Wer das liest, hat das über 600 PS starke Tesla Model X vor sich
Die so genannten Falcon-Flügeltüren sind der Hingucker schlechthin
Platzprobleme kennt das Model X nun wirklich nicht
Mit geschlossenen Türen sieht das Model X geradezu unauffällig aus
Größer als viele Laptop-Bildschirme – der Tesla-Touchscreen
Mit fast zweieinhalb tausend Litern Gepäckraumvolumen ist das Model X fast unschlagbar
Alle elektrischen Funktionen, also auch die Türen, können über den Bildschirm angesteuert werden
Am moderaten Lichtdesign ist dieser Tesla schnell zu identifizieren
Tesla Model X P100D

Flieg, Falke

Die Elektromobilität nimmt im wahren Sinne des Wortes Fahrt auf, zumindest bei Tesla. Nachdem das Model S bereits gut sichtbar ist auf der Straße, steht die junge E-Auto-Schmiede auch schon mit ihrer nächsten Kreation in den Startlöchern: dem SUV Model X mit seinen markanten Falcon-Flügeltüren. Flottenmanagement war mit dem automobilen Flüster-Riesen unterwegs.

Wer sagt denn, dass das Elektroauto Verzicht bedeutet? Schauen wir auf die Zahlen: Binnen 3,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Abgehakt. Satte 5,04 Längenmeter misst der jüngste Tesla-Spross, ein Maß, von dem auch die Passagiere etwas abbekommen sollten, wenn sie hier platznehmen. Doch dazu später mehr. Lassen wir den Tesla Model X einmal wirken – und betrachten wir, wie die automobile Zukunft aussehen könnte. Erstaunlich konventionell. Okay, die hinteren Flügeltüren, die das Model X erst recht zum Hingucker machen, hätten sich die Verantwortlichen auch sparen können – haben sie aber nicht, denn auf diese Weise sorgt der Amerikaner wenigstens für ein bisschen Aufmerksamkeit. Sind diese geschlossenen, gibt der neueste Tesla den schlichten Allrounder ohne optische Auffälligkeiten. Gut so, denn man will ja auch nicht permanent auf seinen fahrbaren Untersatz angesprochen werden.

Bittet man Fahrgäste in das hintere Abteil, dann kann genau das jedoch passieren. Und jetzt stellt man auch fest, warum die Ingenieure diese Türen konstruierten, denn durch sie gelingt der Einstieg denkbar bequem – und darum geht es ja schließlich. Dass sie elektrisch betätigt werden und jede Menge Blicke auf sich ziehen, ist eben der attraktive Nebeneffekt – ein bisschen Show muss sein. Doch das Auto soll ja nicht nur Show bieten, sondern in erster Linie praktisch und komfortabel sein. Die Sitzprobe hinten hinterlässt jedenfalls glückliche Gesichter. Dass die feinen Ledersitze mit den integrierten Kopfstützen ein bisschen zierlich aussehen, tut ihnen in der Realität keinen Abbruch – auf den drei Einzelsitzen kann man durchaus angenehm verweilen. Und zwei Personen finden sehr großzügige Raumverhältnisse vor, auch das Sortieren der Knie bereitet null Probleme. Dass drei kräftige Leute dann so langsam die Kapazität ausschöpfen, ist logisch. Wenn man geentert hat – bitte einmal auf die Taste tippen, und schon fahren die Portale surrend in Schließposition. Wer Passanten damit erschrecken möchte, kann das natürlich auch per Fernbedienung oder auf dem übergroß anmutenden Touchscreen erledigen. Touchscreen, gutes Stichwort.

Der ist nämlich ein richtiger Blickfänger nach dem Platznehmen in der ersten Reihe. Dort geht das Einsteigen übrigens recht konventionell vonstatten. Wobei sich die Tesla-Macher eine kleine Besonderheit nicht verkneifen konnten: Auch die vorderen Türen öffnen und schließen auf Wunsch per Knopfdruck – ein komfortable Sache, nur mit dem Umgang dieser Funktion muss man vorsichtig sein. Denn die Türen öffnen nach dem Betätigen des Schalters derart vehement, dass man vorher besser zweimal in den Rückspiegel schaut, ob sich vielleicht nicht doch gerade Verkehrsteilnehmer nähern könnten. Aber zurück zum zentralen Display in der Mittelkonsole. Mit einer Größe von 17 Zoll dürfte das so manchen Laptop-Monitor der Model X-Interessenten übertrumpfen. Und das Bewerben des Software-Updates zur Version 8.0 auf der Tesla-Homepage könnte leichte Irritationen hervorrufen. Habe ich jetzt einen Computer gekauft oder wie? Nee, das Tesla Model X ist am Ende des Tages doch ein waschechtes Auto und nichts anderes, das werden auch Elektroauto-Gegner schnell feststellen.

