Die Entziehung der Fahrerlaubnis ist von der Fahrerlaubnisbehörde beim Erreichen von 18 Punkten zwingend und ohne Einbeziehung von Zumutbarkeitserwägungen vorzunehmen. Dies setzt rechtskräftig geahndete Verkehrsverstöße voraus. Für die Rechtsfolgen, die vom Gesetz an das Erreichen oder Überschreiten der Punkteschwellen geknüpft werden, kommt es aber auf den Tag der Begehung der zu bewertenden Tat an, nicht hingegen auf das Eintreten der Rechtskraft einer entsprechenden Sanktion. Maßgeblich ist allein, dass der Führerscheininhaber durch seinen Verstoß an einem bestimmten Tag 18 oder mehr Punkte erreicht. Hierfür ist eine spätere Tilgung von Punkten genauso unerheblich wie die Frage, ob die Tilgung vor oder nach dem Erlass der Entziehungsverfügung eingetreten ist.

OVG Sachsen, Beschluss v. 25.06.2010, Az. 3 B 65/10