Alter Bekannter – den Tipo gab es schonmal
Der Fiat Tipo ist schlicht und schick
Der Bildschirm des Tipo hat etwas Stylisches
Platz in der zweiten Reihe gibt es in Hülle und Fülle
Der Wohlfühlfaktor fährt mit beim Tipo
Auch der fünftürige Tipo ist durchaus praktisch
Gute Arbeit, Designerteam – die Tipo-Front ist gelungen
Das Silber steht dem Tipo gut
Fiat Tipo 1.6 Multijet

Eine Frage des Budgets

Mit dem Fiat Tipo landen die Italiener einen Volltreffer: ein funktionales Auto ohne Schnickschnack zum starken Preis. Flottenmanagement hat den Kompakten unter die Lupe genommen.

Kaum ist der Fiat Tipo auf dem Markt, sieht man ihn auch schon allerorten im Straßenbild. Sogar die hierzulande in diesem Segment eher untypische Stufenheck-Limousine scheint den Weg in zahlreiche Garagen gefunden zu haben – sie war die erste Möglichkeit, in den Genuss des Tipo zu kommen. Die anderen beiden Karosserievarianten – der Kombi und das Steilheck – wurden nachgereicht. Werfen wir also einen Blick auf den Kompaktklässler und versuchen zu ergründen, warum er auf ein derart positives Echo stößt. Nun, der taufrische Italiener ist eine richtig attraktive Erscheinung und sieht alles andere als nach Budget-Lösung aus. Es ist eine raffinierte Mischung: Der Kühlergrill mit den stäbchenförmigen, silbernen Zierelementen dient als erster Eyecatcher zusammen mit den schneidig-futuristisch anmutenden Scheinwerfern, bevor die zahlreichen Sicken in der ganzen Karosse ihre Wirkung entfalten und den Tipo muskulös erscheinen lassen. Als Krönung gibt es angedeutete Powerdome auf der Motorhaube. Wie bitte?

Gegensätzliche Realität – der Fiat Tipo ist ganz und gar kein Power-Auto. Will er auch gar nicht sein. Der Tipo richtet sich vielmehr an Pragmatiker, die jedoch um keinen Preis auf einen schicken fahrbaren Untersatz verzichten wollen. Diese Intention drückt Fiat auch in der Preisliste aus. Gab es den Vorgänger Bravo noch mit 165 PS, verkneift sich der Tipo Ausflüge in höhere Leistungssphären. Der Kunde kann wählen zwischen 95 oder 120 PS – Benzin oder Diesel, fertig. Flottenmanagement hat natürlich den Selbstzünder gewählt, unter der Haube des Testwagens werkelt das stärkere der beiden Aggregate. Der Vierzylinder schöpft aus 1,6 Litern Volumen, mehr braucht man im Alltag nicht wirklich. In dieser Konfiguration kommt der Fronttriebler auf einen Netto-Grundpreis von 16.344 Euro. Dafür rollt er in der etwas besser ausstaffierten Line „Easy“ an und bringt damit eine Bluetooth-Freisprechanlage, elektrische Fensterheber rundum, Klimaanlage sowie natürlich die heute üblichen Sicherheitsstandards à la sechs Airbags plus ESP.

Jetzt aber Butter bei die Fische, wie fährt der Budget-Kompakte? Ziemlich gut, um es vorwegzuschicken. In einer Zeit, da der durchschnittliche Pkw mehr als 120 PS unter der Haube hat, klingt dieser Wert fast ein bisschen mager. Ist er aber nicht. Wirklich nicht. Der 1,6-Liter reicht in der Praxis sowas von aus. Er ist in unserem Falle gekoppelt an ein Sechsgang-Schaltgetriebe, das im Alltag nicht einmal so häufig bemüht werden muss. Weil 320 Nm Drehmoment ab 1.750 Touren eben doch gar nicht so wenig sind. Damit zieht der Selbstzünder satt durch, nimmt den lahmenden Laster quasi locker aus dem Handgelenk und hinterlässt überhaupt einen recht munteren Eindruck. Der Tipo fühlt sich rundum wohl – auf der Autobahn, auf der Landstraße – und natürlich auch im Ballungsgebiet, wo er dank fiattypischer Zweistufen- Servolenkung hervorragend rangierbar ist. Einfach auf die City-Taste drücken, und das Lenkrad lässt sich spürbar leichter drehen. In puncto Übersichtlichkeit haben die Italiener ihre Hausaufgaben ebenfalls erledigt, da kann man nicht meckern.