Und was für eins. Einsteigen und den Himmel betrachten – geht hier gut. Angesichts überdimensionierter Panorama-Glasfläche auch kein Wunder. Man könnte hier sogar nachts die Sterne beobachten, wäre das Glas nicht getönt. Aber schön ists. Ach ja, mit Überdimensionen kennt sich Tesla ja aus. So gibt es einen „von Sinnen“- Modus, der eine ziemlich rasante Beschleunigung ermöglichen soll. Eigentlich bedeutet dieser Mode nur, dass die volle Motorleistung von 611 PS freigegeben wird. Und dieses Erlebnis zu beschreiben, ist gar nicht mal so einfach. Zunächst muss man wissen, dass der hier besprochene P100D über zwei Maschinen verfügt – eine für jede Achse, dafür steht das „D“ (Dualmotor) in der Modellbezeichnung. Demnach ist das Model X als Allradler unterwegs und hat Vorteile bei der Traktion. Auf nasser Straße muss die Traktionskontrolle dennoch zügeln, und bei trockenem, griffigen Asphalt sollten sich die Mitfahrer tunlichst gut festhalten, falls derjenige vorn links das Fahrpedal niederdrückt. Bei maximaler Anfahrbeschleunigung werden nicht nur – wie bei konventionellen schnellen Autos – die Nackenmuskeln beansprucht, sondern auch der Magen. Ein schönes Gefühl, mit einem zweieinhalb Tonnen schweren Siebensitzer den Ferrari oder Lamborghini an der Ampel stehen zu lassen.

Dabei ist das Model X im Alltag eher für die entspannte Nummer zu haben, es gleitet geschmeidig über Bodenwellen mit seiner serienmäßigen Luftfederung. Und die Ingenieure haben keineswegs vergessen, dass es hier auch um praktische Fertigkeiten gehen soll. Kofferraumvolumen? Mit 2.180 Litern ziemlich ansehnlich. Die Lehnen macht man natürlich per Knopfdruck flach, was auch sonst. Anhängelast? Bei einem Elektroauto? Klar, geht – rund 2,3 Tonnen dürfen immerhin an den Haken. Ach, und der Bildschirm, der sich wie ein roter Faden durch den Tesla zieht, lässt natürlich grübeln. Kurz nach dem ersten, sprichwörtlichen Berührungskontakt mit der übergroßen Glasscheibe denkt man noch, man brauche eine Monster-Bedienungsanleitung. Nö, braucht man aber gar nicht. So ziemlich alle Funktionalitäten erklären sich hier von selbst, die Bedienung des Navigationssystems ist geradezu genial simpel.

Das sollte sie auch sein, schließlich ist man häufig auch dann auf sie angewiesen, wenn man den eigentlichen Weg bereits kennt. Denn sämtliche Supercharger – und das sind in Europa derzeit immerhin 272 Stück – sind in den Karteninfos gespeichert, sodass der Navirechner bei der Routenkalkulation (er kennt auch immer den Ladestand des Tesla) gleich die auf dem Weg liegenden Supercharger anzeigt. Bei voll geladenem Akku verfügt das Model X über 542 km Reichweite nach dem NEFZ – damit ist eine Alltagsnutzung kein Problem. Der Supercharger verschafft dem SUV 270 km frische Reichweite binnen 30 Minuten, falls die Batterie mal schwach wird unterwegs auf der Langstrecke. Mit 131.680 Euro netto ist der pfeilschnelle Tesla kein günstiges Unterfangen. Das Model X P100D bietet umfangreiche Sicherheitsfunktionen wie zum Beispiel den Notbremsassistenten frei Haus. Für die komplexen Features der Fahrautomatisierung werden zusätzlich 4.621 Euro netto fällig.


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