Bei einer geringen Fahrleistung kann die Anmietung eines Ersatzwagens nicht erforderlich sein. Der Senat geht davon aus, dass ein tägliches Fahrbedürfnis von weniger als 20 km am Tag einen Anhaltspunkt für einen Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht darstellt. Eine ständige Verfügbarkeit des PKW für den nicht mehr im Berufsleben stehenden Geschädigten war bei der vom Schadensgutachter für erforderlich gehaltenen Reparaturdauer von 4 bis 5 Arbeitstagen nicht unbedingt erforderlich. Wenn die Anmietung eines Ersatzwagens nicht erforderlich war, steht dem Geschädigten regelmäßig eine Nutzungsausfallentschädigung zu. Nach der BGH-Rechtsprechung kann demjenigen Geschädigten, der Ersatz für einen Mietwagen nicht beanspruchen kann, ein Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung zustehen. Dieser Anspruch kann auch hilfsweise geltend gemacht werden.

OLG Hamm, Urteil vom 23.01.2018, Az. 2018 – I-7 U 46/17