Carsharing oder Mietwagen? Viele Wege führen ans Ziel

Die Qual der Wahl

Dienstwagen, Mietfahrzeug oder Carsharing-Auto? Durch geschicktes Travel Management lässt sich bares Geld sparen!

Unternehmen sind eine in den letzten Jahren stetig wachsende Kundengruppe von Autovermietern, das zeigt nicht zuletzt der Anstieg an speziellen B2B-Angeboten vieler Mietwagenanbieter. Dabei werden nicht nur Langzeitmietwagen als kostengünstiger Ersatz im Falle eines Dienstwagenausfalls oder Ähnlichem für Unternehmen immer interessanter, sondern auch die Kurzmiete, beispielsweise im Anschluss an Reisen mit dem Flugzeug oder der Bahn. Daher ist gerade für die Dienstreise der Mietwagen oft eine flexible und kostengünstige Ergänzung beziehungsweise Alternative zum eigenen Firmenauto.

Interessant bei einer Kurzmiete sind vor allem die Sonderleistungen der Autovermieter. Diese sind vielzählig und je nach Mietwagenanbieter sehr unterschiedlich. Doch wer die Wahl hat, hat auch die Qual der Entscheidung zu tragen. Die Auswahl lässt sich immerhin durch die individuellen Reiseanforderungen wie Streckenlänge, Dauer der Reise oder auch Anlass eingrenzen. Bei längeren Reisen, beispielsweise zu verschiedenen Terminen in einer Region, ist vor allem der Kraftstoffverbrauch ein wichtiges Entscheidungskriterium. In diesen Fällen ist zum Beispiel das Angebot von Europcar interessant, die seit diesem Jahr eine verbindliche Dieselbuchbarkeit eingeführt haben. Gegen einen festen Aufpreis von fünf Euro kann der Fahrer im Voraus einen Mietwagen mit einem im Vergleich zu einem Benziner verbrauchsgünstigeren Dieselmotor bestellen und dadurch Sprit- und somit auch Reisekosten sparen. Bisher wurde dieses Angebot deutschlandweit in fast allen großen Städten und an Flughäfen wie München, Frankfurt, Berlin und Hamburg umgesetzt.

Auch mit anderen Autovermietern lassen sich Kraftstoff- und Reisekosten sparen. So hat der Mietwagenanbieter Hertz mit seiner Green Collection seit Längerem ein interessantes Konzept im Angebot. Die Green Collection enthält eine Auswahl an umweltfreundlichen und kraftstoffsparenden Mietwagen, die sich wie in anderen Fahrzeuggruppen des amerikanischen Autovermieters markengenau reservieren lassen. Bei allen Modellen dieser grünen Flotte liegt der CO2-Ausstoß unter 110 Gramm pro Kilometer. Somit spart der Hertz-Kunde mit der Green Collection nicht nur Reisekosten durch einen geringen Spritverbrauch, sondern leistet auch einen Beitrag zum Umweltschutz.

Doch nicht nur auf längeren Strecken lassen sich mit einem Mietwagen die Kosten einer Dienstreise optimieren. Vor allem bei kürzeren Distanzen in der Großstadt können zum Beispiel, die immer beliebter werdenden Carsharing- Angebote eine intelligente Lösung darstellen, um kostengünstig, aber dennoch individuell von A nach B zu kommen. Ein klarer Vorteil von Carsharing ist die unkomplizierte und ständige Verfügbarkeit in den Städten, meist kann man einfach ein Auto nutzen wenn es frei ist, ohne dass man zuvor hätte buchen müssen. Idealerweise ergänzen Carsharing-Angebote die klassische Autovermietung. So zum Beispiel bei dem Autovermietungsportal der Bahn. Für den angegebenen Zeitraum werden dort sowohl alle verfügbaren Mietwagen von Europcar, Avis oder Sixt als auch die Carsharing-Fahrzeuge von Flinkster angezeigt, sodass der Reisende individuell zwischen Mietwagen und Carsharing-Auto entscheiden kann.

Wie innerstädtische Mobilität in Zukunft aussehen könnte, zeigt das innovative Pilotprojekt Switchh in Hamburg. Mithilfe einer Smartphone-App werden dem Switchh-Kunden mehrere Mobilitätsmöglichkeiten angezeigt, um sein Ziel zu erreichen. Der Nutzer kann dann je nach Bedarf ein Carsharing- Auto, einen Mietwagen oder die öffentlichen Verkehrsmittel wählen und diese direkt buchen. Diese App ermöglicht somit ein Höchstmaß an Flexibilität und bietet dem Nutzer größtmögliche Flexibilität. Realisiert wird das Projekt durch eine Kooperation der Unternehmen Car2go, Europcar, dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und der Hochbahn AG.

Neben dem Einsparpotenzial durch verbrauchsarme Automobile und alternative Mobilitätskonzepte ist für eine Dienstreise mit dem Mietwagen eine schnelle und reibungslose Verfügbarkeit unerlässlich. Daher sind für eine maßgeschneiderte Mobilität im Anschluss an eine Flug- oder Bahnreise die Standorte der Autovermietungen wichtig. Vor allem die großen Mietwagenanbieter wie Europcar, Hertz, Avis und Sixt sind in Deutschland an fast allen Flughäfen vertreten. Auch an vielen Bahnhöfen sind einige der genannten Autovermietungen zu finden, dennoch kann es sich besonders für Bahnreisende lohnen, das bereits erwähnte Autovermietungsportal der Deutschen Bahn zu nutzen, da dort sehr übersichtlich je nach Verfügbarkeit die Stationen von Europcar, Sixt, Avis oder eben Flinkster vorgeschlagen werden. Bei der Anmietung eines vorgeschlagenen Mietwagens erhalten Bahncard-Kunden darüber hinaus attraktive Vergünstigungen.

