Lässt das Gericht auf Antrag des Betroffenen oder von Amts wegen die konkrete Geschwindigkeitsmessung durch einen Sachverständigen überprüfen, bedarf es keiner Einsicht in nicht zum Aktenbestandteil gewordener Unterlagen und Daten mehr. Denn das verfolgte Ziel der Herbeiführung einer sachverständigen Überprüfung des Messergebnisses hat der Betroffene damit bereits erreicht. Daher kann sich der Anspruch auf Einsicht in nicht zum Aktenbestandteil gewordene Unterlagen und Daten zu der Messung regelmäßig nur unter dem Gesichtspunkt der Auseinandersetzung mit dem eingeholten Gutachten ergeben. Eine entsprechende Verfahrensrüge greift allerdings nur dann durch, wenn die persönliche Vernehmung des Sachverständigen beantragt und dieser zu dem ihm bekannten Inhalt der Unterlagen und Daten, deren Beiziehung für erforderlich gehalten wird, befragt worden ist.

OLG Zweibrücken, Beschluss vom 10.03.2022, Az. 1 OWi 2 SsRs 107/21