Luft nach oben

Die Erholung der wirtschaftlichen Lage zieht steigende Preise nach sich: Eine Einschätzung der momentanen Marktsituation und ein Ausblick auf die zukünftige

Die Erholung der wirtschaftlichen Lage zieht steigende Preise nach sich: Eine Einschätzung der momentanen Marktsituation und ein Ausblick auf die zukünftige

Hotel- und Flugpreise steigen 2011 weltweit an
Die Weltwirtschaft hat sich 2010 spürbar erholt. Auch im kommenden Jahr wird mit einem anhaltenden Wachstum gerechnet. Dies hat Auswirkungen auf den Geschäftsreisemarkt: Erstmals seit zwei Jahren werden Fluglinien und Hotels wieder Spielräume in der Preisgestaltung haben. Einer steigenden Nachfrage steht eine limitierte Anzahl an Sitzplätzen in Flugzeugen und höhere Belegungsraten in Hotels gegenüber.

Die wirtschaftliche Entwicklung verlief 2010 nicht in allen Regionen gleichermaßen positiv. Während beispielsweise Europa noch mit den Folgen der Krise zu kämpfen hatte und die Wachstumsprognosen wenig zuversichtlich waren, wies der Raum Asien- Pazifik robustes Wachstum auf. Dies wirkt sich auch auf die Ausgaben für Geschäftsreisen aus, die insgesamt deutlich zunehmen werden: Während sie 2009 um 8,8 Prozent sanken, wurde 2010 mit einem Anstieg um 6,5 Prozent auf 896 Milliarden US-Dollar gerechnet. 2011 werden sich die Reisekosten weltweit voraussichtlich auf 967 Milliarden US-Dollar belaufen und bis 2014 könnten sie die Marke von 1,2 Billionen US-Dollar erreichen.

In Asien, Lateinamerika und dem Mittleren Osten werden die Ausgaben für Geschäftsreisen stärker steigen als in Europa und Nordamerika. China, eines der wenigen Länder, die 2009 eine Zunahme der Reisekosten aufwiesen (um 8,5 Prozent), und andere Staaten der Asien-Pazifik-Region geben aktuell viermal so viel für Reisen aus wie die USA, die bislang für ein Viertel aller weltweiten Geschäftsreiseausgaben aufkamen. Es wird erwartet, dass die Reisekosten im nächsten Jahr zweistellig wachsen und die USA spätestens 2015 überholen.

Laut einer Studie der National Business Travel Association ist aufgrund des moderaten Wirtschaftswachstums in den USA mit einem Anstieg der Ausgaben in diesem Jahr um drei Prozent, in Kanada um 14 Prozent zu erwarten. Für 2011 wird mit einem weiteren Wachstum um drei Prozent in den USA und vier Prozent in Kanada gerechnet. In Europa wird 2010 ein Rückgang der Ausgaben um ein Prozent und ein Anstieg um neun Prozent im kommenden Jahr prognostiziert. Großbritannien liegt hierbei mit einem erwarteten Wachstum von 16 Prozent an der Spitze, gefolgt von Schweden mit 12 Prozent. In Deutschland wird ein Wachstum um sieben Prozent erwartet, ebenso in Frankreich.

Die wirtschaftliche Erholung führt in den Schlüsselmärkten rund um den Globus zu steigenden Flug- und Hotelpreisen im kommenden Jahr.

Nachfrage nach Langstreckenflügen in Europa steigt
Die Entwicklung der Flugpreise gestaltete sich 2010 in Europa bei Kurz- und Langstrecken sehr unterschiedlich. Während man für die Business Class bei Langstrecken sieben Prozent mehr zahlte, verbilligten sich die Tickets in der Economy Class bei Kurzstrecken um 13 Prozent. Dies ging einher mit einer um acht Prozent geringeren Nachfrage nach Kurzstrecken. Das deutlich niedrigere Volumen bei dieser Kategorie ist auf den Vulkanausbruch in Island zurück zu führen. Die Airlines litten stark unter dem Flugverbot und Reisende waren bei der Buchung von Kurzstrecken entsprechend vorsichtig. Insgesamt werden die Flugpreise in Europa im kommenden Jahr steigen, jedoch ist der Markt stark fragmentiert und das Kundenverhalten passt sich kontinuierlich neuen Produktoptionen und Preisveränderungen an. Hinzu kommt die Einführung der Luftverkehrssteuer in Deutschland sowie das Joint Venture von American Airlines, British Airways und Iberia, das im Oktober genehmigt wurde. Dies wird sich auf Flugpläne, Verfügbarkeit, Preise und Corporate Raten auswirken. Hierzulande wird eine Verteuerung der Tickets für Kurzstrecken um bis zu vier Prozent, für Langstrecken um bis zu acht Prozent erwartet. In Großbritannien sind die Flugpreise heute nahezu auf dem Niveau von 2008. Durch die Erholung des Finanzsektors und die damit wieder erstarkte Reisetätigkeit wird insbesondere für die Business Class eine deutliche Verteuerung um bis zu neun Prozent erwartet.

