Davon ist im Fall von Lackierungsarbeiten auszugehen, denn eine gründliche Reinigung ist erforderlich, um die Haftung des Lacks zu gewährleisten und Einschlüsse von Schmutzpartikeln im oder unter dem Lack zu verhindern. Dies gilt auch im Hinblick auf die Reinigung des Innenraums, wenn er durch die Schleifvorgänge zur Vorbereitung der Lackierungsarbeiten verschmutzt worden ist. Der Schädiger trägt das Werkstattrisiko. Dies bedeutet, dass der Geschädigte die Reparaturrechnung nicht im Hinblick auf jede Einzelposition durchleuchten muss. Vielmehr ist es ausreichend, wenn er sich auf eine an seinen Erkenntnismöglichkeiten als verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch orientierten Plausibilitätskontrolle beschränkt. Nur, wenn ihm in diesem Rahmen auffallen muss, dass bestimmte Positionen zur Schadensbeseitigung nicht erforderlich oder zweckmäßig gewesen sein können, darf er diese nicht blindlings bezahlen und an den Schädiger durchreichen.

AG Bergisch Gladbach, Urteil vom 10.03.2022, Az. 66 C 11/22