Gerade was den Standort von Autovermietungen anbetrifft, wird der Mietservice verschiedener Autohersteller immer interessanter, denn diese können bereits auf ein bundesweites Netz an Vertragshändlern zurückgreifen die sozusagen als Verleihstation infrage kommen. Beispielsweise sind die Fahrzeuge des Opel Rent Service an 1.200 Stationen in ganz Deutschland verfügbar. Aber auch andere Hersteller wie BMW oder Mercedes-Benz bieten ihre Fahrzeuge zum Mieten an. Darüber hinaus haben die Autovermietungen der verschiedenen Marken auch spezielle Firmenkundenkonditionen im Angebot.

Zu einer reibungslosen Dienstreise mit dem gemieteten Wagen gehört nicht nur eine breite und flexible Verfügbarkeit, sondern auch die schnelle Abwicklung der Fahrzeugübergabe. So bietet Avis beispielsweise an 20 Stationen in Deutschland einen Rapid Return Service an, bei dem der Mietwagen innerhalb von 60 Sekunden zurückgegeben werden kann. Per Handcomputer wird das geliehene Fahrzeug von einem Avis-Mitarbeiter registriert und mit den Daten aus dem Avis-Vermietungssystem abgeglichen. Anschließend erhält der Kunde einen vorläufigen Rechnungsausdruck und kann seine Reise gegebenenfalls mit der Bahn oder dem Flugzeug fortsetzen. Ebenso können Firmenkunden, die das Fahrzeug nicht an einer Avis- Station, sondern an einem durch den Rahmenvertrag vereinbarten Standort abgeben, das schnelle Rückgabeverfahren nutzen.

Nicht zuletzt sind besondere Mietkonditionen entscheidungsrelevant bei der Wahl des passenden Mietwagens. Meist wird die Tagesmiete billiger, wenn man den Wagen über einen längeren Zeitraum mietet, doch Dienstreisen von mehr als einem Monat sind eher die Ausnahme als die Regel. Laut dem Verband für Deutsches Reisemanagement (VDR) betrug 2012 die durchschnittliche Dauer für eine Geschäftsreise 2,2 Tage. Immerhin 17 Prozent der insgesamt 9,4 Millionen Geschäftsreisenden waren der VDR-Studie zufolge länger als vier Tage unterwegs. Entsprechend lohnt sich eine übliche Langzeitmiete bei Dienstreisen nicht. Doch für B2B-Kunden hat der Autovermieter Buchbinder ein spezielles Langzeitmietangebot entwickelt, das bereits ab einer Woche günstigere Konditionen verspricht. Diese besonders flexible und kurze Langzeitmiete von Buchbinder kann demnach für die etwa 1,5 Millionen Dienstreisenden, die länger als vier Tage unterwegs sind, eine kostensparende Lösung sein.

Doch auch für die mehrheitlichen Ein-Tages-Dienstreisenden gibt es spezielle Firmenkundenangebote. Der Münchner Autovermieter Sixt beispielsweise hat mit Sixt Unlimited für Unternehmen, die häufig auf Mietwagen zurückgreifen, eine monatliche Flatrate eingerichtet, bei welcher der Kunde an über 600 Standorten in Europa Fahrzeuge ausleihen kann, so oft er möchte. Interessant ist dieses Angebot für Firmen, deren Mitarbeiter häufig unterwegs sind, denn die Flatrate sorgt mit einer festen monatlichen Pauschale für eine konstante Kostenkalkulationsgrundlage. Neben den Münchnern hat auch der kalifornische Autovermieter Budget ein beachtenswertes Angebot entwickelt, das sich vor allem für längere Fahrten mit dem Mietwagen auszahlt. Mit dem Tarif Maxi Budget fährt der Mieter ohne eine Freikilometerbegrenzung, somit fallen bei einer Routenänderung oder einer längeren Strecke keine Extrakosten an. Außerdem hat der Fahrer im Falle eines Schadens am Mietwagen keinerlei Selbstbeteiligung, was sich bei häufigen Fahrten auszahlen kann.

Wie die vielzähligen Beispiele zeigen, ist das Einsparpotenzial bei einer Dienstreise mit dem Mietwagen groß, wenn man den richtigen Anbieter und das passende Konzept findet. In konkreten Zahlen ausgedrückt, können laut VDR beim Kostenpunkt Mietwagen zwischen 25 Prozent bei kleineren Betrieben und 39 Prozent bei größeren Unternehmen im Travel-Management eingespart werden. Was sich daher für Firmenkunden immer lohnt, auch bei Verträgen mit Autovermietern, ist das Verhandeln und Vergleichen der Angebote. Darüber hinaus bietet ein Mobilitätsplan mit Empfehlungen verschiedener Mobilitätslösungen je nach Route den Dienstreisenden konkrete Alternativmodelle auch zum Firmenwagen an. Bisher nutzen jedoch erst 22 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern solche Mobilitätspläne.


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