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Flottenmanagement: Herr Michelsen, Mazda hat gerade das Flottenflaggschiff Mazda6 neu aufgelegt. Vor dem Generationswechsel konnten Sie für den „alten” laut Dataforce noch einmal rekordverdächtige Verkaufszahlen (125 % Volumenplus, 3,8 % Marktanteil im Segment, 09/07) im Firmenkundenbereich verzeichnen. Worauf ist dies zurückzuführen? Welche höheren Erwartungen knüpfen Sie dann an den „neuen”, wenn die Messlatte schon recht hoch anliegt? Wie erreichen Sie die Firmenkunden? Welche Fahrzeuge spielen ebenfalls vorrangige Rollen im Firmenkundengeschäft?

Michelsen: In der Auslaufphase der Vorgängergeneration verhalfen dem Mazda6 gute Konditionen noch einmal zu einem hervorragenden Absatzergebnis. Das bedeutet natürlich, dass die Erwartungen an den neuen entsprechend hoch liegen. Der neue Mazda6 repräsentiert die aktuellste Entwicklungsstufe des Mazda Markenversprechens Zoom-Zoom. Unser Volumenfahrzeug ist größer, moderner und komfortabler geworden, die Verbrauchswerte liegen niedriger, unter anderem weil er trotz mehr Ausstattung weniger wiegt. Ich bin mir sicher, dass diese gelungene Mischung aus emotionalem und sportlichem Design, exklusivem Fahrund Qualitätserlebnis sowie einem durchdachten Ausstattungskonzept – und dies bei einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis – neue Begehrlichkeiten auch im Flottenbereich wecken wird. Ein weiteres Flotten-Highlight haben wir mit dem Mazda5, der sich als Alternative zum Kombi anbietet. Da viele Dienstwagenfahrer gleichzeitig Familie haben, eignet sich ein Van mit Schiebetüren gut, denn auch diese Fahrzeugklasse liegt aufgrund ihrer Praktikabilität durchaus im Trend.

Flottenmanagement: In Deutschland ist es sehr verbreitet, „deutsch” zu fahren. In welchen Firmen oder Branchen rückt man eher von dieser Einstellung ab? Welchen Trend beobachten Sie? Aus welchen Gründen seitens der Firmen, mit welchem Erfolg Ihrerseits ist dies verbunden? Welche Philosophie möchte Mazda mit seinen Fahrzeugen vertreten?

Michelsen: Seit Jahren verspüren wir, dass mehr und mehr Fuhrparks sich Mazda gegenüber öffnen. Nicht zuletzt fördert der Kostendruck eine Entwicklung in diese Richtung. Modelle, bei denen der Mitarbeiter als Teil der Entlohnung einen Dienstwagen fahren kann, tragen dazu bei, dass das Angebot innerhalb großer Firmen breiter wird, das heißt es stehen nicht mehr nur drei Marken, sondern zehn oder mehr zur Auswahl. Uns gelingt es immer öfter, auch bei klassischen deutschen Firmen gelistet zu werden. In vielen Gesprächen mit Großkunden erfahren wir, dass bei den Einkäufern oder Geschäftsführern Mazda im Privatbereich gefahren wird, und unsere Marke positiv behaftet ist. Wir punkten vor allem, wenn es um das Thema Total Costs of Ownership geht, was wiederum mit Einkauf, aber auch mit Restwerten, mit Zuverlässigkeit und Reparaturanfälligkeit zu tun hat. Im Zusammenhang mit unseren Fahrzeugen können wir sehr gut mit günstigen Kosten argumentieren. Im Großkundengeschäft spielen aber auch Beziehungen und persönliche Kontakte eine wichtige Rolle. Produkt und Preis müssen passen, aber ebenso wertvoll ist es, über die persönliche Schiene Kunden zu erreichen. Wenn es um Restwert in Bezug auf Wiederverkaufswerte geht, profitieren wir davon, dass Mazda eine weltweit bekannte Marke ist.

