Die Fahrerlaubnisbehörde ist zur Anordnung der Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens (MPU) berechtigt, wenn zur Vorbereitung einer Entscheidung  über die Erteilung der Fahrerlaubnis zu klären ist, ob Alkoholmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit nicht mehr besteht. Dies setzt voraus, dass ein früherer Alkoholmissbrauch nachgewiesen ist und dass Tatsachen die Annahme seiner Fortdauer begründen. Diese Tatsachen müssen nicht im direkten Zusammenhang mit einer Teilnahme am Straßenverkehr stehen. Es genügen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Betroffene zwischen einem schädlichen Alkoholkonsum und einer Teilnahme am Straßenverkehr nicht hinreichend sicher trennen kann. Bei Nichterbringung des Gutachtens ist die Fahrerlaubnis zu entziehen.

Verwaltungsgericht Bremen, Beschluss vom 4.8.2010, Az. 5 V 912/10