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"Flotte! Der Branchentreff" 2020

Frischzellenkur

0 2019-06-14 1334

Nunmehr neun Jahre ist der Mitsubishi ASX auf dem Markt und wirkt dabei keinesfalls alt. Das liegt vielleicht auch an den zwei optischen Überarbeitungen, die der Crossover 2012 und 2017 erhalten hat. Das dritte Facelift, was auf dem Genfer Auto-Salon im März 2019 vorgestellt wurde, steht ab September bei den Händlern.

Rund sieben Jahre lang wird ein Auto üblicherweise gebaut, ehe der Nachfolger in die Fußstapfen tritt – Tendenz eher fallend, denn die rasanten Entwicklungszeiten in der IT-Branche setzen auch die Autobauer zunehmend unter Druck. Höchste Zeit also, dass der seit 2010 erhältliche Mitsubishi ASX abtritt und Platz für die Neuauflage macht. Doch das japanische Kompakt-SUV hält’s wie die Queen, und denkt gar nicht ans Abdanken. Stattdessen bekommt der ASX im nunmehr neunten Jahr noch einmal ein Facelift spendiert und der schon angekündigte Nachfolger lässt sich noch zwei, drei Jährchen auf sich warten. Frisch rausgeputzt steht der Mitsubishi ab September für voraussichtlich rund 18.000 Euro beim Händler.

Äußerlich angestaubt mag der 4,37 Meter lange ASX durchaus sein, komplett altmodisch ist er aber nicht. Dafür haben schon zwei Auffrischungen im Drei-Jahres-Turnus gesorgt. Nach dem jüngsten Facelift sieht der Kompakte, der zwischenzeitlich auch die Basis für Citroën C4 Aircross und Peugeot 4008 war, sogar wieder ziemlich fit aus. Er orientiert sich am großen Bruder Outlander und dem schrägen SUV-Coupé Eclipse Cross und wirkt mit der neuen, bulligen Front selbstbewusster denn je: Breiter Kühlergrill, schmalen LED-Scheinwerfer und ein angedeuteter Kuhfänger stehen dem Japaner gut zu Gesicht. Auch am Heck haben die Designer die Breite und damit den kernigen Auftritt des SUV betont.

Innen hat sich dagegen nicht viel getan, neu sind die Klimaregelung und das überarbeitete Infotainment-System. Der Touchscreen ist von sieben auf acht Zoll gewachsen und die von TomTom beigesteuerte Navigationsfunktion funktioniert einwandfrei und holt sich über das Smartphone des Fahrers Echtzeit-Verkehrsdaten – Spielereien wie eine induktive Ladeschale oder ein Head-up-Display sucht man allerdings vergebens. Ansonsten hat Mitsubishi vor allem versucht, das Interieur etwas hochwertiger zu gestalten. Mit zweifelhaftem Erfolg: Die Materialien sind immer noch eher günstig, die Verarbeitung hier und da etwas ungenau. An den Platzverhältnissen hat sich mit dem Facelift nichts geändert, vorne sitzt man ganz gut, hinten wird es für den Kopf schnell eng; in beiden Reihen sind die Sitze recht hoch montiert. Der Kofferraum ist mit 406 bis 1.206 Liter klassenüblich.

Die größte Revolution fand unter der Haube statt. Zwar gibt es den ASX weiterhin nur mit einer einzigen Motorisierung, doch hat der zuletzt verbliebene 1,6-Liter-Benziner ausgedient und wird durch den Zweiliter-Vierzylinder ersetzt, der in den USA-Modellen schon bisher seinen Dienst tat. Der bringt mit 110 kW/150 PS nicht nur rund 30 Prozent mehr Leistung mit, sondern legt auch beim Drehmoment von 154 auf 195 Newtonmeter zu. Die liegen erst bei hohen 4.200 Touren an, denn auf einen Turbo verzichtet Mitsubishi. Wer die fünf Gänge flott durchschaltet, kann den ASX jetzt in 10,2 statt 12,2 Sekunden auf Tempo 100 bringen, die Höchstgeschwindigkeit legt moderat von 183 auf 190 km/h zu, die Anhängelast steigt um 100 Kilogramm auf 1,3 Tonnen. Viel wichtiger als das Dynamik-Plus: Mit dem neuen Motor kehrt auch der Allradantrieb zurück ins Angebot, der Ende 2018 gemeinsam mit dem Diesel seinen Hut nehmen musste.

Das 4x4-System arbeitet nach klassischer Manier: Per elektronisch geregelter Kupplung wird die Hinterachse bedarfsgerecht mit Kraft versorgt, ist die Straße trocken gehen nur zwei Prozent der Power nach hinten, erkennt das System Schlupf schickt es die Hälfte der Kraft nach achtern. Über die Lock-Funktion lässt sich das maximale Drehmoment an der Hinterachse erzwingen, was beim Anfahren auf schlechtem Untergrund von Vorteil sein kann; der frontgetriebene 2WD-Betrieb soll Sprit sparen. Wieviel der ASX konsumiert, steht noch nicht fest, auf unserer ersten, gemütlichen Testrunde mit dem ausgesprochen unaufgeregten, ausgewogen abgestimmten Allradler bescheinigte uns der Bordcomputer gut acht Liter.

Und noch ein Novum gibt es zu vermelden: Während mit dem Allrad-Diesel auch die Sechsgang-Automatik aus dem Programm geflogen ist, ist der ASX jetzt zumindest wieder mit einem stufenlosen CVT-Getriebe erhältlich, das dem Fahrer die Schaltarbeit abnimmt – beim Allrad ist die Quasi-Automatik immer an Bord, für die Frontantriebs-Version ist sie gegen Aufpreis zu haben. Das CVT kommt zwar nicht ganz an den Komfort einer Wandler-Automatik heran, reagiert auf den flotten Gasbefehl manchmal etwas zeitversetzt und wird unter Volllast immer noch recht laut, ist aber bei weitem nicht mehr so unharmonisch wie seine Vorgänger und im Alltag auf jeden Fall eine gute Alternative für Schaltfaule. Das Zwei-Sekunden-Plus beim Hundertersprint, das der frontgetriebene Handschalter gegenüber dem Vorgänger einfahren kann, macht das stufenlose Getriebe allerdings wieder zum Teil zunichte - die 2WD-Version braucht mit CVT 11,7 Sekunden, der Allradler 12,2.

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