Kaveh Atrak (General Manager Central Europe and Nordic Regions bei American Express Global Business Travel) über Ergebnisse des American Global Business Travel Forecast 2012
Entwicklung der Hotel- und Flugpreise für 2012 weltweit (Preiserhöhung in Prozent)
Entwicklung der Flugtarife in der Region EMEA für 2012 (Preiserhöhung in Prozent)
Entwicklung der Hotelpreise in der Region EMEA für 2012 (Preiserhöhung in Prozent)
Entwicklung der Hotelpreise in Deutschland für 2012 (Preiserhöhung in Prozent)

Prognose 2012: Preisanstieg

Asien hebt ab, Europa mäßigt das Tempo: Weltweit werden Preissteigerungen im Markt für Geschäftsreisen erwartet

Bei der Planung der Geschäftsreisen in diesem Jahr sollten Reiseverantwortliche nicht nur auf die Situation ihres Unternehmens schauen, sondern auch die allgemeinen Tendenzen im Business Travel Markt im Blick behalten. Der American Express Global Business Travel Forecast – eine umfassende Studie der Märkte weltweit – kommt zu der Prognose, dass Geschäftsreisen auf dem europäischen und nordamerikanischen Markt 2012 moderat teurer werden.

Eine deutlichere Veränderung wird in Asien und Lateinamerika erwartet. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Reisen in diese Regionen dürften die Preise in diesem Jahr dort deutlich ansteigen. Während beispielsweise in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika ein Anstieg der Hotelpreise zwischen einem und fünf Prozent erwartet wird, wird für Hotels in der Region Asien-Pazifik von Preissteigerungen zwischen sechs und zehn Prozent ausgegangen.

Allen Preisanstiegen zum Trotz gilt aber auch 2012: Unternehmen, die wachsen wollen, kommen nur mit Geschäftsreisen ans Ziel – sie werden ihre Mitarbeiter daher weiter auf Reisen schicken. Immer mehr Firmen betrachten die Ausgaben für Geschäftsreisen heute als Investition oder sehen sie als notwendige Kosten – das hat das aktuelle American Express Business Travel Barometer ergeben. Und Geschäftsreisen sind auch einer der wichtigsten Faktoren für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Dieser Markt ist äußerst komplex und verändert sich ständig – das wird auch in diesem Jahr so sein. In den nächsten Monaten müssen Firmen damit rechnen, dass die Anbieter ihre Kapazitäten weiter begrenzen. Fluggesellschaften und Hoteliers wollen dieselben Preise und dieselbe Profitabilität erzielen wie vor der Finanz- und Wirtschaftskrise – und das trotz des wirtschaftlich unsicheren Umfeldes. Die Konsequenz daraus: Die Preise für Hotels und Flüge im Markt für Geschäftsreisen werden allgemein steigen.

Am deutlichsten dürfte der Preisanstieg in diesem Jahr in den Ländern der Region Asien-Pazifik ausfallen: Nach bereits erheblichen Preissteigerungen im vergangenen Jahr sind dort etwa bei den Flugpreisen weitere Erhöhungen um bis zu zehn Prozent denkbar. In Lateinamerika tragen leistungsfähige Länder und die Konsolidierung von regionalen Reiseanbietern dazu bei, dass die Flugpreise dort ebenfalls steigen werden – von Land zu Land kann die Entwicklung jedoch durchaus sehr unterschiedlich ausfallen. Die Wirtschaft in Nordamerika wächst nur sehr langsam. Die anhaltenden Bestrebungen der Anbieter, Kapazitäten zu beschränken, werden jedoch für einen leichten Anstieg der Preise sorgen. All diese Tendenzen spiegeln sich auch in den Hotelpreisen wider.

Die wirtschaftliche Unsicherheit ist gerade in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) Hauptursache für den niedrigen einstelligen Anstieg der Flugpreise in diesem Jahr. Das Reisevolumen – die Zahl der Flüge und Hotelbuchungen – ist jedoch von Region zu Region unterschiedlich. So kann es durchaus sein, dass sich die Preise unterschiedlich entwickeln. Es ist davon auszugehen, dass die Flugpreise beispielsweise in Deutschland und Großbritannien mäßig steigen, in Frankreich dagegen deutet vieles darauf hin, dass sie konstant bleiben werden. Für Reisen nach Südafrika müssen Travel Manager mit deutlich höheren Flugpreisen rechnen als bisher: Ein Plus von bis zu zwölf Prozent für Langstreckenflüge in der Business Class ist durchaus denkbar.