Flottenmanagement: In welcher Weise hilft es Ihnen vom Image her und eventuell auch beim Geschäft, wenn ein großer Fuhrparkbetreiber wie die DeTeFleet sich für Fahrzeuge von Mazda, speziell den BT-50 entscheidet, zieht so etwas Kreise? Welche Tugenden zeichnen den Pick-up aus, was soll ihn zur ersten Wahl machen?

Michelsen: Dieses Geschäft betrachten wir als symptomatisch für das Thema Total Costs of Ownership. DeTeFleet unterhält den größten deutschen Fuhrpark und agiert darüber hinaus als Leasinggesellschaft. Ihre Kaufüberlegungen basieren überwiegend auf den TCO. Dass Mazda seine Fahrzeuge, also sowohl den BT-50 als auch eine Reihe von Mazda3, dort platzieren kann, führen wir auf unsere hohen Qualitätsmaßstäbe und auf gute Restwerte zurück, denn das Unternehmen kalkuliert sehr gründlich. Mit dem neuen Mazda6 haben wir nach den ersten Testwochen gerade von den Dienstwagennutzern ein sehr positives Feedback erhalten, so dass wir unseren neuen Mazda6 in diesem Jahr verstärkt bei den User Choosern sehen. DeTeFleet bezeichnen wir gerne als Imageträger. Aber wir können darüber hinaus auf weitere namhafte Kunden verweisen, die Mazda Fahrzeuge in ihrem Fuhrpark listen. Mit dem BT-50 liefert Mazda zudem einen Pick-Up, der die klassischen Eigenschaften Zuverlässigkeit und Belastbarkeit voll erfüllt. Unser Pick-Up ist im Gegensatz zur einigen Lifestyle-Modellen unserer Wettbewerber eben auch noch ein echtes Nutzfahrzeug, das sich individuell für jedes Einsatzgebiet umrüsten lässt – dank eines umfangreichen Zubehörprogramms und der vielfältigen Möglichkeiten des Sonderumbaus. Wir haben die Technik auf den Einsatz im Gelände mit Leiterrahmen und Blattfederung ausgerichtet. So erobern wir eine für uns neue Kundschaft us dem Bergbau, aus der Bauindustrie oder dem
Garten- und Landschaftsbau.

Flottenmanagement: Hat Mazda eine andere Art des Spritsparens und des Umweltschutzes gewählt, wenn wie beim Mazda2 das Fahrzeug nicht wächst und sogar leichter wird? Welchen Weg gehen Sie darüber hinaus, wenn Firmenkunden nach umweltverträglichen Fahrzeugen aus Ihrem Hause fragen? Wie sieht die Zukunftsstrategie aus?

Michelsen: Neue Umwelttechnologien und Sprit- Spar-Konzepte stehen sicherlich im Mittelpunkt des Interesses von Firmenkunden. Allerdings müssen diese auch bezahlbar sein. Ein erstes schönes Beispiel liefert der Mazda2, der durch Gewichtsreduktion deutlich sparsamer geworden ist. Ähnliches gilt für den neuen Mazda6. Trotz größerer Maße und mehr Ausstattung konnte sein Gewicht um bis zu 50 Kilogramm gesenkt werden. Zudem hat man am Luftwiderstand gearbeitet, so dass zum Beispiel beim Mazda2 der Verbrauch im Vergleich zum Vorgänger um bis zu 18 Prozent gesunken ist. Natürlich arbeiten wir auch intensiv an neuen innovativen Antriebs- und Fahrzeugtechnologien. Zum Ende des Jahres werden wir einen komplett neu von Mazda entwickelten Dieselmotor mit rund 2,2 Liter Hubraum anbieten, der insbesondere für unsere Modelle Mazda6 und Mazda CX-7 wichtig ist. Darüber hinaus werden wir in der nächsten Generation des Mazda3 einen neuen Benzin-Direkteinspritzer anbieten, der über ein starterloses und damit sehr komfortables Start-Stopp-System verfügen wird. Ein neuer Benzinmotor mit vollvariablem Ventilhub sowie ein neuer Clean-Diesel der 2,0-Liter-Klasse komplett aus Aluminium mit SCR-Katalysator zur Stickoxidreduktion sind ebenfalls in der Entwicklung. Gepaart mit unserer Leichtbau- und Aerodynamikstrategie, die wir mit dem neuen Mazda2 und dem neuen Mazda6 schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben, werden sich so weitere signifikante Verbrauchseinsparungen ergeben, ohne dass der Fahrspaß dabei leidet. Doch wir haben auch kurzfristig auf Kundenwünsche nach alternativen Antrieben reagiert, so bieten wir die Vorgängergeneration des Mazda6 mit einer Umrüstung für Autogas (LPG) an. Im letzten halben Jahr konnten wir damit 200 Fahrzeuge verkaufen. In Kürze soll der Umbau ebenfalls für den neuen Mazda6 erhältlich sein. Diesen alternativen Antrieb halten wir temporär für eine gute Lösung.

