Der Umstand, dass bereits seit 2006 verschiedene Fahrzeuge des Klägers auf das Kennzeichen xx - x 0 zugelassen waren - und laut eigenen Angaben bereits seit den 1960er Jahren Fahrzeuge der Familie auf dieses Kennzeichen zugelassen waren - begründet keine schützenswerte Rechtsposition. Wie sich aus der Systematik des § 1 StVG und des § 8 FZV ergibt, handelt die Zulassungsbehörde bei der Zuteilung der Buchstaben- und Zahlenkombination des Kennzeichens rein hoheitlich und im öffentlichen Interesse, um die zweifelsfreie Identifizierung des Fahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr zu gewährleisten. Der Zulassungsinhaber erwirbt zwar Eigentum an dem von ihm zu beschaffenden Blechschild, dennoch handelt es sich bei dem amtlichen Kennzeichen allein um ein hoheitliches Merkmal des Fahrzeugs, an dem der Fahrzeughalter keinerlei Eigentumsposition erwirbt. Dies ergibt sich auch gerade aus der Möglichkeit, dass die Behörde ein Kennzeichen nach § 8 Abs. 3 FZV von Amts wegen ändern kann. Die Erwägung „kurze Kennzeichen“ für solche Fahrzeuge vorzuhalten, bei denen aus baulichen Gründen die Anbringung eines längeren Kennzeichens nicht in Betracht kommt, ist nicht willkürlich, sondern erfolgt aus einem sachlichen Grund, da es sich hierbei um eine verhältnismäßig kleine Anzahl von Kennzeichen handelt im Vergleich zur Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge. Das Ermessen der Zulassungsstelle ist auch nicht durch die vom Fahrzeughalter angeführte Reservierung des Kennzeichens xx - x 0 eingeschränkt. Eine Ermessensreduzierung auf Null und ein sich daraus ergebender Rechtsanspruch auf Zuteilung des Kennzeichens bestünde nur im Fall einer Zusicherung i. S. d. § 38 VwVfG NRW. Hierfür bestehen vorliegend keine Anhaltspunkte.

VG Aachen, Urteil vom 03.06.2020, Az. 10 K 1895/17