Der Wendevorgang ist dabei erst beendet, wenn sich das Fahrzeug wieder endgültig in den fließenden Verkehr eingereiht hat oder verkehrsgerecht am Fahrbahnrand oder an anderer Stelle abgestellt worden ist. Der Anscheinsbeweis greift im Grundsatz nicht nur im Falle einer Kollision der Fahrzeuge, sondern auch dann, wenn der Geschädigte die Gefahr erkannt, zur Schadensvermeidung ein Ausweichmanöver eingeleitet und dadurch zwar eine Kollision mit dem als Verkehrshindernis wahrgenommenen Verkehrsteilnehmer verhindert hat, im Rahmen des Ausweichmanövers indes anderweitig einen Schaden erlitten hat.

LG Wuppertal, Urteil vom 14.05.2020, Az. 9 S 201/19