Intelligent vernetzt

20 Millionen Pendler nutzen in Deutschland täglich das Auto für ihren Arbeitsweg, was in Summe 160 Milliarden Kilometer jährlich ausmacht – und eine immer größer werdende wirtschaftliche und ökologische Belastung darstellt. Würden Fahrgemeinschaften aktiv gefördert, könnten Berufspendler jährlich 711 Millionen Euro Spritkosten einsparen, außerdem ließe sich der CO2-Ausstoß um 1,1 Millionen Tonnen zurückschrauben. Diese Zahlen sind nur ein Ergebnis, zu dem eine bundesweite Studie über das Mobilitätsmanagement und die Förderung von Fahrgemeinschaften im Unternehmen kommt, in Auftrag gegeben von der „Mitfahrzentrale“ flinc AG mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz sowie der Ecolibro GmbH. Ziel der Studie ist es, mögliche Einsparpotenziale und weitere Vorteile zu identifizieren, die mittels der Förderung betrieblicher Fahrgemeinschaften erzielbar sind.

Nur 53 Prozent der befragten Unternehmen mit insgesamt über 300.000 Mitarbeitern betreiben aktuell betriebliches Mobilitätsmanagement. Allerdings sehen sich zunehmend mehr Unternehmen in der Pflicht, ihren Beitrag zur Bewältigung von Verkehrs- und Parkplatzproblemen zu leisten. Außerdem werden die Vorteile der Förderung von Mobilitätsmanagement erkannt: Kosten- und Umweltaspekte sowie die Erreichbarkeit des Standortes stellen immer wichtigere Faktoren dar, ebenfalls gilt die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander als Mehrwert – abteilungsübergreifender Austausch über neue Ideen oder Probleme und deren Lösungen, all dies kann auf gemeinsamen Fahrten thematisiert werden. Auch in den Bereichen Mitarbeitermotivation, Image, Employer Branding und Nachhaltigkeit kann betriebliches Mobilitätsmanagement zu positiven Effekten führen.

Als Gründe dafür, Mobilitätsmanagement zu betreiben, geben Unternehmen zusätzlich zu den bereits genannten Punkten auch die Mitarbeiterzufriedenheit durch Kostenentlastung an (57 Prozent). Ein ebenfalls bedeutsamer Grund ist die Tatsache, dass Parkplätze oftmals Mangelware sind: Durchschnittlich kommen 7,27 Pkw auf einen Parkplatz, bei Unternehmen in Gewerbegebieten sind es sogar 11,58 Pkw – ausschließlich bei ländlich angesiedelten Unternehmen sind Parkplätze garantiert. 36 Prozent der befragten Unternehmen möchten mit flexiblem Mobilitätsmanagement dem Parkraummangel entgegenwirken.

Doch welche Maßnahmen ergreifen Unternehmen konkret, um Mobilitätsmanagement aktiv umzusetzen? Die von den 30 Unternehmen mit Mobilitätsmanagement am häufigsten etablierte Maßnahme ist mit 73 Prozent das Jobticket, das vor allem von großen Unternehmen gefördert wird. Ebenfalls angeboten werden Fahrradförderung, Fahrgemeinschaften und der Einsatz von Werksbussen, außerdem sonstige Maßnahmen wie 50-prozentige Fahrtkostenerstattung, Einsatz von Bahncards, Car Sharing oder Biokraftstoffen (37 Prozent).

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass alle im ländlichen Umland gelegenen Unternehmen Fahrgemeinschaften aktiv fördern und dass bei Unternehmen mit Sitz in Gewerbegebieten überdurchschnittlich viele Fahrgemeinschaften gebildet werden – auf sämtliche befragten Unternehmen bezogen sind es mehr als 40 Prozent, die in den letzten beiden Jahren eine Initiative für Fahrgemeinschaften gestartet haben. Initiatoren hierfür sind vorrangig Personalabteilung (50 Prozent) oder Betriebsrat (29 Prozent), in einigen Fällen auch Nachhaltigkeits- oder Umweltbeauftragte oder sogar die Mitarbeiter selbst. Allerdings ist für den Erfolg der Fahrgemeinschaft deren Flexibilität maßgeblich – bei 57 Prozent der befragten Unternehmen sind Projekte gescheitert, die für die modernen Arbeitszeitmodelle und Anforderungen der Mitarbeiter zu wenig flexibel waren. Als erfolgreichste Methode zur Unterstützung von Fahrgemeinschaften für Unternehmen ab 250 Mitarbeitern gilt die eigene Plattform als Software oder im Web.

Benjamin Kirschner, Gründer der flinc AG, ist davon überzeugt, dass eine effiziente Nutzung der bereits vorhandenen Ressourcen nötig ist, um Umwelt und Portemonnaie sowie letztlich auch die Nerven der Mitarbeiter zu entlasten. Zahlreiche Anbieter, die Möglichkeiten des aktiven Mobilitätsmanagements offerieren, haben sich bereits im Markt etabliert – flinc ist ein Beispiel für eine neue, vernetzte und nachhaltige Form von Mobilität. Seit Gründung des Unternehmens beobachtet Benjamin Kirschner, dass die Umsetzung des Themas Corporate Social Responsibility einen hohen Stellenwert bei Unternehmen einnimmt, weshalb flinc sich zum Ziel gesetzt hat, verstärkt jene Unternehmenskunden zu bedienen, die individuelle Lösungen für sich und ihre Mitarbeiter suchen. Benjamin Kirschners Fazit lautet: „Die Zukunft hat bereits begonnen: Die intelligente Vernetzung sowie die Etablierung und Weiterentwicklung neuer Transportalternativen bestimmen heute und auch in Zukunft die Mobilität.“


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