1. Krise beeinflusst Fuhrparks und Mobilitätsangebote von Unternehmen

Die Folgen von Covid-19 sind zu spüren. Die durchschnittliche Fuhrparkgröße ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, was jedoch hauptsächlich an einer kleineren maximalen Fuhrparkgröße der in diesem Jahr befragten Unternehmen liegt. Hierzulande sind die Fuhrparks mit 106 Fahrzeugen im Vergleich dennoch nach wie vor größer als im europäischen Durchschnitt mit 85 Fahrzeugen. In den kommenden drei Jahren planen vier von zehn der befragten Unternehmen, ihre Fuhrparks weiter auszubauen. Lediglich acht Prozent beabsichtigen einen Abbau. Damit ist der Anteil der Unternehmen, die eine Erweiterung planen, sogar noch größer als vor der Krise. Es handelt sich dabei vor allem um Großunternehmen, die für die wirtschaftlichen Auswirkungen weniger anfällig und deshalb zuversichtlicher als kleinere Unternehmen sind. Drei von zehn der befragten Unternehmen erklärten, sie wollen ihren Mitarbeitenden mit den Firmenwagen einen sicheren Arbeitsweg ermöglichen. 

 

2. Einführung alternativer Technologien beschleunigt sich

Die Entwicklung der vergangenen Jahre mit alternativen Technologien in den Fuhrparks setzt sich fort. Das gilt sowohl für Hybridfahrzeuge (HEV), batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) oder Plug-in Hybrid- Fahrzeuge (PHEV). So nutzen bereits sieben von zehn der befragten Unternehmen alternative Antriebe - insbesondere Großunternehmen - oder planen deren Einsatz für die Zukunft. Grundsätzlich gehen die Fuhrparkverantwortlichen sogar davon aus, dass in den nächsten Jahren mehr als drei von zehn Fahrzeugen einen BEV-Antrieb haben werden. „Fuhrparkverantwortliche hinterfragen verstärkt den Energiemix ihrer Flotte. Die Gründe liegen in den wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 und einer nachhaltigen Fuhrparkausrichtung. Im Vordergrund stehen dabei einerseits das Budgetgleichgewicht und andererseits die Erfüllung der CSR-Verpflichtungen“, erklärt Katharina Schmidt, Head of Arval Mobility Observatory in Deutschland. „Die Nutzung alternativer Antriebe wie HEV, PHEV und BEV können sich positiv auf ein ausgeglichenes Budget und die CSR-Ziele auswirken. Unternehmen profitieren von reduzierten Energiekosten und Steuervorteilen. Außerdem tragen Fahrzeuge ohne Emissionen wesentlich zum Firmenimage bei. Es ist davon auszugehen, dass Unternehmen sich weiterhin bemühen werden, ihre CO2-Bilanz zu reduzieren, weil immer mehr Menschen sozial verantwortliche und umweltfreundliche Marken unterstützen - eine Entwicklung, die durch die Krise verstärkt wurde.“

 

3. Nutzung alternativer Mobilitätslösungen steigt signifikant

„Im vergangenen Jahr äußerten sich etwas mehr als die Hälfte der befragten Fuhrparkmanager dahingehend, alternative Mobilitätslösungen eingeführt zu haben. Die Krise zeigt sich also als Treiber und macht die Mobilität für Unternehmen zu einem strategischen Thema“, erläutert Schmidt. „Und die Zukunft dafür sieht rosig aus. Vier bis fünf von zehn Fuhrparkverantwortlichen gaben sogar an, dass alternative Mobilitätslösungen ihre Firmenwagen in den nächsten Jahren ergänzen könnten.“ Als Reaktion darauf setzen Flottenverantwortliche vor allem auf individuelle Lösungen wie privates Autoleasing (28 Prozent), aber auch kurz- oder mittelfristige Mietlösungen werden stark genutzt (35 Prozent). Zusätzlich planen Unternehmen für die Zukunft. Das zeigt das wachsende Interesse an gemeinsam genutzten Mobilitätslösungen – wenn auch in geringerem Maße als im Rest Europas. So kann für den Bereich Corporate Carsharing eine Zunahme von 27 Prozentpunkten in der aktuellen und der geplanten Nutzung verzeichnet werden. Nicht weniger als 47 Prozent der befragten Unternehmen setzen bereits auf dieses Konzept oder planen den Einsatz in den kommenden drei Jahren. In diesem Zusammenhang ist bei einem von zwei Unternehmen eine App für das Buchen von Mobilitätslösungen im Gespräch.

 

4. Einsatz vernetzter Fahrzeuge nimmt zu

Deutsche Unternehmen setzen verstärkt auf Connected Cars. So nutzt knapp die Hälfte der befragten Unternehmen Leichtlastkraftwagen und vier von zehn Unternehmen Personenkraftwagen mit Vernetzungstechnologien. Neben den Entwicklungen rund um BEV beschleunigt auch hier die Pandemie und der damit einhergehende digitale Ausbau den Trend. Darüber hinaus zählen Umweltaspekte (41 Prozent), betriebliche Effizienz (41 Prozent), Lokalisierung von Fahrzeugen (51 Prozent) und Reduzierung der Fuhrparkkosten (39 Prozent) zu den wichtigsten Hebeln für eine Einführung, insbesondere bei großen Unternehmen. „Auch wenn wir hier deutliche Entwicklungen nach oben wahrnehmen, gibt es doch bedeutende Unterschiede zwischen kleinen und großen Unternehmen“, so Schmidt. „Bei größeren Unternehmen haben sich vernetzte Fahrzeuge weitgehend durchgesetzt. Sieben von zehn Organisationen mit mehr als 100 Mitarbeitenden setzen auf Conntected Cars. Bei kleinen Unternehmen mit zehn bis 99 Angestellten sind es knapp 50 Prozent. Nur bei sehr kleinen Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden muss noch Überzeugungsarbeit geleistet werden: Nur knapp 21 Prozent der Befragten nutzen entsprechende Technologien.“ 

 

„Die globale Umfrage bestätigt die Trends hin zu elektrifizierten Fahrzeugen und alternativen Mobilitätslösungen, die wir bereits in den letzten drei Jahren beobachten konnten. Die Corona-Pandemie ermutigt Flottenverantwortliche, ihren Mitarbeitenden nachhaltigere und flexiblere Lösungen anzubieten. Auch EU-Vorschriften und lokale Steueranreize verstärken den Bedarf an nachhaltigen Mobilitätsoptionen. Flexibilität nährt das Bedürfnis, den Mitarbeitenden einen sicheren Arbeitsweg zu bieten und deren Mobilität auch weiter zu fördern, natürlich unter Einhaltung der lokalen Mobilitätsbeschränkungen", kommentiert Yaël Bennathan, Leiter des Arval Mobility Observatory auf internationaler Ebene.