In ihrer Wirtschaftskraft unterscheiden sich die EMEA-Länder sehr stark. Aufgrund der allgemeinen Euro-Unsicherheit ist die Prognose zurückhaltend: Insgesamt ist von einem mäßigen Anstieg der Hotelpreise auszugehen. Länder wie Spanien und Griechenland haben aber besonders mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Aus diesem Grund ist hier mit sinkenden Preisen zu rechnen. Deutschland dagegen punktet mit seiner starken Wirtschaft und einem hohen Bruttoinlandsprodukt. Hierzulande werden die Preise in der mittleren Kategorie voraussichtlich um bis zu sieben Prozent steigen. Den größten Sprung bei den Hotelpreisen EMEA-weit erwarten wir in Norwegen: Dort könnten Hotels der mittleren Kategorie bis zu annähernd neun Prozent teurer werden.

Der Blick auf den deutschen Hotel-Markt zeigt: Unter den Großstädten wird es der Einschätzung des American Express Business Travel Forecasts zufolge nur in Köln deutlich teurer: Die Preise für Hotelübernachtungen – sowohl in der mittleren als auch der Premium Kategorie – dürften dort um bis zu etwa acht Prozent steigen. In den anderen untersuchten Städten kommt der Forecast bei Hotelübernachtungen auf Preissteigerungen bis fünf Prozent in der Mittelklasse und bis sechs Prozent in der gehobenen Kategorie.

Insgesamt blicken die europäischen Unternehmen tendenziell optimistisch ins neue Jahr – den Turbulenzen des vergangenen Jahres zum Trotz: Wie das American Express Business Travel Barometer von September 2011 ergeben hat, möchte etwa jedes vierte Unternehmen sein Budget für Geschäftsreisen in diesem Jahr erhöhen, 55 Prozent planen mit unveränderten Ausgaben. Knapp jedes fünfte Unternehmen will für Reisen weniger ausgeben – 2010 waren es noch 40 Prozent gewesen. Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit seit dem vergangenen Sommer lohnt es sich jedoch für jedes Unternehmen, neue Einsparungspotenziale zu erschließen. Gut gemanagte Reiseprogramme halten die Kosten im Zaum.

Einsparpotenziale finden – Wachstum steigern:

• Achten Sie auf ungenutzte Tickets
In vielen Verträgen mit Reiseanbietern gibt es die Regelung, dass nicht genutzte Tickets für eine spätere Reise verwendet oder sogar erstattet werden können. Häufig machen Firmen davon aber keinen Gebrauch. Eine Anwendung zur Erfassung nicht genutzter Tickets und deren Kosten hilft, alle Ausgaben für Geschäftsreisen im Blick zu behalten und Möglichkeiten für Einsparungen aufzuzeigen.

• Nutzen Sie Expertise für komplexe internationale Reisebuchungen
Die Globalisierung nimmt weiter zu. Währungsinflation, verschiedene Preisstrukturen und sogenannte Stopover-Beschränkungen machen die Buchung von Geschäftsreisen immer komplexer. Ein Team von Reiseexperten vereinfacht komplexe Reisebuchungen – so wird schneller ersichtlich, wie Unternehmen weitere Kosten sparen können.

• Überprüfen Sie Hotelraten
Bei GDS-Raten und verhandelten Hotelarten kann es zu Abweichungen kommen. Wie Analysen zeigen, verlieren Firmen, die das nicht sorgfältig überprüfen, im Durchschnitt sieben US-Dollar pro Nacht. Eine automatisierte Lösung schafft Abhilfe.

• Kontrollieren Sie die Ausgaben
Einen vollständigen Überblick und eine Analyse der kompletten Ausgaben für Geschäftsreisen – auch auf globaler Ebene –, das können Programme heute zur Verfügung stellen. Je mehr Kontrolle die Travel Manager über die Ausgaben haben, desto besser können sie diese optimieren.

• Verstärken Sie die Einhaltung von Reiserichtlinien
Mittlerweile gibt es in vielen Unternehmen Richtlinien für die Buchung von Geschäftsreisen. Deren Einhaltung wird jedoch bislang nicht automatisch überprüft. Im Jahr 2010 stieg der Anteil der Buchungen, die nicht den Richtlinien entsprachen, von 26 Prozent auf 33 Prozent. Pre-Trip-Programme, die Buchungsvorgänge mit den Reiserichtlinien abgleichen bevor Kosten verursacht werden, ermöglichen es den Unternehmen, erheblich Kosten zu sparen.


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