Gut abgesichert als Business-Reisender: Ein Kurzüberblick für Auslandsreisen

Wer auf Dienstreisen geht, sollte sich unabhängig von der Reisedauer rechtzeitig informieren und absichern, vor allem dann, wenn die Reise ins Ausland führt. Doch welche Absicherungsmöglichkeiten sind sinnvoll? Dies zeigen die nachfolgenden Ausführungen:

Gesetzliche Krankenversicherung im Ausland
Mitglieder der deutschen gesetzlichen Krankenversicherungen können im Krankheitsfall auch im Ausland Leistungen in Anspruch nehmen. Leistungen werden aber nur im Geltungsbereich des Gesetzes erbracht (sogenanntes Territorialitätsprinzip). Das SGB V sieht Ausnahmen vor, beispielsweise für Arbeitnehmer, die vom Arbeitgeber für einen befristeten Zeitraum ins Ausland entsendet werden. Auch innerhalb der EU und des EWR haben Versicherte in den zugehörigen Ländern Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Dort besteht Schutz durch die Europäische Krankenversicherungskarte. Außerhalb dieses Gebiets haben deutsche Versicherte nur dann Anspruch auf Leistungen der deutschen Krankenversicherung, wenn mit den entsprechenden Ländern ein Sozialversicherungsabkommen im Bereich der Krankenversicherung besteht. In bestimmten Staaten sind zudem länderspezifische Urlaubskrankenscheine weiter erforderlich. Hier sollte man sich rechtzeitig vor Reiseantritt informieren.

Reisekrankenversicherung – Auslandsreisekrankenpolice
Eine Reisekrankenversicherung schützt den Versicherten vor Arzt- und Behandlungskosten, die im Ausland im Falle einer Krankheit entstehen können. Meist werden diejenigen Kosten ganz oder teilweise übernommen, die durch Sozialversicherungsabkommen mit anderen Staaten nicht abgedeckt sind. Eine Auslandskrankenversicherung deckt in der Regel Kosten von akut auftretenden Krankheiten, Operationen, notwendigen Arznei- und Heilmitteln und Zahnbehandlungen. Ein (medizinisch notwendiger) Rücktransport des Versicherten aus dem Ausland infolge schwerer Krankheit oder Unfalls kann ebenfalls übernommen werden. Standardpolicen decken meist nur die ersten sechs Wochen ab. Andere Policen hingegen versichern Auslandsaufenthalte ab drei Monaten. Auch für Privatpatienten kann eine Zusatzpolice wichtig sein, weil beispielsweise der Rücktransport in der Regel dort nicht mit abgedeckt ist.

Der Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung ist bis zum Abreisetag möglich. Wer länger als sechs Wochen verreist, sollte statt eines – sonst sinnvollen – Jahresvertrags eher einen Einzelvertrag abschließen. Auslandsreise-Krankenversicherungen sind günstig zu haben – ein Tarifvergleich lohnt. Auslandskrankenversicherungen werden oftmals auch als Zusatzleistungen von Kreditkarten, Mitgliedschaften bei Automobilclubs oder Krankenzusatzversicherungen angeboten.

Reiseunfallversicherung
Sinnvoll kann auch eine Reiseunfallversicherung sein. Diese kommt regelmäßig auf für entstandene finanzielle Nachteile in Verbindung mit einem Unfall auf Reisen. Anspruch auf Leistungen des Versicherers bestehen meist für Bergungs- und Rückholkosten, bei dauernder Invalidität sowie im Todesfall.

Absicherung bei Entführungen: Lösegeldversicherungen
Pressemeldungen zufolge werden jährlich aus 40 Ländern (meist aus Asien, Lateinamerika und Russland) rund 12.500 Entführungen gemeldet. Die geforderten Lösegelder sollen Summen von 50 Millionen Euro erreicht haben. Betroffen sind in erster Linie ins Ausland entsandte Mitarbeiter europäischer und amerikanischer Unternehmen. Die Versicherer haben hier mit Lösegeldversicherungen einen Geschäftsbereich, den sie nicht an die große Glocke hängen und für den auch nicht geworben wird.
Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV – seit dem 1. Mai 2002 Teil der BAFIN) hatte die Versicherung von Lösegeldforderungen bei entführten oder mit Gewalt bedrohten Personen lange Zeit generell als Verstoß gegen den ordre public (§ 138 Abs. 1 BGB; Art. 6 EGBGB) abgelehnt, weil damit die Gefahr des erpresserischen Menschenraubes gefördert würde. Seit 1998 sind Lösegeldversicherungen aber im Einklang mit dem ordre public ausnahmsweise dann möglich, wenn berücksichtigt wird, dass diese besonders sensibel zu handhabenden Verträge ein hohes Maß an Geheimhaltung verlangen und die Ermittlungsarbeit der Polizei nicht behindern.

Lösegeldversicherungen dürfen nicht mit anderen Versicherungen gebündelt oder kombiniert werden. Die Laufzeit darf ein Jahr nicht überschreiten, damit Risikoverhältnisse und Angemessenheit der Versicherungssumme in kurzen Abständen erneut geprüft werden können. Auch muss die Versicherungssumme den wirtschaftlichen Verhältnissen des Versicherungsnehmers angemessen sein. Ein kompetentes Sicherheitsunternehmen muss zudem eine präventive Beratung anhand eines Sicherheitskonzepts bei dem Versicherungsnehmer durchführen. Diskretion ist dabei oberstes Gebot: Es besteht die Obliegenheit zur Geheimhaltung; höchstens drei Vertrauenspersonen dürfen über das Bestehen der Versicherung informiert werden und auch diese sind zur Verschwiegenheit angehalten. Der Versicherungsnehmer, seine Vertrauenspersonen und der Versicherer sind im Schadensfall verpflichtet, die Tat bei der Polizei unverzüglich anzuzeigen und das staatliche Strafverfolgungsinteresse zu unterstützen.

Rechtsanwalt Lutz D. Fischer, Lohmar
Kontakt: kanzlei@fischer-lohmar.de
Internet: www.fischer-lohmar.de


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