Zudem muss individuell abgewogen werden, ob der Antrieb zum Fahrprofil passt. Die Hälfte der Dienstwagenfahrer ist überzeugt: Für Vielfahrer gibt es keine Alternative zum Diesel. Der Kenntnisstand zu alternativen Antriebsarten ist bei den Dienstwagenfahren allerdings nicht überdurchschnittlich ausgeprägt. Nur die Hälfte hat sich mit E-Autos und Plug-In-Hybriden intensiv beschäftigt oder wenigstens schon viel davon gehört bzw. gelesen.

Interessant ist ferner die Wahl der Karosserieform. Früher konnte bei Dienstwagen i.d.R. zwischen Limousinen, Kompakt-wagen und Kombis gewählt werden. Dann eroberten die Vans den Markt und werden seit einigen Jahren von den SUV abgelöst. Diese nehmen zwischenzeitlich den größten Anteil bei den Neuzulassungen ein. Fragt man aber die Dienstwagenfahrer, welche Karosserieform bei ihrem nächsten Dienstwagen gewählt würde, so antwortet die Mehrheit mit „Kombi“. Erst mit einigem Abstand dahinter folgen die SUV. 

[Kommentierungen zu den Grafiken:] 

  • Rahmenbedingungen für Dienstwagenfahrer nicht einfach: Elementar für die Nutzung elektrifizierter Pkw sind die Lademöglichkeiten: 31% der Dienstwagenfahrer können/könnten ihren Angaben zufolge zu Hause laden, 40% am Arbeitsplatz. Die Entscheidung für oder gegen ein rein batterieelektrisches Fahrzeug (BEV) oder einen Plug-In-Hybriden (PHEV) ist zudem von deren Steuervorteilen abhängig. Hier fürchten 47%, dass diese in naher Zukunft wegfallen könnten. Ebenso viele der Befragten gaben an, wegen langer Lieferzeiten ihren jetzigen Pkw länger als geplant zu fahren.
  • Dienstwagen mit Verbrenner weiterhin gefragt: Die Wahl der Motorart würde beim nächsten Dienstwagen zu 24% auf einen Benziner und zu 26% auf einen Diesel fallen – so die Angaben der Dienstwagenfahrer aus der DAT-Befragung im Juni 2022. Damit würde immer noch die Hälfte der Dienstwagenfahrer einen Verbrenner wählen. Weitere 26% würden sich für einen Plug-In-Hybrid (PHEV) entscheiden, 6% für einen Vollhybrid (HEV) und 17% für ein reines E-Auto (BEV). Deutlich anders wäre die Verteilung, wenn die Steuervorteile entfallen würden: Der Verbrenneranteil würde um sieben Prozentpunkte auf 57% steigen (27% Benziner und 30% Diesel), PHEV würde nur noch zu 10% gewählt, HEV zu 12%, und BEV würden auf 19% steigen.
  • Diesel für Vielfahrer bleibt alternativlos: Dienstwagenfahrer legen laut der im Juni 2022 durchgeführten DAT-Befragung durchschnittlich 29.000 km pro Jahr zurück. Dies hat großen Einfluss auf die Wahl der nächsten Antriebsart: Liegt die Fahrleistung unter 20.000 km pro Jahr, entfallen gut 36% auf Benziner, 31% auf Plug-In-/Vollhybride, 19% auf E-Autos und nur 13% auf Diesel. Bei Viel-fahrern mit einer Jahresfahrleistung von über 40.000 km fiele die Wahl zu 50% auf Diesel, 28% würden sich für einen Plug-In-/Vollhybrid entscheiden, 14% für einen Benziner und nur 8% für ein E-Auto. Apropos Vielfahrer: 49% aller Dienstwagenfahrer sind davon überzeugt, dass es für Vielfahrer aktuell keine Alternative zum Diesel gibt.
  • Wissen um alternative Antriebsarten noch ausbaufähig: Der Kenntnisstand zu alternativen Antriebsarten ist unter den Dienstwagenfahrern eher durchschnittlich. Gut jeder Fünfte hat sich mit E-Autos oder Plug-In-Hybriden bereits intensiv beschäftigt bzw. fährt aktuell einen solchen Antrieb. Viel von E-Autos (BEV) gehört oder gelesen haben 37%, 31% der Befragten bestätigten dies bei Plug-In-Hybriden (PHEV). Einen niedrigen Kenntnisstand haben 30% bei PHEV, 26% bei BEV. Relativ unwissend bei alternativen Antrieben insgesamt ist etwa jeder Fünfte.
  • Platz ist Trumpf: Laut der im Juni 2022 durchgeführten DAT-Befragung unter den Dienstwagenfahrern in Deutschland ist die beliebteste Karosserieform der Kombi. So würden 43% und damit die einfache Mehrheit der Dienstwagenfahrer bei ihrem nächsten Pkw einen Kombi wählen. Knapp ein Drittel (31%) würde dagegen lieber einen SUV oder einen Geländewagen wählen. Für eine Stufen- oder Schrägheck-Limousine würden sich dagegen 20% der Dienstwagenfahrer entscheiden, die verbleibenden 6% entfallen auf andere Formen. Je nach Firmenwagen-Policy können bei den Dienstwagenberechtigten natürlich auch bei dieser Entscheidung gewisse Einschränkungen vorhanden sein.

 

Methodik: Das DAT-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär-/sekundärspezifischen Automarkt-Daten. Die Befragung von Dienstwagenfahrern (Juni 2022) im Auftrag der DAT durch die GfK umfasst eine Stichprobe von 251 Online-Interviews (CAWI). Die Feldzeit war 23.05. bis 07.06.2022, die Datengewichtung erfolgte nach Besitzverhältnis (Kauffuhrpark/Leasing).