Entspanntes Interview bei über 30 Grad in Hanoi

Zeit und CO2 sparen

Interview mit Allister Paterson (Senior Vice President Commercial Division der Finnair AG)

Flottenmanagement: Herr Paterson, Sie sind seit Anfang Januar im Amt. Mit welchen Zielen und Visionen sind Sie angetreten, wie möchten Sie diese umsetzen? In welche Richtung soll sich die Finnair entwickeln?

Allister Paterson: Nach einen Abstecher in das Yacht-Business wollte ich gerne wieder zurück in die Luftfahrtbranche. Ich hatte gehört, dass Finnair eine exzellente geografische Nischenposition im europäischen Flugmarkt innehat, und wollte gern hier arbeiten und diese Nische ausbauen. Generell sind wir eine Airline, die sich stark in Richtung Asien konzentriert, was eben auch an unserer geografischen Position mit dem Drehkreuz Helsinki liegt.

Flottenmanagement: Wie grenzt sich die Finnair von anderen Fluggesellschaften ab, was sind die spezifischen Vorteile, wenn man sich für die Finnair entscheidet?

Allister Paterson: Der Hauptvorteil ist Zeit. Ein Nonstop-Flug ist immer die beste Verbindung zwischen zwei Städten, und wir haben ab Helsinki zahlreiche Ziele in Asien, die wir per Direktflug verbinden. Letztendlich ist Zeit nun einmal gerade in Unternehmen Geld. Dazu kommt natürlich noch die Qualität unseres Gesamtproduktes, da sind wir sehr wettbewerbsfähig. Drittens ist unser Hub in Helsinki hervorragend aufgestellt, da wir sehr kurze Umsteigezeiten und sehr schnelle Kontrollen haben. Wenn Sie also ohnehin über einen Hub nach Asien fliegen müssen, ist Helsinki eine gute und effektive Wahl.

Flottenmanagement: Auf welche Zielgruppen der Business-Kunden fokussiert sich die Finnair, gerade auch in Deutschland? Ab welchem Flugvolumen kann ein Unternehmen bei Ihnen Großkunde werden?

Allister Paterson: Wir werden mit unserer speziellen Ausrichtung immer nur ein Teil einer Reisestrategie von Unternehmen sein. Wir spezialisieren uns auf schnelle, gute und günstige Flüge nach Asien, insbesondere nach Nordasien. Speziell im deutschen Markt, wo wir ja gegen einen großen nationalen Player aus einer anderen Allianz antreten. Die Großkundenkonditionen handeln wir dabei ganz individuell aus, hier gibt es viele große Unternehmen in Deutschland, für die das interessant sein kann.

Flottenmanagement: Für welche Flugziele würden Sie deutschen Dienstreisenden die Finnair empfehlen und warum?

Allister Paterson: Definitiv China, wo wir bereits fünf Destinationen anfliegen, dann natürlich auch Japan, wo wir drei Destinationen anbieten sowie Korea, Singapur und Vietnam. Wir haben hier einfach einen Zeitvorteil, auch für deutsche Dienstreisende.

Flottenmanagement: Sie haben gerade mit Hanoi und Xi’an zwei neue Ziele in Asien in Ihren Streckenplan aufgenommen. Ist Asien für Sie ein wichtiger Markt?

Allister Paterson: Asien ist definitiv der interessanteste internationale Markt für uns. Dieser Markt wächst beständig und ist auch als Business-Destination für europäische beziehungsweise deutsche Kunden interessant. Wir haben bereits etwa 25 Prozent Business-Kunden in unseren Flugzeugen nach Asien.

Flottenmanagement: Fliegen Sie alle Ziele in Asien ganzjährig an?

Allister Paterson: Fast alle, ja. Nur die beiden neuen Ziele Hanoi und Xi’an sind zunächst nur auf unserem Sommerflugplan, quasi als Test. Aber wir planen natürlich, auch diese beiden Ziele ganzjährig anzubieten.

Flottenmanagement: Die Themen Umwelt und CO2 sparen sind auch in deutschen Unternehmen immer wichtiger. Was ist dran an der Behauptung, auf dem Weg nach Asien spart man mit der Finnair CO2?

Allister Paterson: Das ist in der Tat ein großer Vorteil der Finnair. Generell sind natürlich Direktflüge der beste Weg, um CO2 zu sparen. Wenn Sie aber ohnehin über einen Hub müssen, ist dann der Weiterflug über die kurzen Routen der Finnair als Direktverbindung ideal, um nicht nur Zeit, sondern eben auch CO2 im Unternehmen einzusparen.

Flottenmanagement: Für deutsche Dienstreisende sind die Gesellschaften der Star Alliance nicht zuletzt wegen des Bonusprogramms recht beliebt. Mit welchen Argumenten wollen Sie Dienstreisende und deren Unternehmen überzeugen, auf Finnair und das OneWorld-Programm umzusteigen?

Allister Paterson: Ich gebe zu, das ist schwer. Denn wenn Sie in irgendeinem Heimatmarkt – nicht nur in Deutschland – eine Alternative anbieten, ist der lokale Carrier natürlich im Vorteil, insbesondere auch, wenn er zu einer anderen Allianz gehört. Aber auch OneWorld hat natürlich starke Allianz-Partner, die auch ab Deutschland fliegen: Neben Air Berlin sind das beispielsweise British Airways, American Airlines oder Cathy Pacific. Wir können hier wie bereits gesagt vor allem Zeit, Geld und CO2 sparen helfen.

 

Die Finnair AG wurde 1923 gegründet und beförderte 2012 fast neun Millionen Passagiere. Schwerpunkt der Finnair ist die schnelle Verbindung nach Asien über das Drehkreuz Helsinki. Helsinki ist mit Finnair von Deutschland aus von Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin erreichbar.

Vorteil Finnair: Kurze schnelle Verbindungen hauptsächlich nach Asien mit kurzen Umsteigezeiten und schnellen Kontrollen. Oft günstigere Preise und gutes Essen auch im Zubringerflug.

Nachteil Finnair: Nur von fünf Standorten aus Deutschland direkt erreichbar. Wird ein gebuchter Anschlussflug durch beispielsweise Verspätung nicht erreicht, stehen nur wenige direkte Alternativen zur Verfügung.


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