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Auch die Taxi-Branche ist eine, die am Treibstofftropf hängt, ja davon abhängt. Je höher die Treibstoffpreise desto geringer die Gewinne, schließlich gilt es, den Passagier zu transportieren, nicht, ihn durch hohe Beförderungsentgelte zu verschrecken. Wo sonst kann der Taxiunternehmer einsparen, wenn nicht am durchlaufenden Posten Treibstoff. Deshalb nutzen mehr und mehr Taxler die alternativen Antriebsmethoden und greifen gerne, wenn angeboten, auf die finanziellen Förderungen durch Hersteller, Gasversorger etc. zurück.

Der ermäßigte Steuersatz für Flüssig- und Erdgas ist erst kürzlich von der Bundesregierung bis 2018 verlängert worden, das Flüssiggas profitiert zudem davon, dass der Preis nicht an der OPEC hängt, also nicht mit dem Ölpreis steigt. Allen drei Antriebsarten ist zudem gemein, dass sie mit einem Otto-Motor laufen, dadurch steuerlich niedriger eingestuft werden als Selbstzünder, damit auch keine „Partikel-“ und Stickoxidprobleme haben. Und bekanntermaßen amortisieren sich höhere Anschaffungskosten bei den Laufleistungen, die in der Branche gang und gäbe sind, zügig.

Erdgas
Mekka der „Umwelttaxen“ ist die Bundeshauptstadt Berlin, in der das Projekt „Tausend Umwelttaxen“ kurz TUT (www.tut-berlin.de, noch bis Ende 2006) mit attraktiven Förderungen durch das Bundesministerium für Umwelt (2.045 Euro pro Fahrzeug) und die GASAG (511 Euro) bisher fast 900 Erdgastaxen ins Rollen gebracht hat. Die Rahmenbedingungen stimmen also: 13 Erdgastankstellen im Stadtgebiet ermöglichen einen reibungslosen Betrieb, für Kundschaft ist gesorgt, denn über ein Bonusprogramm werden auch bei den Passagieren Anreize geschaffen.

Auch für den Rest Deutschlands gilt: das Tankstellennetz und das Fahrzeugangebot erweitert sich ständig, so dass auch beliebte Taximodelle wie die Mercedes E-Klasse, die quasi-monovalenten VW Caddy und Opel Zafira ab Werk mit Erdgasantrieb und unterflurigen Gastanks ausgeliefert werden und mittlerweile als Taxi homologisiert sind. In Hannover beispielsweise setzt das Unternehmen „Mein Taxi“ seit 2005 16 Opel Zafira CNG Erdgastaxen ein, „weil sie wirtschaftlich betrieben werden können und keinen verkehrs- und umwelttechnischen Einschränkungen unterliegen“, so der Geschäftsführer Marcel Wolf. Dank der Förderung der Stadtwerke Hannover, die 1.500 kg Erdgas pro Fahrzeug umfasst und somit für mehr als 16.000 km langt, konnten pro Fahrzeug 1.600 Euro an Treibstoffkosten im Vergleich zum vorher eingesetzten Biodiesel eingespart werden. Aber auch andere Taxifahrer sind umgestiegen, in Düsseldorf ist neben der Taxi Zentrale eine öffentliche Erdgastankstelle errichtet worden, so dass bei kurzen Wegen zum günstigen Treibstoff, der Zuspruch entsprechend war.

Flüssiggas
Eine schon seit Jahren im Taxibereich etablierte Treibstoff-Alternative stellt das Flüssiggas/ Autogas/LPG dar. Zwar gibt es kaum umgebaute Fahrzeuge ab Werk, doch erfahrene Umrüster sind in der Lage fast jedes Ottomotor-Fahrzeug auf den LPG-Betrieb umzustellen, somit lassen sich auch im Taxi-Einsatz beliebte Fahrzeuge mit den zusätzlichen Tanks, häufig in der Reserveradmulde untergebracht, bestücken (Kosten ca. 2.000 Euro). Einige Hersteller wie Chevrolet und KIA gewähren bei den über ihre Händler umgerüsteten Fahrzeugen die herkömmliche Gewährleistung.

