Der eigenmächtige Einbau einer Ladestation (Wall-Box nebst Aufputz-Verkabelung) für ein Elektroauto in der Tiefgarage einer Wohnungseigentums-Anlage (WEG) stellt eine bauliche Veränderung dar. Diese ist nicht von § 21 Abs. 5 Nr. 6 WEG (a.F.) gedeckt; insoweit besteht keine Duldungspflicht. Bereits das Verlegen des Stromkabels und die Verbindung mit dem Hausanschluss stellen einen nicht unerheblichen Nachteil für die übrigen Eigentümer dar. Ein Tiefgaragenstellplatz ohne Wallbox ist voll nutzbar, wenn auch nur für Fahrzeuge, die nicht ausschließlich mit Elektromotor betrieben werden. Außerdem muss die WEG damit rechnen bei Duldung des eigenmächtigen Vorgehens, dass weitere Eigentümer dem Beispiel folgen könnten. Auch im Vorgriff auf § 20 Abs. 2 WEMoG muss das Verfahren weder ausgesetzt noch die Ladestation geduldet werden.

LG Düsseldorf, Urteil vom 04.08.2020, Az. 25 S 134/19

[Hinweis: Die Entscheidung ist vor Inkrafttreten des WEMoG und dem damit neu eingeführten Anspruch auf eine Ladestation nach § 20 WEG n.F. ergangen]