PDF DOWNLOAD

Flottenmanagement: Das Kfz-Versicherungsgeschäft kann im Vergleich zu anderen Sparten durchaus als schwierigeres Geschäft eingestuft werden, die Versicherung einer Flotte macht es nicht einfacher. Die Thematik ist anspruchsvoller, bisweilen Herausforderung, und nicht jeder Versicherer stellt sich der Aufgabe. Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Marktsituation in Deutschland, wie hart ist die Konkurrenz? Nowak: Im Segment Fuhrpark besteht zur Zeit ein scharfer Preiswettbewerb, der stark auf die Ergebnisse drückt. Gleichwohl ist es auch möglich, sich in dieser Situation auf dem Markt erfolgreich zu behaupten. Der Preis spielt für gewerbliche Kunden eine zentrale Rolle. Die Prozesse in der Verwaltung müssen daher schlank und kostengünstig gestaltet sein. Ebenso müssen alle möglichen Einsparpotenziale durch effektives und konsequentes Schadenmanagement gehoben werden. Beide Hausaufgaben hat die Alte Leipziger erledigt. Wir arbeiten permanent an der Prozess-Optimierung. Neben dem Preis spielt der Zusatznutzen, den der Versicherer dem Kunden und dem Vertriebspartner bietet, eine zentrale Rolle. Die kritischen Erfolgsfaktoren sind hier: auf die Bedürfnisse des Fuhrparkbetreibers zugeschnittene Versicherungslösungen, exzellenter Service sowie abgestimmte Prozesse zwischen Fuhrparkbetreiber, sonstigem Dienstleister und Versicherer, die Preis und Interview mit Reiner Nowak, Key Account Manager Kraftfahrtversicherung der Alte Leipziger in Oberursel beim Fuhrparkbetreiber zu weiteren Einsparpotenzialen führen. Flottenmanagement: Welche Gründe haben die Alte Leipziger bewogen, sich der Herausforderung Kfz-Flottengeschäft zu stellen, wie ist Ihr Unternehmen auf die Betreuung von Kfz-Firmenkunden eingerichtet? Nowak: Bei allen unseren Verbundunternehmen wie Alte Leipziger Leben, Hallesche Kranken und Alte Leipziger Sach, stehen Firmenkunden, deren Inhaber und Organe besonders im Fokus. Insofern ist das Fuhrparkgeschäft für den Verbund Alte Leipziger ein „Muss“. Die einzelnen Produktlinien für die Fuhrparkversicherung wie Fuhrparktarif, Flottentarif, go 20 plus und das Fuhrpark-Konzept für große Pkw-Flotten, haben wir besonders auf die Bedürfnisse der Firmenkunden ausgerichtet. Der Flottentarif go 20 plus ist hier die zur Zeit am stärksten nachgefragte Produktlinie, sie richtet sich an Firmen mit gemischten Flotten von 20 bis 200 Fahrzeugen. Bei allen Produktlinien stellen wir die Betreuung durch kompetente Vertriebspartner, erfahrene Underwriter, effiziente Vertragsverwaltung und professionelles Schadenmanagement sicher. Flottenmanagement: Das tatsächliche Risiko einer Flottenversicherung zeigt sich häufiger erst über die Zeit. Gibt es dennoch Branchen, für die die Alte Leipziger einen Risikofaktor in die Prämien einarbeitet oder kein Angebot abgibt? Nowak: Der Kalkulation unserer Kraftfahrt- Tarife liegen die jeweils aktuellen Schadenstatistiken des GDV zugrunde. Darüber hinaus fließen in die Kalkulation die langjährigen unternehmensindividuellen Erfahrungen der Alte Leipziger ein. Risikofaktoren für bestimmte Branchen haben wir nur in die Tarifgruppe E eingearbeitet, die für die so genannten Kammerberufe wie Rechtsanwälte, Ärzte oder auch Architekten und Mitarbeiter von Finanzdienstleistungsunternehmen gilt. Zuschläge werden in der Regel nur für bestimmte, nicht standardmäßige Deckungserweiterungen erhoben. Auch fließen in unseren Fuhrparktarif branchenspezifische Risikofaktoren ein, indem wir bestimmte Betriebe des Groß- und Einzelhandels, des verarbeitenden Gewerbes, des Handwerks sowie Soft- und Hardwarehäuser der Tarifgruppe E gleichstellen. Unser Flottentarif go 20 plus kennt keinerlei Unterscheidung nach Branchen. Zur Tarifierung wird nur der Schadenverlauf des Fuhrparks in den letzten drei Jahren herangezogen. Taxen-, Mietwagen- und Selbstfahrervermietflotten, Flotten aus dem Bereich des gewerblichen Güterverkehrs sowie Gefahrgut- und Omnibusflotten zeichnet die Alte Leipziger nicht. Aufgrund unserer Portefeuille-Struktur und unserer Größe sind wir hierfür nicht ausgerichtet. Flottenmanagement: Wahrscheinlich ist es auf Dauer auch nicht ausreichend, die Fahrzeuge lediglich zu versichern. Wie gestaltet die Alte Leipziger das Consulting des Firmenkunden, mit welchen anderen Elementen greifen Sie dem Firmenkunden im Hinblick auf eine Kostenoptimierung seines Fuhrparks unter die Arme? Nowak: Neben maßgeschneiderten Versicherungslösungen wächst für den Kunden immer stärker die Bedeutung des erlebbaren Zusatznutzens. Auch bei kleineren und mittleren Fuhrparks profitiert er von den Erfahrungen der Alte