Der allgemeine Trend zu elektrischen Fahrzeug-Alternativen ist unumstritten. Im Jahr 2020 hat der weltweite Bestand an E-Fahrzeugen die 10-Millionen-Marke1 (batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEV)) erreicht, was einem Anstieg von 43% gegenüber 2019 entspricht. Im Jahr 2021 waren 37,6% der neu zugelassenen Pkw in Europa elektrisch aufladbar, 19,6% machten Hybridelektrofahrzeuge aus, verglichen mit 11,9% im Jahr 20202. Laut McKinsey spielt Europa eine wichtige Rolle und ist auf dem Weg, China und die USA in Bezug auf elektrisch aufladbare Fahrzeuge zu überholen3. Die International Energy Agency (IEA) stellt im “Global EV Outlook 2021”4 fest, dass Europa eine Vorreiterrolle bei der weltweiten Elektrifizierung der Automobilindustrie einnimmt. 

Dieses Wachstum wurde vor allem durch zwei politische Entscheidungen in Europa maßgeblich vorangetrieben. Zum einen begrenzen die CO2-Emissionsnormen der Europäischen Union den durchschnittlichen CO2-Ausstoß pro gefahrenem Kilometer bei Neuwagen. Zum anderen stieg die Zahl der Subventionsprogramme für Elektrofahrzeuge, die in erster Linie aus finanziellen Anreizen zur Unterstützung des Kaufs bestehen, als Teil der Konjunkturpakete vieler europäischer Regierungen. Diese Initiativen sollen den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie entgegenwirken und die umweltfreundliche sowie nachhaltige Mobilität fördern.

Grenzüberschreitender Handel und Plattformerkeffekt von AUTO1.com

AUTO1.com kauft und vermarktet aktiv Fahrzeuge in über 30 Ländern in Europa. Registrierte Partner profitieren vom grenzüberschreitenden Handel, lokalen Preisunterschieden und der großen Auswahl des europäischen Fahrzeugbestands. Denn dadurch sind BEVs, HEVs und PHEVs nicht auf den lokalen Handel beschränkt, da sich Angebot und Nachfrage in den verschiedenen Ländern drastisch unterscheiden können. 

Dies spiegelt sich auch im europäischen Handel mit BEVs, HEVs und PHEVs über AUTO1.com wider. Im Jahr 2021 wurden fast 80% der Elektrofahrzeuge grenzüberschreitend gehandelt, was vor allem auf Unterschiede bei Angebot, Nachfrage und im Preisniveau in den verschiedenen Märkten zurückzuführen ist.

Betrachtet man die einzelnen Märkte, so zeichnet sich deutlich ein unterschiedliches Niveau der Nachfrage ab. Im Jahr 2021 registrierete AUTO1.com die höchste Nachfrage nach Elektro- und Hybridfahrzeugen in Dänemark, Finnland und den Niederlanden. Laut ACEA5 gibt es bestimmte Faktoren, wie beispielsweise die Anzahl der Ladestationen pro 100km, die mit den lokalen Marktbedingungen für alternativ angetriebene Fahrzeuge korrelieren. So befanden sich von den 259.884 Ladepunkten, die 2021 in der Europäischen Union zur Verfügung standen, mehr als 30% in den Niederlanden (82.172), was eine Erklärung dafür ist, warum in Ländern mit einer fortgeschrittenen Infrastruktur für E-Fahrzeuge eine höhere Nachfrage zu beobachten ist6. Darüber hinaus sorgt die Besteuerung auf Gebrauchtwagenimporte in skandinavischen Ländern, wie Dänemark, und Finnland für eine unterschiedliche Nachfrage. Länder wie Deutschland unterstützen den Kauf eines E-Fahrzeugs mit hohen Subventionen, um die CO2-Emissionsstandards der Europäischen Union zu erfüllen. Kunden und Unternehmen können diese Subventionen nur beim Kauf eines Neuwagens in Anspruch nehmen7. Darüber hinaus werden Unternehmen, aufgrund staatlicher Vorschriften und Vergünstigungen, jedes Jahr stärker dazu angehalten, ihren Anteil an alternativen Antriebsarten zu erhöhen.

