Judith Kadach, Redakteurin DienstReise

Hoch hinaus

Es wird wieder mehr gereist – ein Trend, der sich deutlich abzeichnet. So zeigt beispielsweise die VDR-Geschäftsreiseanalyse 2011, dass die Nachfrage nach Flügen sowie die Anzahl der Reisenden gestiegen ist und sich der Geschäftsreisemarkt sogar schneller als die gesamtwirtschaftliche Entwicklung erholt hat (siehe hierzu unsere Marktübersicht ab Seite 102).

Eine positive Entwicklung also, die trotzdem mit einer gesunden Portion Vorsicht zu genießen ist. In vielen Unternehmen hat spätestens seit dem Krisenjahr 2009 ein Umdenken hin zu mehr Kostenbewusstsein stattgefunden; Prozessoptimierungen und das Thema Kostensparen stehen weit oben auf der Tagesordnung. Ein Rückgang im Bereich Flug im gerade erst wieder angezogenen Markt ist wohl kaum zu befürchten. Trotzdem werden Unternehmen auch künftig eher zurückhaltend sein, was Ausgaben angeht – nicht nur auf Flugreisen bezogen.

In den vergangenen Wochen und Monaten gab es den Geschäftsreisemarkt betreffend so manches Ärgernis. Man denke an die Bettensteuer, die zwar als rechtmäßig anerkannt wurde, jedoch nicht nur in den Augen der Hoteliers mit Skepsis betrachtet wird, kann die örtliche Aufwandsteuer doch als willkürliche Ausgabe betrachtet werden, bei der noch abzuwarten bleibt, inwiefern sie den wirtschaftlichen Aufschwung bremsen könnte – zumal die Ausgaben in den Unternehmen seit Einführung der unterschiedlichen Mehrwertsteuer ohnehin schon gestiegen sind.

Auch im Bereich Flug werden seit einiger Zeit kritische Stimmen laut, momentan vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Lufthansa und ihre Verbund-Airlines die Einführung des Kreditkartenentgelts geplant haben, zu der es bisher nur eine von der Lufthansa akzeptierte kostenfreie alternative Bezahlmethode gibt. Wie der hiermit verbundene Mehraufwand bewältigt werden soll, bleibt abzuwarten – und ist vermutlich nicht die einzige Schwierigkeit, die mit der Einführung des Kreditkartenentgelts einhergehen wird.

Auch generell ist zu beobachten, dass die Themen Transparenz, Sicherheit und ungewollter Datenfluss ganz oben stehen auf der Prioritätenliste. So hat beispielsweise der VDR auf die Tatsache reagiert, dass Geschäftsreisende im Alltag mehr oder weniger ständig Informationen hinterlassen, angefangen bei der Anmeldung im Hotel bis hin zur Bezahlung mit Kreditkarte. Mittels eines Standard-Vertrages möchte der VDR seinen Mitgliedern Sicherheit bei Vertragsverhandlungen mit Airlines geben; auch die Weitergabe des Kreditkartenentgelts soll nicht zugelassen werden.

Und wie sieht die Zukunft aus im Bereich Flug – und damit auch auf den gesamten Geschäftsreisemarkt bezogen? Es darf zuversichtlich nach vorne geschaut werden. Spätestens seit 2009 schaut die Geschäftsreisewelt sensibilisiert auf das aktuelle Geschehen – die beste Voraussetzung dafür, schnell auf Aktuelles reagieren zu können. Und: Die neusten Zahlen machen Mut. Selten war die Prognose im Bereich Flug so positiv wie jetzt – trotz der Gewissheit, dass die Preise weiter steigen werden.


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