Mit PnD3 serienreif in die Zukunft

Die flexible PnD3-Architektur ermöglicht einen modularen Umfang von einfachen bis zu hochkomplexen Anwendungsfällen, sowohl für Pkw als auch Nutzfahrzeuge. Damit macht Marquardt die Keyless-Go-Technologie via Handy massentauglich und kostengünstig. Neben der Standardkonfiguration ist die Zahl der UWB-Module variabel und auch die Bereitstellung von NFC und BLE wählbar. Mit dem Software Development Kit (SDK) lassen sich unbegrenzte Smartphone-Anwendungen auf das Design der Fahrzeughersteller anpassen. Das zentrale, einfach integrierbare Steuergerät (ECU) bietet Marquardt in einem skalierbaren kompakten Design und als wasserdichte Variante speziell für Nutzfahrzeuge an. Weitere Komponenten im Zusammenspiel sind Wegfahrsperren, Sensoren für Türgriffe oder Ladeklappen bei E-Fahrzeugen.

Sicherheit und Anwendernutzen im Fokus

Die Sicherheit vor Hacker-Angriffen stand bei der Entwicklung der PnD3-Plattform im Vordergrund. Den Kern bildet dabei die neue Ultra-Wideband-Technologie nach dem Car Connectivity Consortium Standard (CCC), der seit 2019 von Apple und anderen Smartphone-Herstellern unterstützt wird. Er ermöglicht die cyber-sichere Ablage des digitalen Fahrzeugschlüssels im Smartphone – und eröffnet im Zusammenspiel mit der präzisen UWB-Fahrer-Lokalisierung vollkommen neue Anwendungsmöglichkeiten. „Wir haben früh in die UWB-Technologie investiert und verfügen deshalb über ein sehr tiefes Fachwissen“, erläutert Wolfgang Stehle, Head of Product Segment „Entry and Authorization Systems“ bei Marquardt. „So erreichen wir mit einer geringeren Anzahl von UWB-Modulen am Fahrzeug dank unseres Algorithmus eine sichere und schnellere Lokalisierung des Smartphones in Fahrzeugnähe. Und aus der hundertprozentigen Kompatibilität all unserer Komponenten resultieren optimal synchronisierte Abläufe – auch in kritischen Situationen.“ Marquardt verfügt als TIER1-Lieferant über langjährige Kompetenz bei Car Access Systemen. Bereits 2001 hat Marquardt das erste Keyless-Go-System vorgestellt, 2019 präsentierten die Spezialisten das erste sichere UWB-System.

Künftig Standard: digitales Key-Sharing

Dank der Einbindung des Smartphones in die Fahrberechtigungssysteme können mithilfe der UWB-Technologie künftig auch Gesten erkannt werden. Ohne den Einsatz von zusätzlichen Sensoren können damit Fenster, Türen oder der Kofferraum geöffnet werden. „Die Möglichkeit, den Digital Key per ‚Key-Sharing‘ einfach, aber sicher digital zu teilen, bietet zudem eine rasche Hilfe bei einem verlorenen Schlüssel – Autovermietern oder Flottenmanagern vereinfacht es die Aus- und Rückgabe der Fahrzeuge erheblich“, so Jörg Fischer, Global Product Line Manager Smart Access. Ebenso könnten Lieferdienste bestellte Waren direkt im Fahrzeug ablegen. 2022 werden die ersten Hersteller-Fahrzeuge mit dem neuen PnD3-System ausgeliefert, die Serienproduktion bei Marquardt startete bereits Ende 2020.