinen Top-Modellen an. Im neuen Volvo XC60 ist eine Technik erhältlich, die Auffahrunfälle im Stadtverkehr reduzieren soll, genauso wie eine Kombination aus Tempomat und Abstandshalter in den Modellen von Mercedes. Neben all den Erleichterungen, die Assistenzsysteme verschaffen, gibt es neben dem reinen Kostenfaktor allerdings einen zweiten Aspekt, den es bei der Planung zu berücksichtigen gilt. Je technisch komplexer ein Auto wird, je mehr unterschiedliche Systeme also verbaut sind, desto störanfälliger – und damit auch reparaturbedürftiger – wird die Elektronik insgesamt. Es gilt das Motto: Weniger ist manchmal mehr.