Mit Blick auf städtische Infrastrukturen von Morgen rückt der Begriff der Smart City unweigerlich in den Fokus. Er beschreibt die Entwicklung verschiedener Konzepte zur Gestaltung effizienter und technologisch fortschrittlicher Städte und wird urbane Räume in den kommenden Jahren prägen.

 

Dem unter diesen Sammelbegriff fallenden Bereich der E-Mobilität hat sich die EnBW, eines der größten Energieunternehmen in Deutschland und Europa, verschrieben und nimmt dabei gleich zwei Rollen ein: zum einen die des Betreibers eines umfassenden Ladeinfrastruktur-Netzes für den öffentlichen Raum, zum anderen die des Providers, der es Kunden schon heute ermöglicht, mehr als 30.000 Ladepunkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem einheitlichen Tarif zu nutzen.

 

Mehr als nur Vision

 

Welche Bedeutung Themen wie Smart City oder im speziellen E-Mobilität bei der Neuausrichtung des Unternehmens als Infrastruktur-Dienstleister einnehmen, unterstreicht das Innovationsprojekt SMIGHT. Seit über fünf Jahren arbeitet das Team des Corporate Startups an der Vision digital vernetzter Städte und entwirft dazu hard- und softwarebasierte IoT-Lösungen. Dazu zählt die Nutzbarmachung von Sensordaten durch deren Management und Visualisierung, beispielweise für die Verkehrs- und Parkraumüberwachung oder die Erhebung von Stromnetzdaten für Netzbetreiber. Neben der Integration eigener Technologien in Bestandsinfrastrukturen wie intelligente Straßenlaternen oder Ortsnetzstationen fokussiert die EnBW mit SMIGHT auch die Eigenentwicklung ganzer Ladesäulen, die sich vom bestehenden Markt durch Funktion und Design abheben.

 

Dazu stellten die Projektentwickler von Beginn an hohe Anforderungen bezüglich der Beschaffenheit der Säulen, sowohl äußerlich als auch bei der Zusammenstellung der technischen Komponenten. „Es war uns vor allem wichtig, kein Billig-Produkt anzubieten, sondern eines, das durch Qualität, zuverlässigen Betrieb und Langlebigkeit überzeugt und darüber hinaus mehr ermöglicht als bestehende Lösungen am Markt“, hält Marco Masur, Produktmanager bei der EnBW, fest. Als junges Startup mit neuem Geschäftsfeld war SMIGHT dazu auf Partner mit Erfahrung und vielseitigen Kompetenzen angewiesen, die Spelsberg mit seiner langjährigen Erfahrung als Gehäusespezialist vorweisen konnte.

 

Know-how aus dem Hause Spelsberg

 

Das Familienunternehmen Spelsberg bietet seinen Kunden eine Vielzahl an Dienstleistungen und Produkten rund um die Fertigung von Gehäusen und deren Bestückung – und das unter einem Dach. Die Kompetenzkette reicht dabei von der Beratung über die Entwicklung und Produktion bis hin zur Prüfung und Zertifizierung. Am Ende des Prozesses stehen unterschiedliche Varianten an Standardgehäusen, kundenspezifische Designs oder komplett verdrahtete Kundenlösungen zur Serienfertigung. Bei ihnen allen gewährleistet Spelsberg ein höchstes Maß an Sicherheit und Qualität.

 

Die Zusammenarbeit zwischen SMIGHT und Spelsberg ergab sich bereits in einer frühen Phase des Innovationsprojekts und konnte daraufhin fortlaufend vertieft werden: „Im Bereich der Netzanschlusstechnik war die EnBW seit längerem mit Spelsberg in Kontakt. Bei einem unserer ersten Projekte, der Entwicklung intelligenter Straßenlaternen, kamen Spezialanfertigungen aus dem Hause Spelsberg zum Einsatz. Die enge und partnerschaftliche Geschäftsbeziehung konnten wir dann im Aufbau des neuen Geschäftsmodells weiter ausbauen“, erklärt Oliver Deuschle, Geschäftsführer bei SMIGHT.

