Der VW XL1 ist extrem sparsam, aber auch extrem unpraktisch und extrem teuer. Künftig könnte seine Antriebstechnik aber auch ganz alltägliche Autos zu Effizienzmeistern machen – etwa den Kleinstwagen Up. Als Studie Twin Up zeigt sich der Stadtflitzer mit Diesel-Hybridantrieb nun auf der Tokyo Motor Show.

Für sparsames Vorankommen sorgt im Twin Up die aus dem XL1 bekannte und leicht modifizierte Antriebseinheit. Die Rolle des Verbrenners übernimmt ein 0,8 Liter großer Zweizylinder-Selbstzünder mit 35 kW/48 PS, der an einen gleich starken Elektro-Motor gekoppelt ist. Die Systemleistung liegt bei 55 kW/75 PS – mehr hat auch der Serien-Up mit Dreizylinder-Benziner nicht zu bieten.

Lediglich 1,1 Liter Diesel soll der Kleinstwagen auf den ersten 100 Kilometer verbrauchen, rein elektrisch fährt der Twin Up immerhin 50 Kilometer. Rechnerisch liegt die Reichweite des Hybriden bei enormen 1.050 Kilometern. Die Fahrleistungen sind dabei für den Stadtverkehr durchaus angemessen: Tempo 60 ist nach 8,8 Sekunden erreicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt im Elektrobetrieb bei 125 km/h, im Hybridmodus bei 140 km/h.

Von außen unterscheidet sich der Up mit dem Doppel-Antrieb quasi nicht von seinen konventionellen Brüdern, innen bietet er ebenfalls Platz für vier Passagiere. Der Akku mit einer Leistung von 8,6 kWh ist im Unterboden eingebaut. Auf teure Leichtbaumaterialien wie beim XL1 verzichteten die Ingenieure beim Up, daher steigt das Leergewicht auf stattliche 1,2 Tonnen.

Ein wirkliches Sparauto wird der Up Twin – wenn er denn kommen sollte – aber nicht werden. Zwar nennt der Hersteller keinen Preis für den innovativen Stadtfloh, dass er allerdings deutlich mehr als das doppelte eines konventionellen Modells (ab ca. 10.000 Euro) kosten dürfte, scheint sicher. Und so viel dürften selbst Vielfahrer über den Sprit nur schwer herausfahren können. Immerhin gäbe es für das Geld reichlich Exoten-Faktor und ein reines Gewissen bei seltenen Tankstellen-Besuchen.