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Anders als die Anderen?

0 2018-12-21 1383

Das Design des Opel Combo ist anders als die seiner fast baugleichen Brüder Citroen Berlingo und Peugeot Rifter eher schnörkellos gehalten. Der in der Langversion 4,75 Meter lange Hochdachkombi will optisch erst gar nicht verleugnen, dass er mehr ein Praktiker als ein Schöngeist ist und verzichtet gleich auf bunte Anbauteile oder Sportlichkeit vortäuschende kleine Lenkräder. Die Metallic-Lackierung in Sand-Grau (Aufpreis: 500 Euro) verleitet dagegen nicht unbedingt zu Jubelgesängen; ein satter Rotton dürfte dagegen dem Fahrzeug ein wenig „Farbe“ verleihen und kostet außerdem nichts extra.

Die XL-Version wird ausschließlich in der Ausstattungsstufe Edition ausgeliefert. Hier gehören zwei seitliche Schiebetüre für den Fond zum Serienumfang. Sie ermöglichen den hinteren Passagieren einen bequemen Zu- und Ausstieg. Vorne thront der Fahrer vanmäßig über dem Verkehrsgeschehen auf recht bequemen Gestühl, das allerdings bei längeren Touren durchaus mehr Halt geben könnte. Leider gibt es für den Combo nicht die sonst bei Opel im Angebot befindlichen rückengerechten AGR-Sitze.

Opel bietet für den Combo zwei Einzelsitze für die dritte Reihe an (Aufpreis: 750 Euro), so dass bis zu sieben Personen im Fahrzeug Platz nehmen können. Der Zugang zu den hintersten Plätzen gelingt dank der zwei seitlichen Schiebetüren vergleichsweise leicht, trotzdem sind sie am ehesten für die Jüngeren und Beweglicheren unter den Fahrgästen geeignet. Voll bestuhlt schmilzt das Kofferraumvolumen jedoch schneller als der Schnee zu Weihnachten. Baut man die zwei Sitze aus, fasst der Kofferraum zwischen 850 und 2.693 Liter. Reichlich Platz also.

Keine Überraschungen gab es beim Antrieb. 130 Pferdestärken kamen zum Einsatz. Der 1,5-Liter-Diesel mit 96 kW/130 PS stellt die Topmotorisierung im Opel Combo-Angebot dar. In unserem Testwagen sorgte zudem eine Achtgang-Automatik (Aufpreis: 2.100 Euro) für die Kraftübertragung. Diese wird über einen Drehschalter bedient.

Der Selbstzünder agierte im Normalfall erstaunlich leise, mit 300 Nm sind ausreichend Kraftreserven vorhanden. Der Standardspurt gelingt in 11,4 Sekunden. Die Motor-Getriebe-Kombination schätzt jedoch sanfte Beschleunigungsvorgänge, allzu ruppigen Umgang mit dem Gaspedaldruck quittiert sie mit zu Gehör gebrachtem Unverständnis über die geforderte schnelleren Schaltvorgänge. Nun ja, ein Hochdachkombi ist kein Sportler, allein seine Stirnfläche macht fast jeden Luftwiderstandsoptimierungsversuch obsolet. Immerhin: Auf der Autobahn kann er locker im Verkehr mitschwimmen, die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 184 km/h zu erreichen, ist nicht allzu schwer. Punkten kann der Combo XL durch seinen langen Radstand von fast drei Metern. Bodenwellen- und andere Unebenheiten werden so dezent weggebügelt, das Fahrzeug liegt zudem satt auf der Straße. Beim Verbrauch gibt es keine Wunder zu vermelden. Im Mix und mit viel fahrerischer Zurückhaltung kamen wir auf 7,9 Liter, überboten den Normwert um 1,5 Liter.

Wer sich für den Combo XL entscheidet, muss mindestens 24.900 Euro investieren. Hier gehört der einzige Benziner im Angebot, ein Dreizylinder-Turbo mit 81 kW/110 PS, zum Starterpaket. Unser Testwagen kostet ab 30.700 Euro inklusive der Automatik. Ein paar Extras bringen jedoch die Kasse des Opel-Händlers weiter zum Klingen. So hatte der Testwagen noch Zusatzfeatures für rund 6.000 Euro an Bord wie Head-up-Display, Sitzheizung, Parkassistenten, Navigation und Einbindung von Apple CarPlay oder Android Auto an Bord. Außerdem wurde die von Hause aus gute Assistentenausstattung (Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung und Fußgänger-Erkennung, Müdigkeits-, Spurhalte- und Verkehrschilderkennung) noch durch eine Rückfahrkamera und Tot-Winkel-Warner ergänzt. Was noch unbedingt dazu buchen sollte, ist ein Gepäckraumnetz (Aufpreis: 190 Euro), es kann zwischen die erste oder zweite Sitzreihe gespannt werden. Das sorgt für Ladesicherheit und nicht nur zur Weihnachtszeit.

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