Ein unterer Mittelklässler freilich soll nicht nur City, sondern auch Strecke können. Da bringt der Tipo gar keine schlechten Voraussetzungen mit. Das Platzangebot überzeugt in beiden Sitzreihen, lässt großen Mitfahrern Platz, um ihre Extremitäten auszubreiten, und die Stühle gerieren sich als passable Sitzgelegenheiten mit ergonomisch günstiger Auflage. Niedrige Fahrgeräusche in allen Lebenslagen sorgen für einen angemessenen Komforteindruck. Auch das Fahrwerk ist eindeutig mehr auf Komfort denn Dynamik getrimmt. Wenn der Tipo eines nicht sein möchte, dann ist es eine Potenz-Protz-Maschine – da würde eine straffe Abstimmung gar nicht passen. Gleiches gilt für das Reifenformat, mehr als 16-Zoll ist selbst in der höchsten Ausstattungslinie nicht drin, was keineswegs nur die Optik versachlicht, sondern auch das Fahrverhalten bestimmt: Ausgeprägte Bodenwellen werden immerhin so weit vor den Passagieren verschleiert, dass der Wohlfühlfaktor erhalten bleibt.

Stichwort Wohlfühlfaktor. Eigentlich soll man ja bei einem preiswerten Auto nicht so genau auf den Innenraum achten, das ist schließlich Schönheits-Schnickschnack. Doch von wegen, der Fiat hat sich richtig herausgeputzt. Er geht mit der Mode, seine Architekten spendieren ihm ein schickes TFT-Display, das in der heute trendigen Tablet- Manier auf der Mittelkonsole thront und entsprechend gut einsehbar ist. Und ansonsten? Das Infotainment ist weitgehend sachlich gehalten, es gibt klassische Analogskalen für Drehzahlmesser und Tacho. Plus ein weiteres TFT-Feld zwischen den Skalen, das neben den üblichen Bordcomputer- Daten sogar exotische Positionen wie die Öltemperatur listet. Der Reiserechner wird übrigens intuitiv per Lenkradbedienung angesteuert, während ein Teil der Funktionalitäten über das Menü auf dem Touchscreen abgehandelt wird – der reagiert erfreulich schnell. Wenngleich das Designerteam wert auf Sachlichkeit gelegt hat, so ist das Interieur mitnichten lieblos gestaltet. Die großen Drehregler für die optionale Klimaautomatik haben durchaus ästhetischen Anspruch, und die Anordnung der Drucktasten unterhalb der Lüftungsdüsen schmeichelt dem Auge.

Wem jetzt doch noch nach ein bisschen Luxus ist, der muss eben die Preisliste einmal ordentlich studieren. Dabei fällt auf, dass man den Tipo auch mit fortschrittlicher Technik versehen kann. So wandert gegen 420 Euro netto ein Sicherheitspaket an Bord, das neben dem autonomen Notbremsassistenten auch einen aktiven Tempomat umfasst. Das Bildschirm-Navigationssystem kostet netto 630 Euro – allerdings werden dann auch gleich Parksensoren mitgeliefert. In der Lounge- Ausstattung beläuft sich der Aufpreis für den Elektroniklotsen zwar auf 831 Euro netto, dann allerdings gibt es zusätzlich auch digitalen Radioempfang sowie eine Rückfahrkamera. Der teuersten Linie vorbehalten ist das netto 714 Euro kostende Lederpaket, in dem die Sitzheizung inbegriffen ist. Wer zum großen Businesspaket (1.050 Euro netto) greift, bekommt alle zuvor genannten Technik-Extras und auch noch eine elektrische Lordosen-Stütze dazu. Müssen noch 462 Euro (netto) für die Metallic-Lackierung berücksichtigt werden. Mehr Budget kann man nicht mit dem Tipo einfach nicht verplanen.


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