Verschiedenste Fluggesellschaften, unzählige Angebote. Den Überblick zu behalten und die zum eigenen Unternehmen bestmöglich passende Airline zu finden, ist nicht immer einfach
So schön lässt es sich in der neuen Business Class von Cathay Pacific schlafen

Vielfalt am Himmel

Umfrage unter Fluggesellschaften. Wer viel beruflich unterwegs ist, hat mit verschiedensten Airlines zu tun. Geschäftsreisende legen Wert auf schnelles, unkompliziertes und komfortables Reisen, Firmen auf einen guten Preis für die Tickets ihrer Mitarbeiter, je nach Reiseaufkommen auf spezielle Firmentarife, auf gute Anbindung und bestmöglichen Service für die Reisenden, damit diese ausgeruht und motiviert am Ziel ankommen.

DienstReisen-Management hat ausgewählten Fluggesellschaften einige Fragen gestellt, um eine kurze Übersicht über individuelle Angebote, USP und Meinungen zum Verhalten in Ausnahmesituationen geben zu können.

1. Welche speziellen Programme haben Sie für Firmen und Dienstreisende im Angebot?

Air Berlin und Cathay Pacific bieten Unternehmen die Möglichkeit, spezielle Firmentarife auszuhandeln. Bei Cathay Pacific liegt der Fokus auf der kompletten Flexibilität der Firmentarife. Bei Air Berlin ist die Art der Firmenrate abhängig vom Gesamtvolumen des Firmenabkommens. Vorteile sind: Die Flüge sind als One-Way-Flüge buchbar, sind kostenfrei umbuchbar und stornierbar. Auch für klein- und mittelständische Unternehmen gibt es bei beiden Airlines Sonderkonditionen: Bei Air Berlin beispielsweise werden den Firmenmitarbeitern pro Flug business points gutgeschrieben.

Auch Singapore Airlines und United Airlines bieten maßgeschneiderte Lösungen für Firmenkunden an, die individuell erarbeitet werden. Bei Singapore gibt es beispielsweise Spezialangebote für häufig genutzte Strecken, United kreiert seine speziellen Angebote zusammen mit den Partnern Lufthansa, Air Canada und Continental Airlines.

Iberia hat für Unternehmen mit hohem Reiseaufkommen und einem Mindestumsatz von 25.000 Euro ermäßigte Firmentarife in petto, die in der Regel für ein Jahr abgeschlossen werden. Für kleinere und mittelständische Unternehmen, die günstige Geschäftsreisetarife nutzen möchten, empfiehlt Iberia den „Oneworld-Businessflyer“ – geboten werden attraktive Raten nach Spanien und Lateinamerika sowie Angebote aller anderen Oneworld-Partner.

easyJet bietet ihren Passagieren mit dem für 140 Euro erhältlichen Programm „easyJet Plus“ ein unbegrenztes Speedy Boarding: Mitglieder können auf jedem Flug und ohne Reservierung als Erste an Bord gehen und ihren bevorzugten Sitzplatz frei wählen. Zudem haben Geschäftsreisende die Möglichkeit, kostenfrei einen früheren Rückflug zu nehmen, wenn sie zu früh am Flughafen sind.

Finnair offeriert ihren Geschäftskunden zwei verschiedene Programme: „Finnair Corporate“ für kleine und mittelständische Unternehmen, bei dem den Kunden ausgewählte Services und Tools zur effektiven Planung und Verwaltung ihrer Geschäftsreisen sowie standardisierte Ermäßigungen zur Verfügung stehen, und das „Finnair Corporate Agreement“ für große Firmen: Inhalt des Vertrags sind auf das Unternehmen zugeschnittene Ermäßigungen vom publizierten Tarif.

Germanwings bietet Unternehmen mit einem Mindestumsatz von 15.000 Euro pro Jahr ein spezielles Firmenprogramm an, geeignet besonders für Reiserichtlinien mit Fokus auf dem „Best Buy“. Die Firmentarife werden mit flexiblen Tarifbedingungen versehen, Tarifart „Dynamic Flex“.

Mit dem Firmenprogramm „Corporate Saver“ von Malév können Unternehmen ohne Mindestumsatz zweistellige Prozentrabatte und Upgrades in Anspruch nehmen.

Das Firmenförderprogramm „Partner Plus Benefit“ von Lufthansa und SWISS ermöglicht allen Mitarbeitern eines Unternehmens Punktesammeln bei Flügen mit Lufthansa, SWISS und den Benefit Partner-Airlines. Zusätzlich gibt es mit „Partner Plus Progress“ individuelle Verträge für Firmen mit hohem Flugumsatz.

Mit dem Vielfliegerprogramm von TAM Airlines können sich Kunden Prämienflugscheine erfliegen. Seit dem Beitritt zur Star Alliance sind die Annehmlichkeiten für Kunden weiter gewachsen: Priority Boarding, Priority Check-In, Wartelistenpriorität zählen – je nach Karten-Kategorie – zu den Vorteilen, die Geschäftskunden zugute kommen.