Zusammensetzung des Bestands

Im Jahr 2021 waren die drei häufigsten Marken bei den auf AUTO1.com gehandelten E-Fahrzeugen Toyota, Tesla und Volkswagen. Dabei sind in den meisten europäischen Ländern, in denen AUTO1.com aktiv ist, die Hybrid-Modelle von Toyota die beliebtesten Fahrzeuge, die auf der Plattform gehandelt werden. Toyota behauptete auch im zweiten Jahr in Folge seine Führung bei den weltweiten Fahrzeugverkäufen im Neuwagensegment gegenüber dem ehemaligen Branchenführer Volkswagen. Da der Gebrauchtwagenmarkt dem Neuwagenmarkt folgt, lassen sich auf AUTO1.com mit leichter Verzögerung ähnliche Verhältnisse der Marktanteile beobachten. 

Im Jahr 2021 machten Fahrzeuge, die zwischen einem und fünf Jahre alt waren, fast 60% aller auf AUTO1.com gehandelten BEVs, HEVs und PHEVs aus. Rund 40% aller gehandelten Elektrofahrzeuge hatten eine Laufleistung zwischen 10.000 und 50.000km. Dies zeigt deutlich, dass der europäische Gebrauchtwagenbestand an elektrisch aufladbaren Pkws immer noch aus jüngeren Fahrzeugen im Vergleich zu traditionellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor besteht. Daher können wir auch auf AUTO1.com beobachten, dass mehr E-Fahrzeuge in jüngeren Fahrzeugsegmenten gehandelt werden. 

Betrachtet man die verschiedenen Einlieferer von AUTO1.com, so haben Hersteller, Vermiet- und Leasingunternehmen einen höheren Anteil an E-Fahrzeugen in ihrem Fahrzeugportfolio als Autohäuser. Hersteller, Vermiet- und Leasingunternehmen steuern ihre Fahrzeuge in der Regel nach wenigen Monaten aus. Diese kurze Zeitspanne zeigt, dass die Bestandszusammensetzung dieser Unternehmen den Trends auf dem Neuwagenmarkt folgt, was zu einer jüngeren Fahrzeugflotte führen kann. Dies führt dazu, dass ältere Fahrzeuge gehandelt werden und somit der Anteil der E-Fahrzeuge im klassischen Gebrauchtwagenhandel noch geringer ist. Des Weiteren haben Hersteller, aufgrund hoher staatlicher Subventionen und anderer Vorschriften, in den vergangenen Jahren mehr neue E-Fahrzeugmodelle produziert, was sich unmittelbar in den Vertriebsportfolios widerspieglt.

AUTO1.com-Händlerbefragung unterstreicht die wachsende Bedeutung von Elektrofahzeugen im Gebrauchtwagenmarkt

Im Januar 2022 führte AUTO1.com eine Online-Umfrage unter mehr als 16.700 teilnehmenden Partnern zu den gehandelten gebrauchten E-Fahrzeugen im Jahr 2021 und ihren Erwartungen für 2022 durch. Die Ergebnisse zeigen, dass 34% der Teilnehmer mindestens ein gebrauchtes Elektrofahrzeug im Jahr 2021 verkauft haben und 43% erwarten, dass sie ebenfalls mindestens ein gebrauchtes E-Fahrzeug im Jahr 2022 verkaufen werden. Im Jahr 2021 haben mehr Vertragshändler E-Fahrzeuge verkauft als unabhängige Händler, wobei 70% der Vertragshändler und 31% der unabhängigen Händler mindestens ein gebrauchtes Elektrofahrzeug verkauften. Etwa ein Drittel der Vertragshändler verkauften im selben Jahr sogar mindestens 20 gebrauchte E-Fahrzeuge, während nur 6% der unabhängigen Händler so viele Einheiten verkauften. 

