PDF DOWNLOAD

Nein, dieser Skoda heißt nicht Roomster, auch wenn er fast so aussieht. Ab der B-Säule wurde innen fast alles entkernt und zur Ladefläche gemacht, die hinteren Seitenscheiben durch Blech ersetzt, eine verstellbare Gitterwand trennt den Fahrerraum ab. Mit dem Praktik tritt die tschechische Marke wieder auf dem Nutzfahrzeugmarkt auf, den sie schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts bedient, zuletzt allerdings mit Modellen, die nicht in Deutschland angeboten wurden.

Das Innendesign spiegelt in erster Linie Nutzwertorientierung wider mit robusten Materialien und Beschränkung auf die wesentlichen Ausstattungsmerkmale. Hier hat allerdings eine Entwicklung vom Personen-Fahrzeug zum Nutzfahrzeug stattgefunden, eine eher unübliche Richtung. Die zwei serienmäßigen Seitenairbags heben wir, weil nicht unbedingt Segment-typisch, gerne hervor, auch ESP ist bei der 59 kW/80 PS-Motorisierung ab Werk dabei.

Zu den optionalen Ausstattungen gehören unter anderem der Partikelfilter (500 Euro, nur für den großen Diesel), eine Klimaanlage (916 Euro netto), Bluetooth-Freisprecheinrichtung (261 Euro), ein Heckscheibengitter (42 Euro) oder auch elektrische Fensterheber (184 Euro). Verzurrösen und der dreiteilige Laderaumboden aus Holz, unterhalb dessen sich weitere Staufächer befinden, werden serienmäßig mitgeliefert.

In das Gepäckabteil mit den Maßen 1,60 m Länge, 1,02 m (zwischen den Radkästen) bis 1,43 m Breite und 0,99 m Höhe passen laut VDA 1.900 Liter hinein. Die Zuladung darf 565 kg erreichen. Leider muss dazu bei Heckbeladung eine Ladekante überwunden werden oder alternativ die seitlichen Türen genutzt werden, die allerdings Platz zum Aufschwingen benötigen. Der Resonanzraum des Praktik klingt in den Fahrgastraum hinein, da keine durchgängige Trennung vorgesehen ist. Aber durch die Gitterwand und insgesamt ist das Fahrzeug über die Außenspiegel sowie durch die Heckscheibe nach hinten recht übersichtlich. Die Überwachung der Seitenbereiche erfordert jedoch einen ausladenden Schulterblick, da wie beim Roomster die BSäule breit gezogen ist.

Im Fahrkomfort haben die Tschechen lediglich die Fahrwerkshärte hinten verändert, was sich bei schlechteren Wegstrecken bemerkbar macht. Ansonsten fährt sich der Praktik sehr leichtgängig, sowohl die Lenkung als auch die Kupplung erfordern in ihrer Betätigung keinerlei Kraftaufwendungen. Die Arbeit des Dreizylinder-Diesels mit 59 kW/80 PS kann durchaus als solide bezeichnet werden. Rau und kräftig verrichtet er seine Dienste, aber in seinem Einsatzgebiet geht es ja um Preis-Leistung und Nutzwert. Und dabei punktet der Praktik ordentlich, wie schon der Sieg im Kostenvergleich in FM 5/2007 bewiesen hat.

Der Durchschnittverbrauch liegt laut Skoda bei 5,2 Litern mit einem CO2-Ausstoß von akzeptablen 137 g/km. Und auch im Anschaffungspreis stellt sich der Kleinst-Transporter als echte Alternative dar: in der Basisversion mit dem 1,2 Liter Benziner kostet er 9.999 Euro netto. Mit der kleineren Dieselmotorisierung (51 kW/70 PS) startet er bei 11.790 Euro netto. Der Praktik stellt eine flottenrelevante Bereicherung im Angebot der Tschechen dar, die auch mit seinen Unterhaltskosten in die aktuelle Zeit passt.