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Es ist schon so, dass dieser Tage auch in weiten Kreisen der Flottenbetreiber die Sensibilität für das Thema Umwelt wächst, überwiegend auch begründet in einer gewissen Unsicherheit, wie denn mittelfristig die richtungsweisende Bestückung des Fuhrparks aussehen müsste. Bei Fahrzeug- Laufzeiten von 42 und mehr Monaten wird natürlich präventiv gedacht, wobei aber die gegenwärtige Überflutung mit Informationen über neue technische Innovationen die Entscheidungsfindung offenbar nicht erleichtert. Der CO2-reduzierte Fuhrpark wird zwar allerorts diskutiert, aber noch kaum umgesetzt. In der Zusammensetzung eines Fuhrparks spielen eben auch Nutzwert der Fahrzeuge, Mitarbeiter-Motivation und Image tragende Rollen. Alles muss passen und ist zusammen nicht leicht unter einen Hut zu bringen.

Dabei bietet sich jetzt schon ein relativ einfaches Mittel an, den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge deutlicher zu reduzieren, unabhängig von technischen Weiterentwicklungen, die Fahrweise nämlich. Schon vor zehn Jahren wies ein Entwicklungs-Ingenieur von Volkswagen darauf hin, dass es ungefähr zehn bis 15 Jahre brauche, den Durchschnittsverbrauch über die technische Konzeption auch nur um einen halben Liter zu senken, dass aber der Fahrer durchaus ein bis zwei Liter sofort in der Hand habe. Denn in aller Regel schenken vom Termindruck geplagte Dienstwagennutzer, deren Treibstoffverbrauch ja das Unternehmen zahlt, diesem Punkt kaum Beachtung.

Das ist auch der Background, vor dem die in Oberhaching bei München ansässige FleetCompany GmbH ihr neues Dienstleistungs-Modul „Green Fleet®“ entwickelt hat. Der 1999 von der ASL Part of GE Capital Solutions und der TÜV Süd Auto Service ins Leben gerufene, international agierende Fuhrpark-Dienstleister bietet damit zum einen ein Spritspar-Training zur Reduktion des Energieverbrauchs und damit von CO2-Emissionen an, dessen Konzeption bei dauerhaftem Erfolg den Flottenbetreiber wie den Dienstwagennutzer belohnen soll. Zum anderen wird nahegelegt, alle nicht vermeidbaren CO2-Emissionen durch die Aufforstung entsprechender Waldflächen „entsorgen“ zu lassen – finanziert durch einen Teil der mit Hilfe des Spritspar-Trainings nachweislich eingesparten Kosten – und so die CO2-Neutralstellung der Flotte zu erreichen, die dann durch den Kooperationspartner PRIMAKLIMA-weltweit-e.V. in Düsseldorf hergestellt wird.

Dieser gemeinnützige Verein engagiert sich seit 1991 mit Spendenmitteln stark für die Aufforstung von Wäldern, weil nach Ansicht von PRIMAKLIMA neben anderen Bemühungen, den Energieverbrauch zu senken, in der Entsorgung von CO2 durch Speicherung von Kohlenstoff in extra dazu aufgeforsteten Wäldern eine unverzichtbare Handlungsoption für den Klimaschutz steckt. Dass dieser Weg effektiv sei, müsse nicht mehr bewiesen werden: die vorhandenen Wälder entsorgen gemäß Aussage des UN-Gremiums IPCC zur Zeit mehr als ein Drittel der globalen energiebedingten CO2-Emissionen.

Mit seinem CO2-Rechner ermittelt PRIMAKLIMA beispielsweise die aus dem Energieverbrauch einer Fahrzeugflotte entstehenden CO2-Emissionen, berechnet dann die Größe der Aufforstungsfläche, die zur biotischen Entsorgung dieser Menge innerhalb einer gewünschten Zeitspanne nötig ist und die Kosten, die das Unternehmen für die Aufforstung beisteuern müsste. Die Umsetzung des Projektes hat dann die CO2-Neutralstellung der Flotte durch Emissionsreduktion und Entsorgung der nicht vermeidbaren Emissionen zur Folge.