Die Antworten der Händlerumfrage von AUTO1.com zeigen, wie auch die europäischen Studien zur Elektromobilität, dass Händler in den nordeuropäischen Ländern (Schweden, Dänemark, Finnland) und den Niederlanden im Jahr 2021 anteilig mehr gebrauchte E-Fahrzeuge verkauft haben als in anderen europäischen Ländern. Fast 60% der nordeuropäischen Händler und 47% der niederländischen Händler haben im vergangenen Jahr mindestens ein gebrauchtes Elektrofahrzeug verkauft, der europäische Durchschnitt liegt hier lediglich bei 34%. Während 2% der europäischen Händler im Durchschnitt mehr als 100 E-Fahrzeuge verkauften, waren es in den nordeuropäischen Ländern mit 14% sogar das Siebenfache der Händler. Für 2022 erwarten rund 18% der nordeuropäischen Händler, dass sie mindestens 100 E-Fahrzeuge verkaufen werden. 

Bereitschaft zum Handel mit E-Fahrzeugen steigt in allen europäischen Märkten

Mit Ausnahme der nordeuropäischen Länder und der Niederlande unterschieden sich die Ergebnisse der Umfrage zu den Elektrofahrzeugen zwischen den einzelnen Ländern nicht wesentlich. Was den Verkauf von mindestens einem E-Fahrzeug im Jahr 2021 betrifft, so liegen die Händler in Belgien (37%), Italien (38%) und den Niederlanden (47%) über dem EU-Durchschnitt (34%), während Deutschland (33%) und Frankreich (32%) leicht darunter liegen, ebenso wie Spanien (29%) und Polen (20%). Was die für dieses Jahr erwarteten Einheiten betrifft, so liegen Belgien (46%), die Niederlande (56%) und Italien (44%) über dem europäischen Durchschnitt von 43%, was den Handel mit mindestens einem Elektrofahrzeug betrifft. In Deutschland (35%), Spanien (39%), Frankreich (41%) und Polen (29%) liegen die Erwartungen unter dem EU-Durchschnitt. Es ist zu beobachten, dass der Übergang zu E-Fahrzeugen in einigen Ländern noch eine Herausforderung darstellt, da die Zahlen, je nach Markt, variieren. Eine Beschleunigung des Trends zu Elektrofahrzeugen ist bei der Betrachtung der Neuzulassungen zu erkennen.  

„Die Trends, die wir auf dem Neuwagenmarkt beobachten, übertragen sich früher oder später immer auf den Gebrauchtwagenmarkt: Die Neuwagen von heute sind die Gebrauchtwagen von morgen. Als größte Handelsplattform für Gebrauchtwagen in Europa sehen wir daher die allgemeinen Markttrends natürlich auf unserer Plattform widergespiegelt. Je jünger die Autos sind, desto höher ist der Anteil der Elektrofahrzeuge. Wir können außerdem beobachten, dass E-Fahrzeuge nun in relevanten Mengen auf dem Gebrauchtwagenmarkt ankommen. In Zusammenarbeit mit dem Handel passen wir stetig unsere Dienstleistungen und Lösungen den aktuellen Entwicklungen an. Deshalb haben wir unsere AUTO1 EVA-App und alle Systeme mit spezifischen Informationen zu E-Fahrzeugen aktualisiert, wie beispielsweise ergänzende Informationen zur Batterie. Die App deckt nun alle notwendigen Felder und Datenpunkte für die Digitalisierung, das Pricing und damit den erfolgreichen Handel von elektrisch aufladbaren Fahrzeugen ab“, sagt Denis Belan, Director Remarketing Germany AUTO1.com.

„Mit der steigenden Anzahl alternativ angetriebener Fahrzeuge in Europa werden diese als Gebrauchtwagen über AUTO1.com an mehr als 60.000 registrierte Partner gehandelt. Es freut uns, dass die Bereitschaft zum Handel mit E-Fahrzeugen europaweit zunimmt und wir als verlässlicher Partner zum einfachen und digitalen Gebrauchtwagenhandel von Elektrofahrzeugen beitragen können. Mit uns erhalten Händler Zugang zum europäischen B2B-Gebrauchtwagenmarkt und können an der Transformation der Automobilbranche teilhaben. Händler in ganz Europa können jederzeit auf einen vielfältigen Bestand zurückgreifen, der auch einen steigenden Anteil an gebraucht Elektrofahrzeugen beinhaltet“, Robert Lasek, Vice President AUTO1 Group and Managing Director AUTO1.com.