Im Rahmen der Schadenersatzhaftung nach § 7 StVG i.V.m. § 3 Nr. 1, 2 PflVG a.F., § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB kann der Unfallschädiger den Geschädigten auf eine gleichwertige und kostengünstigere „Smart-Repair-Methode" hinsichtlich der Reparatur einer unfallbedingten und kaum sichtbaren Eindellung am Fahrzeug verweisen.

Die vom Schädiger angeführte günstigere Reparaturmöglichkeit basiert auf einer unterschiedlichen Reparaturmethode, die im Verhältnis zu der in einer markengebundenen Fachwerkstatt durchführbaren Reparatur günstiger ist. Deshalb muss der Schädiger auch hier darlegen und ggf. beweisen, dass dem Geschädigten mühelos eine ohne weiteres zugängliche günstigere und gleichwertige Reparaturmöglichkeit offensteht, auf die er sich im Rahmen seiner Schadensminderungspflicht gem. § 254 Abs. 2 BGB verweisen lassen muss. Diesen Nachweis hat der Unfallschädiger vorliegend geführt.

Nach den eindeutigen Feststellungen des gerichtlichen Sachverständigen ist zunächst davon auszugehen, dass es sich bei der „Smart-Repair-Methode“ um eine gleichwertige, aber günstigere Möglichkeit zur Reparatur des Sachschadens am beschädigten Pkw handelt. Auch wurde dem Geschädigten eine Spezialwerkstatt genannt, die sich seit 1997 auf das lackschadenfreie Ausbeulen spezialisiert hat und qualitativ hochwertige Arbeit leistet sowie für den Unfallgeschädigten mühelos und ohne weiteres zugänglich ist. Die Werkstatt befindet sich lediglich in einer Entfernung von etwa 2,5 km vom Wohnsitz des Geschädigten, so dass die Werkstatt in einer bequem zu erreichenden Entfernung liegt.

Der Unfallgeschädigte hätte danach selbst Umstände darlegen und ggf. beweisen müssen, warum diese Reparaturmethode nicht zumutbar ist. Da das Fahrzeug älter als drei Jahre ist, hätte der Geschädigte – etwa unter Vorlage des Scheckhefts, der Reparaturrechnungen oder durch Mitteilung der Reparatur- bzw. Wartungstermine – darlegen müssen, dass das Fahrzeug stets in einer markengebundenen Reparaturwerkstatt repariert bzw. gewartet wurde. Das hat der Geschädigte trotz entsprechenden Hinweises nicht getan.

LG Saarbrücken, Urteil vom 24.9.2010, Az. 13 S 216/09

 

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