Das FleetCompany-Modul „Green Fleet®“, das der Fuhrpark-Dienstleister in einem Pilotprojekt mit einem großen deutschen Paketzusteller bereits erfolgreich gestartet hat, ist die Basis für eine klassische Win-Win-Situation. „Auch bedingt durch zahlreiche elektronische Bauteile können die heutigen Fahrzeuge ja mit weit weniger Drehzahl beschleunigt werden“, referiert Roland Vogt, Managing Director der FleetCompany, „wir konnten im Rahmen des Pilotprojektes nach entsprechender theoretischer Unterweisung den Teilnehmern des Spritspar-Trainings schon nach der zweiten Fahrt 20 Prozent weniger Verbrauch bei gleichzeitiger Temposteigerung von zehn Prozent auf der Teststrecke nachweisen.“

Die Fleet Company belässt es allerdings nicht bei einem einmaligen Spritspar-Training, sondern begleitet beim Modul „Green Fleet®“ den Flottenbetreiber und seine Dienstwagennutzer abseits der praktischen Übungen mit einem permanenten Reporting. Auch jeder Fahrer erhält einmal im Monat eine Auswertung. „Wenn wir starten,“ so Roland Vogt weiter, „stellen wir oft fest, dass die Verbrauchswerte 30 und mehr Prozent über den Herstellerangaben liegen. Nach unserer Schulung fährt die Flotte dann beispielsweise nur noch etwa zehn Prozent über den Norm-Werten.“

Es sei vielfach auch gar nicht bewusst, was alles den Spritverbrauch nach oben treibe. „Wer beispielsweise täglich im innerstädtischen Bereich nur fünf Kilometer Weg zum Arbeitsplatz hat, fährt praktisch immer mit kaltem Auto. Das kann den Verbrauch bis zum Doppelten der Herstellerangaben steigern. Ein anderer Fahrer ist möglicherweise mit dem Firmenwagen und Wohnwagen einen Monat lang in Urlaub gefahren, was den Schnitt ebenfalls nach oben treibt. In letzter Konsequenz fließen unsere Erkenntnisse auch in die Car Policies der Fuhrparkbetreiber ein, abseits der Umstellung auf verbrauchsgünstigere Fahrzeuge kann das bis zur Reifen-Auswahl gehen.“

Für die erzielte, auf die ganze Flotte bezogene Einsparung erarbeitet die FleetCompany mit dem Flottenkunden einen Verteilerschlüssel für die Aufteilung des Gewinns. Eine gängige Empfehlung des Fuhrparkmanagers ist, 30 Prozent in Belohnungsprämien für die besten Fahrer und 25 Prozent in den Klimaschutz bei PRIMAKLIMA zur CO2-Neutralstellung der Flotte zu investieren. „Das PRIMAKLIMA-Siegel bestätigt die für einen bestimmten Zeitraum erreichte Klima-Neutralität“, verweist Karl Peter Hasenkamp, Vorsitzender des Vereins. „Damit hat der Flottenbetreiber gegenüber uns imagefördernd für ihn seine aktuelle CO2-Bilanz offengelegt und nachvollziehbar dargestellt, dass er dank direkter oder indirekter Emissionsvermeidung und biotischer Entsorgung für den attestierten Zeitraum nicht mehr zur langfristigen Erhöhung der atmosphärischen Treibhausgaskonzentration beiträgt.“

„Dabei macht das Ganze offenbar noch Spaß“, ergänzt Roland Vogt für die FleetCompany. „Wir haben schon während unseres Pilotprojekts die Erfahrung gemacht, dass im Laufe der Zeit die eingesparten Beträge gar nicht mehr so das Gesprächsthema sind. Stattdessen entwickelt sich unter den Fahrern ein regelrechter sportlicher Wettbewerb, der nachher entscheidend zum angestrebten Gesamt-Ergebnis beiträgt.“ www.volkswagen.de Kraftstoffverbrauch in