Bei der Kollision eines Fahrzeugs mit einem Fußgänger haftet der Fahrzeughalter aus Gefährdungshaftung grundsätzlich zu 100% und trägt die Beweislast für ein Mitverschulden des Fußgängers. Nach der ständigen BGH-Rechtsprechung darf der Ersatzanspruch des Fußgängers, den im Gegensatz zu den Fahrzeughalter keine Gefährdungshaftung trifft, gem. § 9 StVG, § 254 BGB nur gekürzt werden, wenn feststeht, dass er den Schaden durch sein Verhalten mitverursacht oder mitverschuldet hat. Die Haftungsverteilung würde selbst dann nicht anders ausfallen, wenn sich das Erstgericht keine Überzeugung gebildet hätte, für wen „Rot“ und für wen „Grün“ galt.

OLG München, Urteil vom 12.01.2018, Az. 10 U 1616/17