Flottenmanagement: Welche Entwicklungen stellen Sie fest beim Leasing? Wollen die Fuhrparks immer noch in die Richtung Full Service? Welche Unterschiede stellen Sie im Verhältnis Fuhrparkgröße/ Nutzung von Full Service- Leasing fest? Wie ist Mazda in den Finanz- und Fuhrparkmanagementdienstleistungen aufgestellt?

Michelsen: Full Service-Leasing wird stets gerne und weiter zunehmend von den Fuhrparkbetreibern gewählt, allerdings spricht man eher darüber, in der Praxis nutzt dies nur ein kleiner Teil unserer Kunden. Im Leasingbereich arbeiten wir vorrangig mit der Mazda Bank zusammen, sind aber offen für Kooperationen mit allen anderen Finanzdienstleistern. Wir unterhalten Full Service-Verträge mit Mazda Business Partner, die ein komplettes Portfolio an Fuhrparkmanagement- und Leasing-Services bieten. Wir profitieren in dieser Zusammenarbeit davon, dass Mazda Business Partner nun verstärkt Programme für kleinere Fuhrparks auflegt, denn dort – respektive bei mittleren Fuhrparkgrößen – sehen wir die Zielgruppe unserer Marke.

Flottenmanagement: Wie sieht die Netzabdeckung im Bereich Händler und Service aus? Mit welchen Entwicklungen reagiert Mazda auf die herrschende Marksituation?

Michelsen: Dienstleistung und Betreuung vor Ort stellen wir stark in den Vordergrund unserer Bemühungen. Ein altbekanntes Sprichwort lautet: Den zweiten Wagen verkauft der After Sales Bereich, das gilt auch für das Flottengeschäft. Wir arbeiten dabei Hand in Hand mit unseren Großkundenbetreuern und den Händlern, denn Service betrachten wir als wichtigen Baustein der Kundenbeziehung. Derzeit liegt die Netzdichte bei 760 Händlerstützpunkten. Unsere Planung im Bereich Fleet besteht darin, das Wachstum zu fördern, indem wir noch in diesem Jahr beginnen werden, eine europäische Struktur aufzubauen. In Leverkusen operiert ebenfalls die Mazda Europa-Zentrale, die das Flottengeschäft aus europäischen Gesichtspunkten betrachtet. Dabei geht es beispielsweise um Leasingthemen, Remarketing, Restwerte oder die Koordination europäischer Großkunden und Verträge. Auch der Vertrieb Business für Deutschland soll in diesem Zuge neu aufgestellt werden, das bedeutet zusätzliche Verstärkung des Key Account Management und des Bereichs Remarketing als zusätzlicher Augenmerk. Unser neuer Vertriebsdirektor Thomas Rothe wird diesen Weg ab Juni 2008 weiter forcieren.