2. Was ist Ihr USP, mit dem Sie sich von anderen Fluggesellschaften abheben; was macht Ihre Fluggesellschaft besonders?

Bei Cathay Pacific profitieren Kunden von „ausgezeichneten Verbindungen, hoher Frequenz, weltberühmtem Service sowie Reiseklassen auf höchstem Niveau“ und vielen Extras wie beispielsweise neue Sitze in allen Klassen in der Langstreckenflotte.

Malév bietet Reisenden mit dem Ziel naher Osten und Osteuropa „überdurchschnittlichen Komfort, kostenlose Verpflegung und einen unschlagbar günstigen Preis“.

Air Berlin legt Wert auf Umwelteffizienz und besitzt „eine der modernsten Flotten Europas“, zeichnet sich aus durch „überdurchschnittlichen Service bei niedrigen Preisen“ und positioniert sich „als einzige europäische Airline im Segment zwischen den klassischen Linienfliegern und den sogenannten Low-Cost-Carriern mit stark eingeschränktem Service“.

„Persönliche Betreuung, Qualität bis ins Detail, Schweizer Gastfreundschaft“, darauf legt SWISS Wert. Exzellenter Service in der Luft, ausgezeichnetes Bodenpersonal, ein weltumspannendes Streckennetz dank Star Alliance werden unter anderem geboten.

Germanwings gilt als „eine der erfolgreichsten Low-Cost-Fluggesellschaften in Europa“. Hohe Qualität zu günstigem Preis ist ihre Stärke, die Flotte ist jung, die Flugzeuge sind komfortabel ausgestattet, leise und schadstoffarm.

Lufthansa bietet „weltweite Mobilität in herausragender Qualität“. Der Fokus liegt darauf, „innovative Entwicklungen des Bord- und Bodenprodukts stetig voranzutreiben“. Besonderheit: Die Einrichtung des exklusiven First Class Terminals in Frankfurt/Main und die in Kürze stattfindende Einführung von Lufthansa Flynet. Lufthansa hat damit Breitband-Life-Internet für ihre Kunden an Bord – als einzige Airline bisher.

„Eine vierte Klasse an Bord mit 13 cm mehr Beinfreiheit zum Vordermann“ gibt es mit Economy Plus Class bei United Airlines, die bisher einzige Airline mit einem solchen Angebot.

Singapore Airlines achtet darauf, flexibel zu sein und wichtige Standorte häufig anzufliegen, um Geschäftsreisenden den höchstmöglichen Komfort zu bieten. Zudem werden „der Inflight Service und das Produkt an Bord von vielen Reisenden als weltweit führend gelobt“.

Iberia ist „Marktführer auf den Strecken Europa- Lateinamerika“. Mehr Platz, Komfort und Privatsphäre, das sind zusammengefasst die Vorzüge, auf die sich Geschäftsreisende in der Business Plus Klasse auf Langstrecken freuen können.

TAM Airlines besticht durch gehobenen Service für Geschäftsreisende. Hierzu gehört beispielsweise ein privater, kostenfreier Limousinen- Transfer für First- und Business Class-Reisende und ein kostenpflichtiger Helikopter-Transfer innerhalb Sao Paulos (vom internationalen Airport zum Stadtflughafen).

Indem sie „im Gegensatz zu vielen anderen Günstigfliegern interessante Geschäftstreisedestinationen wie Paris, London, Basel, Madrid“ und einige mehr bedient, hebt sich easyJet von der Konkurrenz ab. Zusätzlich werden 40 von 50 der größten Flughäfen Europas angeflogen, „mehr als bei jeder anderen Fluglinie“.

Finnair bietet die kürzesten Verbindungen zwischen den Kontinenten Europa und Asien. „Effiziente Flugpläne, die spezielle Konzipierung des Flughafens Helsinki als Transitflughafen und Umsteigemöglichkeiten von weniger als 35 Minuten“ sind einige der Vorzüge, die Geschäftsreisende bei Finnair erwarten.

3. Wie war bei Ihnen die Entwicklung im Dienstreisebereich im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr und was erwarten Sie in Zukunft?

Germanwings: „Wir haben im ersten Halbjahr einen deutlichen Zuwachs verzeichnet. Die besonders starke Ausweitung des Angebotes an den beiden Flughäfen Köln/Bonn und Stuttgart und der Start des neuen Standortes Hannover hat auch zu einem Anstieg der Passagiere aus dem Dienstreisebereich geführt.“

easyJet: „Unser Geschäftsmodell kommt gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu tragen. Dieses Jahr werden zehn Millionen Geschäftsreisende mit easyJet fliegen, viele kommen von den teuren Netzwerkfluggesellschaften. Die Tendenz in den kommenden Monaten und Jahren ist steigend.“

Air Berlin: „Wir haben eine Steigerung bei den Buchungen Geschäftsreisender verzeichnet. Dieser Bereich hat sich zwar positiv entwickelt, allerdings aufgrund des langen Winters und der Aschewolke nicht so stark wie erwartet. In der zweiten Jahreshälfte 2010 erwarten wir aber aufgrund der Lockerung der Reiserichtlinien in den Unternehmen, dass die Buchungen stärker anziehen.“

