Mobilität macht Motivation

Menschen hungern nach Anerkennung und Bestätigung. Welcher Arbeitnehmer möchte nicht als „gut“ und „wertvoll“ für seine Firma eingestuft werden? Ein gutes Einkommen spielt dabei nach wie vor eine große Rolle, aber auch ein Dienstwagen ist ein wichtiger Motivationsfaktor für Fachkräfte. Am Ende macht es die richtige, individuell passende Mischung.

Die Maslowsche Bedürfnispyramide (1943) und das Zwei-Faktoren-Modell von Herzberg (1959) sind zwar aus einer anderen Zeit, bilden aber selbst heute noch die wohl bekanntesten Motivationstheorien, die auch in der Unternehmenspraxis zu beobachten sind. Zum Beispiel, wenn in Unternehmen von der Vorbildfunktion der Führungskraft, Anerkennung und Lob, persönlicher Förderung und Coaching sowie einer klaren, offenen Kommunikation und transparentem Handeln des Unternehmens für ein faires Wirtschaften gesprochen wird. So besagt das Herzberg- Modell beispielsweise, dass Zufriedenheit durch das Zusammenspiel von Hygienefaktoren und Motivatoren ausgelöst wird. Motivatoren speisen sich aus dem Inhalt der Arbeit wie Verantwortung zu tragen, mitzugestalten, den Inhalten der übertragenen Aufgaben und Anerkennung zu erhalten. Sie bestimmen den Grad der Zufriedenheit, der wiederum maßgeblich zur Leistungsfähigkeit und Gesundheit beiträgt.

Den zweiten Teil – den Kontext der Arbeit oder eben Hygienefaktoren – stellen unter anderem die Bezahlung, der individuell zusammenstellbare Dienstwagen, die Arbeitsplatzgestaltung, die Beziehungen und die Führung dar. Diese Faktoren – in positiver Ausprägung – verhindern zwar, dass Unzufriedenheit entsteht, machen aber allein nicht wirklich zufrieden, wenn die Motivation an sich nicht stimmt. Dennoch ist schon viel gewonnen, wenn diese Faktoren die Bedürfnisse der Fachkraft befriedigen. Beide Teilbereiche – Inhalt der Arbeit und ihr Kontext – sind daher elementar für eine hohe Arbeitszufriedenheit und damit für die Gesundheit und das Engagement. Die Hygienefaktoren haben jedoch dabei die grundlegendere Bedeutung, weil nämlich nicht automatisch Zufriedenheit entsteht, nur weil Gründe für eine Unzufriedenheit fehlen.

Darüber hinaus haben sich die Bedeutungen der einzelnen Faktoren über Generationen verändert. Beispielsweise hinterfragen Mitarbeiter, die zur sogenannten Generation „Why“ (Generation Y) gehören, heute vieles. Sie erwarten von ihrem Arbeitgeber gesellschaftliches Engagement und Umweltbewusstsein, sehen flexible Arbeitsbedingungen sowie die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit als selbstverständlich an. Sie durften schon als Kinder in der Familie mitentscheiden und mitgestalten. Daher wollen sie das auch jetzt in ihrer Arbeit.1 Sie sind ihrem Arbeitgeber gegenüber durchaus loyal, aber scheuen sich nicht, nach nur durchschnittlich 18 Monaten das Unternehmen wieder für ein besseres Angebot zu verlassen. Besser heißt dabei nicht allein mehr Geld, sondern bedeutet auch mehr Umweltbewusstsein, mehr Work-Life- Balance, mehr Mitgestaltung, fairere Führung, mehr Kommunikation oder einfach mehr Spaß bei der Arbeit. Sie wollen sich wohlfühlen. Einmal Siemens, immer Siemens, und das über Generationen – das ist für die heutige Generation nicht mehr das anzustrebende Modell.