Daneben bietet sich bei einem Fuhrpark ab zwanzig Fahrzeugen an, eine eigene Tankstelle zu errichten, aufgrund der wenig aufwändigen Infrastruktur (unter- oder oberirdischer Tank) und nicht allzuhoher Kosten (Recherchen ergaben Beträge ab 13.000 Euro für ein Tankvolumen von 5.000 - 7.000 Liter) leicht realisierbar. Somit steht den Fahrern rund um die Uhr eine Tankmöglichkeit zur Verfügung. Öffentliche LPG-Tankstellen gibt es im Bundesgebiet ca. 1.000 zur Verfügung.

Genauso hat es der Bremer Unternehmer Klaus Hartjen getan. In seinem Unternehmen Taxi Roland GmbH fahren 90 Prozent seiner 75 Taxen auf Autogas umgerüstet, zum Jahresende sollen es 100 Prozent werden. Die ersten der heutigen Mercedes-, BMW- und Toyota-Modelle wurden 2001 in Betrieb genommen als der Spritpreis langsam aber stetig in die Höhe ging. Die Umrüstung lässt er in der eigenen Werkstatt, einem zertifizierten Umrüstbetrieb vornehmen. „Pro Fahrzeug spare ich im Vergleich zum Dieselbetrieb etwa 40 Prozent an Kraftstoffkosten ein“, freut sich Hartjen.

„Nicht zuletzt über die eigene Autogastankstelle auf dem Betriebsgelände reduziert sich der Autogaspreis um noch einmal 10 Prozent. Zusätzliche Vorteile sind ein geringerer Verschleiß aufgrund vibrationsärmerem Betrieb, die Differenz zum Dieselfahrzeug nehmen die Umbaukosten ein, so dass auch hier keine Mehrkosten entstehen. Noch hat jeder Motor die drei bis vierjährige Fahrzeughaltedauer durchgehalten, die höchste Laufleistung steht mit etwa 300.000 km auf dem Tacho und ist technisch gesehen steigerungsfähig“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Klaus Hartjen.

Hybridfahrzeuge
Mit einem sehr kleinen Fahrzeugangebot, aber großem Potenzial im Taxigeschäft fahren Hybridfahrzeuge im Stadtverkehr. Gerade der Stop-and- Go-Betrieb kommt dem Antrieb gelegen, denn genau hier wird die für den Elektroantrieb entscheidende Batterie aufgeladen, der Benzinverbrauch durch die elektrische Motorunterstützung niedrig gehalten.

Aktuell bietet Toyota den Prius der zweiten Generation und Honda den neuen Civic Hybrid als Taximodelle an, die mit einem Verbrauch von 5,0 bzw. 5,2 Litern im Stadtbetrieb auch beim Konsum von Super konkurrenzfähige Treibstoffkosten verursachen. Trotz aufwändigerem Motorensystem bleib ausreichend Stauraum im Heck, der Prius fasst 403 Liter, der Honda Civic Hybrid 350 Liter. Selbstbewusst geben die Hersteller Garantien, die auch im Taxi-Alltag Bestand haben: für die Komponenten des Hybrid-Systems inklusive Batterie geben Toyota und Honda acht Jahre Garantie/ 160.000 Kilometer, Toyota lässt den Prius nur alle zwei Jahre beziehungsweise alle 30.000 km zur Inspektion rufen. Diesen und weitere Vorteile machten sich etwa 20 Taxifahrer zu Nutze, die meisten von ihnen fahren ein Prius-Taxi in Berlin. Bei derzeit rund 6.000 Prius und weitaus weniger Civic Hybrid, die insgesamt seit 2004 zugelassen wurden, ist der Prozentsatz der gewerblich genutzten (noch) nicht sehr hoch.