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Moderne Sicherheitstechnik ist teuer – das weiß jeder Kaufinteressent, wenn er die Preislisten studiert hat. Radartempomat, Nachtsichtgeräte und Pre-Safe-Vorrichtungen sind faszinierend, aber auch faszinierend teuer und häufig überhaupt erst in der Oberklasse verfügbar. Genau dieser Umstand widerspricht jener Idee, welche die Ingenieure um Professor Horst Wieker von der saarländischen Hochschule für Technik und Wirtschaft mit der modernen V2V-Kommunikation verwirklichen wollen.

Geht es nach ihr, dann tauschen die Fahrzeuge demnächst untereinander Daten aus, die per WLAN weitergegeben werden, was freilich nur dann sinnvoll ist, wenn möglichst viele Autos über das System verfügen. Ab zehn Prozent Ausstattungsanteil funktioniere das Projekt ordentlich, verlauten die Forscher; höhere Anteile machten gar Dinge wie Abstandssensoren und dergleichen überflüssig. Schließlich sind die Fahrzeugpositionen über GPS exakt bestimmbar.

Informationen über den Straßenzustand lassen sich beispielsweise aus der ESP-Sensorik ermitteln; über das Tachosignal kann die Geschwindigkeit in das Netz eingespeist werden. Fällt beispielsweise das Tempo auf der Autobahn plötzlich, kann auf diese Weise ein Stau ermittelt werden – dann wandert die Meldung blitzschnell von Auto zu Auto, Auffahrunfälle können vermieden werden. Lediglich ein kleines Display ist nötig, um die entsprechenden Meldungen auszugeben.

GM zeigt es und hat einige Fahrzeuge des Konzerns mit der Technik bereitgestellt. Auf der Dudenhofener Teststrecke etwa demonstrierte der Hersteller die Wirkungsweise – so wurden Fahrzeuge aufgespürt, die wegen eines Defekts liegen blieben, und Rettungswagen machen sich per Info-Schirm bemerkbar, denn auch sie senden spezielle Signale aus. Übrigens funktioniert das System nur, wenn sich alle Hersteller auf einen Datenstandard einigen – gegenseitiges Zerfleischen der Wettbewerber dürfte also außer Sichtweite liegen.

Interessant ist hier auch die Option auf Nachrüstung. Weil das System einfach und kostengünstig installiert werden kann, dürfte ein nachträglicher Einbau kein Problem darstellen. Über Infoschirme verfügen ohnehin viele Fahrzeuge, aber man kann auch improvisieren: Der Chevrolet Epica, auch in der GM-Flotte, verfügte über ein kleines Display im Lenkrad, das seinen Dienst ebenso vollbringt. Der Volant ist schnell getauscht, das kann jede Werkstatt. Ein Zeitplan indessen war Horst Wieker nicht zu entlocken, aber gewiss scheint: Das System wird kommen.