Dienstwagen bleibt wichtig
Der Dienstwagen ist nach der beschriebenen Definition des Herzberg-Modells ein „Hygienefaktor“, der in der Praxis eine hohe Bedeutung erlangt hat. Besonders begehrt ist die Möglichkeit, ein Firmenfahrzeug zur Verfügung zu haben vor dem Hintergrund, dass Autos aufgrund ihrer steigenden Technisierung immer teurer werden und daher privat aus einem Nettogehalt heraus kaum noch bezahlbar sind – sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt. Und – es ist ein sichtbares Zeichen der Anerkennung oder wird zumindest als solches wahrgenommen. Deshalb steht trotz vieler Alternativen ein Firmenwagen am stärksten für mobile Unabhängigkeit, so ein Ergebnis des Firmenwagenmonitors 2016. Er ist eine Untersuchung des Unternehmens CompensationPartner, das 419.424 Arbeitsverhältnisse der letzten zwölf Monate analysiert hat – 11,7 Prozent davon beinhalteten einen geschäftlich und privat genutzten Firmenwagen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Dienstwagen immer noch die begehrteste Zusatzleistung ist. Die mit einem Firmenwagen verbundene mobile Unabhängigkeit bedeutet für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unverzichtbare Lebensqualität. Aber auch Unternehmen setzen auf diesen Baustein, wenn sie junge Fach- und Führungskräfte gewinnen und binden möchten. Wenn beim Dienstwagen Marke und Ausstattung frei wählbar sind und gleichzeitig auch der Fuhrparkmanager durch einen wirtschaftlich- ökologischen Fuhrpark beim Controlling punkten kann – dann entspricht das genau den Ansprüchen und Wünschen dieser Zielgruppe. Das bestätigen Kunden der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften immer wieder.

Ein Dienstwagen soll Spaß machen, gleichzeitig umweltfreundlich sein und den individuellen Bedürfnissen gerecht werden. Während die Verbreitung von Firmenwagen oft mit mobilen Einsätzen (Vertrieb, Niederlassungsbetreuung, Kundendienst, Pflege) zusammenhängt, geht die Höhe des durchschnittlichen Bruttolistenpreises mit dem Image, dem Status, dem Sicherheitskomfort und insbesondere mit dem Gehaltsniveau innerhalb einer Branche einher, so der Firmenwagenmonitor 2016 weiter. Das Fahrzeug dokumentiert also auch nach wie vor den Erfolg seiner Fahrerin und seines Fahrers.

Unternehmen müssen sich positionieren
Über den Mangel an Fach- und Führungskräften wird immer wieder gesprochen. Passende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden durch den demografischen Wandel noch seltener und damit wertvoller. Ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, steht deshalb ganz oben auf der Agenda der Unternehmen. Attraktiv kann aber nur sein, wer auf der einen Seite die Unternehmensziele im Blick hat und langfristig erfolgreich ist, auf der anderen Seite gleichzeitig den Wunsch der Menschen nach Partizipation und Souveränität in der Arbeitsorganisation berücksichtigt. Wertschätzung wird durch gute Leistungen honoriert. Selbstbewusste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen etwas leisten, sie sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, und achten dennoch auf eine ausgewogene Balance zwischen Arbeitszeit und Freizeit sowie auf eine vertrauensvolle Führungs- und Unternehmenskultur. Dazu kommen Ehrlichkeit und Transparenz im Umgang miteinander – wie die Auszeichnung „Great Place to Work 2016“ bestätigt. Je früher ein Mitarbeiter in Projekte eingebunden ist, je klarer die Ziele und Aufgaben und je deutlicher auch die gemeinsam erreichten Ergebnisse kommuniziert werden sowie eine Fachkraft mitgestalten kann, desto besser die Leistung und damit der Erfolg für das gesamte Unternehmen. Wer dann nach getaner Arbeit mit seinem Dienstwagen zum anderen Teil der Work-Life-Balance fährt, der liegt auch voll im Trend der Generation Y.

 

TIPP: Für den Dienstwagen spielen folgende Faktoren eine besondere Rolle

• Bieten Sie „Cafeteria“- oder „Motivationsmodelle“ an, sodass Mitarbeiter aus verschiedenen Angeboten des Unternehmens ihre Entlohnung individuell zusammenstellen können.

• Der Dienstwagen ist dabei ein wichtiger Teil. Er ist ein sichtbares Symbol der Verbundenheit der Fachkraft mit „seiner“ beziehungsweise „ihrer“ Firma.

• Verknüpfen Sie das Dienstwagenkonzept mit einem wirklichen Nachhaltigkeitskonzept im Rahmen einer umfassenden gesunden Führungs- und Motivationskultur.

• Ein Dienstwagen wird für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umso interessanter, je mehr eigene Wünsche in die Fahrzeugkonfiguration einfließen können – im Rahmen der Wirtschaftlichkeit. Je mehr Auswahlmöglichkeiten der Fahrer/die Fahrerin bei Fahrzeugtyp und Ausstattung hat, desto zufriedener wird er/sie sein.

• Eine großzügige Regelung der privaten Nutzung ist ebenfalls ein wesentlicher Motivationsfaktor.

• Fahrertrainings bilden ergänzende Bausteine, die dem Mitarbeiter/ der Mitarbeiterin privat helfen und auch dem Unternehmen Kosten sparen.

 

AUTOR

MICHAEL VELTE ist Vorsitzender des VMF Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften e. V. und Geschäftsführer der Deutsche Leasing Fleet GmbH, Bad Homburg v. d. H.


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