Leipziger aus dem Großflottenbereich. Wir unterstützen ihn beispielsweise bei der Abfassung von Schadenleitfäden, die auf dessen betriebliche Abläufe abgestimmt sind. Unser überdurchschnittlich erfolgreiches Schadenmanagement optimiert die Prozesskette vom eingetretenen Schaden bis zur Fertigstellung der Reparatur. Unnötige Kosten werden eliminiert, günstige Konditionen ohne Einbehaltung von kick-backs weitergegeben. Bei der Reparatur von Kaskoschäden an Pkw in unseren Partnerwerkstätten erhält der Kunde für die Dauer der Reparatur kostenfrei ein Ersatzfahrzeug. Sofern gewünscht, wird im Rahmen des Bring- und Holservices das Ersatzfahrzeug gebracht und das beschädigte Fahrzeug mitgenommen und umgekehrt nach erfolgter Reparatur. Außerdem reduziert sich der Selbstbehalt in Vollkasko um 150 Euro und in Teilkasko um 75 Euro. Flottenmanagement: Die Alte Leipziger hat für die Versicherung von Fuhrparks den Flottentarif go 20 plus entwickelt. Welcher Erfahrungsschatz, welche Gedanken sind in diese Konzeption eingeflossen? Nowak: Die Nachfrage unserer Vertriebspartner und unserer Kunden sowie unsere Erkenntnisse aus der langjährigen Tätigkeit in der Flottenversicherung haben den Ausschlag für die Einführung des Flottentarifs go 20 plus gegeben. Im Vordergrund stand die Forderung, dem Kunden für kleine und mittlere Fuhrparks optimalen Versicherungsschutz zu adäquaten Prämien zu bieten und das Handling bei Fahrzeugwechsel oder Fahrzeugneuzugängen so einfach wie möglich zu gestalten, das heißt, nicht immer wieder aufwendig die Prämien mittels Tarifbuch oder der Angebotssoftware ermitteln oder beim Versicherer anfragen zu müssen. Daneben stand die Überlegung, dem Kunden für die Zukunft weitgehende Planungssicherheit zu bieten, was Prämienveränderungen durch Regional- und Typklassenveränderungen sowie SFRWeiter- und SFR-Rückstufungen anbelangt. Diese Prämissen konnten nur mit sogenannten Stückprämien bewältigt werden. Das ist bei kleinen und mittleren Fuhrparks mit inhomogener Fahrzeugzusammensetzung wie beispielsweise Pkw, Lieferwagen, Lkw, Zugmaschinen und Anhänger mit unterschiedlicher Stärke oder unterschiedlichem Gesamtgewicht und Wert sowie von unterschiedlichen Herstellern unter Berücksichtigung versicherungstechnischer Belange nicht einfach. Eine besondere Herausforderung war es, die einzelnen Fahrzeugkategorien festzulegen, die richtigen Grundprämien zu kalkulieren, für die Prämienfindung individuelle Faktoren wie den bisherigen Schadenverlauf einfließen zu lassen und last but not least ein einfaches schadenverlaufabhängiges Prämienregulativ für die Zukunft zu kreieren. Der Flottentarif go 20 plus ermöglicht es bereits für kleine und mittlere Fuhrparks mit vollkommen unterschiedlicher Risikozusammensezzung, Stückprämien zu Grunde zu legen. Der individuelle Vorschadenverlauf wird bei Festlegung der Stückprämien immer berücksichtigt. Beim Fahrzeugwechsel oder bei Fahrzeugneuzugängen gelten die festgelegten Prämien pro Fahrzeugkategorie. Besondere Deckungserweiterungen werden im Rahmenvertrag festgeschrieben und sind in der Regel in den Stückprämien berücksichtigt. Abhängig vom weiteren Schadenverlauf gilt ein Prämienregulativ in Form einer Bonus-/Malus-Regelung, die je nach Verlauf eine Prämiensenkung, Prämienerhöhung oder eine Fortführung des Vertrages zu den bisherigen Prämien vorsieht. Großschäden werden bei der Ermittlung des Bonus oder Malus gekappt. So werden unangemessene Prämienanpassungen vermieden. Flottenmanagement: Welche Angebote hat ihr Unternehmen abseits des konkreten Tarifs für Firmenkunden im Programm, welcher Ausbau des Programms und welche weiteren Aktivitäten für Firmenkunden sind gegenwärtig in der Planung? Nowak: Für Kleinstflotten bieten wir unseren Fuhrparktarif an, der auf die klassischen Tarifmerkmale abstellt, beispielweise bei Pkw auf Regionalklasse, Typklasse und Schadenfreiheitsrabatt. Sonstige Tarifmerkmale, wie Nutzer unter 23 Jahre, Hausbesitz, Garage oder Fahrleistung, werden nicht berücksichtigt. Mit unserem Fuhrparktarif sprechen wir Handwerksbetriebe und kleine Firmen mit fünf bis 15 Fahrzeugen an. Unser Fuhrpark-Konzept richtet sich an Unternehmen mit großen Pkw-Flotten von mindestens 100 Fahrzeugen, die auf Grund ihrer Größe und Homogenität im Kaskobereich nur eingeschränkten oder keinen Versicherungsschutz benötigen, dafür aber auf andere Services, wie beispielsweise ein externes Fuhrparkmanagement, zurückgreifen müssen. Beim Fuhrpark-Konzept werden die Prämien immer individuell kalkuliert. Weitere Produktlinien in der Kraftfahrtversicherung für Firmenkunden sind derzeit nicht in Planung.