 

Individuell und flexibel

 

Auf die Idee, eine eigene Ladesäule auf den Markt zu bringen, folgte die gemeinsame Umsetzung. Bereits während des Aufbaus mehrerer Prototypen begleitete Spelsberg den Prozess und konzipierte gemeinsam mit der EnBWund SMIGHT mögliche Ausarbeitungen der späteren Anlage. Auf Grundlage eines Master-Entwurfs, der durch den Energieversorger und einen weiteren Partner erarbeitet wurde, plante Spelsberg die Zusammensetzung aller Komponenten in einem Gehäuse. „Es war herausragend, wie individuell anpassbar die einzelnen Produkte bei Spelsberg sind und wie flexibel man auf unsere speziellen Anforderungen an die Anlage reagierte“, betont Marco Masur. Neben der technischen Umsetzung und der Belieferung von Bauteilen konnte Spelsberg vor allem im Bereich der Einhaltung aller Normen und Regularien einen reibungslosen Prozess gewährleisten. Im hauseigenen, zertifizierten Prüflabor stellt Spelsberg die Funktionalität seiner Produkte sowie die geltenden Standards nach VDE und UL sicher. „Im Bereich der E-Mobilität gilt es, eine Vielzahl an Normen und Regularien durch das Eichrecht einzuhalten. Wir mussten uns sicher sein, ein Produkt zu entwickeln, das eben diesen Vorgaben umfänglich entspricht, um keine Überraschungen am Markt zu erleben. Auch hier hatten wir in Spelsberg einen kompetenten Ansprechpartner, der uns zielführend begleitet hat“, sagt Marco Masur.

 

Lösungsorientiert in die Zukunft

 

Heute profitieren E-Autofahrer im öffentlichen Raum von einzigartigen Ladesäulen, die sowohl optisch als auch technisch überzeugen – und das in bereits zweiter Generation. Schon in der ersten Ausführung stellten zwei Anschlüsse pro Ladepunkt ein Novum am Markt dar. Die neue Generation gewährleistet darüber hinaus den barrierefreien Zugang nach DIN 18040-3. Zum einen wurden die Höhen der Steckereinheiten und des gut ablesbaren Displays so angepasst, dass diese auch von Rollstuhlfahrern erreichbar sind, zum anderen ist die gesamte Bedieneinheit um bis zu 15 cm unterfahrbar und erfüllt damit die Norm. Auch Wartungsarbeiten lassen sich an den Ladesäulen mühelos vornehmen. Der EnBW war es ein wichtiges Anliegen, dass alle Bauteile für jeden Elektriker leicht verständlich und austauschbar sind, was dank der detaillierten Planung durch Spelsberg möglich wurde.

 

Zukünftig werden die SMIGHT-Ladesäulen im ganzen Bundesgebiet aufgestellt und ein deutschlandweites Netz aus Ladeinfrastruktur bilden. Doch damit ist das Projekt für die EnBW und Spelsberg noch lange nicht abgeschlossen. Die Ladesäulen unterliegen kontinuierlichen Weiterentwicklungen, um fortlaufend am Markt bestehen zu können. Gleichzeitig gilt es, die Produktionskapazitäten zu erhöhen, damit die große Nachfrage bedient werden kann. Hinzu kommen mögliche Neuentwicklungen im Bereich der Schnellladepunkte. Die EnBW wird dabei auch weiterhin auf die konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Spelsberg setzen. „Mit Spelsberg haben wir den für uns bestmöglichen Sparringspartner gefunden, um auch in Zukunft ein Optimum im Sinne des Kunden zu schaffen. Beide Seiten können dabei ihre Stärken ausspielen – die EnBW und SMIGHT mit dem Gehör am Markt und Kunden sowie Spelsberg mit seiner Entwicklungs- und Produkt-Kompetenz“, schließt Oliver Deuschle.