Eine Versicherung ist zum Ersatz eines aus einem Ausweichmanöver wegen drohenden Wildschadens herrührenden Unfallschadens verpflichtet, wenn mit hinreichender Sicherheit nachgewiesen werden kann, dass die Kollision tatsächlich aus dem Versuch der Vermeidung eines Wildunfalls herrührt. Es kann dahinstehen, ob die damit verbundene Gefährdung des versicherten Fahrzeuges objektiv erforderlich und geboten war, da Fehleinschätzungen des Fahrers über die drohende Gefahr und deren Abwendbarkeit bis zur Grenze der groben Fahrlässigkeit für die Anspruchsentstehung unschädlich sind. Auch ein in einer Kollision mit einem Baum endendes abruptes Ausweich- und Bremsmanöver ist noch nicht als grob fahrlässig einzustufen, wenn sich dies als Fahrfehler oder reflexartiges Handeln darstellt.

LG Limburg, Urteil vom 17.02.2010, Az. 2 O 137/09