Höhere Übernachtungskosten in Mittel- und Nordeuropa

Die wirtschaftliche Erholung wirkte sich im ersten Halbjahr 2010 positiv auf die Belegungsrate in europäischen Hotels aus. Dies hatte aber einen unterschiedlichen Effekt auf die durchschnittliche Tagesrate. Während diese in den Ländern Dänemark (-16 Prozent), Finnland (- neun Prozent) und Spanien (- sechs Prozent) sank, stiegen die Übernachtungspreise in Deutschland (acht Prozent), Großbritannien (ein Prozent) und Schweden (neun Prozent) an. 2011 werden die Preise in europäischen Hotels durchschnittlich zwischen zwei und sieben Prozent ansteigen. Neben der größeren Nachfrage sind Steuererhöhungen, die fast überall in Europa eingeführt werden, ein weiterer Grund für höhere Preise. Eine Ausnahme bilden die südlichen Länder Spanien, Griechenland und Portugal, wo die Nachfrage aufgrund der weiterhin angespannten Wirtschaftslage keine Steigerung der Hotelraten erwarten lässt.

Trotz der generell steigenden Preise im kommenden Jahr wird von Procurement- und Travel-Mitarbeitern erwartet, weiterhin Kosten einzusparen. Es ist deshalb wichtig, Unternehmensrichtlinien und Beschaffungsprozesse neu zu prüfen. Unternehmen, die sich über Preistrends der Reiseindustrie informieren, ihre Verträge und Richtlinien entsprechend gestalten und ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, die Vorgaben einzuhalten, können die steigenden Reisekosten mit ihren bisherigen Reisebudgets abdecken.

 


Vier Tipps zur Identifizierung von Einsparpotenzialen

• Benchmarking bei der Budget-Optimierung
Geschäftsreisen sind ein wichtiger Faktor, um neue Kunden zu gewinnen, Bestandskunden zu halten und damit Erträge für das Unternehmen zu generieren. Ein Vergleich der Ausschöpfung des eigenen Reisebudgets mit der von Wettbewerbern lässt Rückschlüsse auf die Wettbewerbsfähigkeit und Marktposition zu. Gezieltes Benchmarking zeigt Unternehmen auf, welche Möglichkeiten sich bei Rahmenverträgen, Unternehmensrichtlinien, im Nachfrage- Management und bei der Einhaltung von Reiserichtlinien ergeben, um das Potenzial von Geschäftsreisen voll auszuschöpfen und Preiserhöhungen zu kompensieren.

• Niedrigste versus bevorzugte Rate
Viele Fluglinien haben im vergangen Jahr eine aggressive Preispolitik betrieben, um im Wettbewerb zu bestehen. Unternehmen haben daher ihre Geschäftsreisenden oftmals angehalten, die niedrigste Tagesrate und nicht die ausgehandelte bevorzugte Rate zu buchen. Da für das kommende Jahr steigende Preise zu erwarten sind, müssen Unternehmen genau prüfen, ob diese Vorgehensweise weiterhin Sinn macht. Rahmenverträge über bevorzugte Raten können im kommenden Jahr eine noch größere Bedeutung bekommen. Ob ein Unternehmen das Modell der niedrigsten oder bevorzugten buchbaren Rate wählt, hängt von einigen Faktoren ab, beispielsweise vom gewählten Reisemodell, vom Reiseverhalten und den Richtlinien. Auf jeden Fall ist anzuraten, frühzeitig zu buchen, um ein möglichst preisgünstiges Ticket sowie einen Platz auf viel genutzten Strecken zu bekommen.

• Flug und Hotel zusammen buchen
Hotelkosten werden 2011 voraussichtlich steigen, die Zahl der freien Betten wird abnehmen. Noch immer werden heute über die Hälfte der Buchungen bei Travel Management Companies ohne Hotel gebucht, auch wenn eine Übernachtung erforderlich ist. Es ist vernünftig, Transport und Hotel bei bevorzugten Partnern zu buchen. Neben den Einsparpotenzialen überzeugt hierbei auch der Sicherheitsaspekt: Unternehmen wissen, in welchen Hotels sich ihre Mitarbeiter aufhalten. Wie wichtig dies sein kann, haben die Umstände während der Aschewolke nochmals bestätigt.

• Geschäftsbedingungen von Hotels sorgfältig prüfen
Immer mehr Hotels ergänzen ihre Rahmenverträge mit Unternehmen um zusätzliche Bestimmungen über Stornogebühren, höhere Raten bei großer Hotelauslastung und weitere Ausschlusstage. Travel Manager sollten dies bei Verhandlungen mit Hotels berücksichtigen und ihre Reisenden gegebenenfalls darauf aufmerksam machen. Außerdem ist es wichtig, die mit den Hotels vereinbarten Volumina zu einzuhalten, auf deren Basis die Raten ausgehandelt worden sind, um so mögliche Preisaufschläge zu vermeiden.

 

 

American Express Global Business Travel Forecast
Die von American Express Business Travel jährlich publizierte Vorhersage berücksichtigt die Prognosen von 89 Fluglinien aus 21 Ländern. In die Berechnung der Hotelpreise wurden die ausgehandelten Hotelraten in 317 Städten Nordamerikas, 127 Städten Europas und dem Mittleren Osten, 55 Städten im asiatisch-pazifischen Raum sowie 36 Städten Lateinamerikas einbezogen. Außerdem analysiert der Report Preistrends für Reisen auf dem Landweg sowie Ausgaben für Meetings und zeigt auf, wie Unternehmen den möglichen Kostensteigerungen entgegenwirken können. Die gesamten Ergebnisse des Global Business Travel Forecast sind für American Express-Kunden sowie für Nicht-Kunden zum Kauf erhältlich. Interessierte finden unter www.businesstravelconneXion.com weitere Informationen oder senden eine E-Mail an advisoryservices@aexp.com.


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