Cathay Pacific: „In Deutschland zeichnete sich ein positiver Trend beim Thema Geschäftsreisen ab. Für die nächsten Monate sehen wir eine starke Nachfrage, besonders im Frontend Geschäft (Business Class und First Class), jedoch noch lange nicht auf dem Niveau von 2008.“

Finnair: „Zunächst war die Entwicklung noch etwas verhalten, doch in den letzten Monaten haben sowohl die Anzahl der Buchungen als auch der Durchschnittspreis angezogen. Besonderes hoch ist das Wachstum bei der Nachfrage nach Flügen in den asiatischen Raum.“

Malév: „Das Geschäftsreisevolumen wird im zweiten Halbjahr 2010 wieder anziehen.“

TAM Airlines: „Heute reisen 75% unserer Fluggäste aus beruflichen Gründen. Im ersten Quartal 2010 beförderte TAM rund 8,3 Millionen Fluggäste, das ist ein Anstieg von 13,2% insgesamt. Wir rechnen mit einem Wachstum der Einnahmen um 60 Millionen US$ pro Jahr und, gemessen an den Erfahrungen der anderen Star Alliance Partnergesellschaften, auch mit einem Anstieg der Passagierzahlen um 3% bis 5%.“

United Airlines: „Im Geschäftsreiseverkehr setzte eine spürbare Erholung ein. Firmen reisen wieder mehr, auch in der Business Class. Unternehmen erkennen ganz klar: Die internationale Arbeitsteilung macht Dienstreisen unweigerlich erforderlich.“

SWISS: „Das Geschäft hat allgemein angezogen und der Trend stimmt besonders im Interkontinentalbereich positiv. Wir können wieder mit mehr Zuversicht in die Zukunft schauen als noch vor einigen Monaten. Im Europaverkehr hat der Strukturwandel durch die Finanzkrise das Marktumfeld aber deutlich verändert.“

Lufthansa: „Insbesondere das Frachtgeschäft sowie das Interkontinentalgeschäft im Passagierverkehr verzeichnen eine positive Entwicklung. Das Europageschäft erholt sich langsamer. Die unterschiedlichen Entwicklungen auf Lang- und Kurzstrecke bestätigt unsere Annahme, dass sich der Kurzstreckenverkehr deutlich langsamer als die Langstrecken erholen und sich eine nachhaltige, strukturelle Verschiebung zwischen Economy- und Premium-Buchungen etablieren wird.“

Iberia: „Wir verzeichnen eine gute Steigerung der Nachfrage, was sich auch in den hohen Auslastungszahlen des ersten Halbjahres widerspiegelt. Obwohl zu erwarten ist, dass einige Geschäftsreisen zukünftig durch Web-Konferenzen ersetzt werden, gehen wir von einer Stabilisierung der guten Nachfrage auf dem aktuellen Niveau aus.“

Singapore Airines: „Die Geschäftsreisen haben sich äußerst positiv entwickelt, wobei Europa dem Trend noch hinterher läuft. Gerade auf Langstrecken wird wieder Business Class geflogen. Die Aufstockung unserer München-Singapur Flüge von 5 x wöchtlich auf täglich ab dem 1. September 2010 sind eindeutiges Indiz für eine positive Belebung des Marktes.“

4. Wie sind Sie mit den infolge der Aschewolke vom April 2010 auftretenden Problemen umgegangen und wie werden Sie in Zukunft auf unvorhersehbare Naturereignisse dieser Art reagieren?

Singapore Airlines: „Die Kunden stehen bei uns immer und ausnahmslos im Zentrum des Handels. So haben wir proaktiv alle Kunden, die in Frankfurt oder München gestrandet waren, in Hotels untergebracht. Unsere KollegInnen haben sich in den Hotels quasi 24/7 um die Belange und Fragen der Passagiere gekümmert.“

Germanwings: „Wir haben uns sofort auf die Situation eingestellt und einen Krisenstab einberufen. Oberste Priorität hatte die Sicherheit unserer Passagiere. Germanwings hat versucht, die Fluggäste immer schnellstmöglich zu informieren. Hinter den Kulissen haben sich alle Abteilungen auf den ungewissen Zeitpunkt vorbereitet, an dem der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden sollte.“

Iberia: „Wir haben uns bemüht, alle betroffenen Passagiere zu betreuen und zu ihren Zielen zu befördern, haben 9.000 Fluggäste in Hotels untergebracht, 5.000 Personen mit Bussen und Zügen befördert, 40.000 Kunden umgebucht und nach Öffnung des Luftraums zahlreiche Sonderflüge betrieben.

Malév: „Transparente Kommunikation mit unseren Agenten und Kunden werden wir auch in Zukunft betreiben. Es ist aber auch unserem auf Europa ausgerichteten Streckennetz zu verdanken, dass nur wenige Kunden wirklich ‚gestrandet’ sind. Die meisten konnten Ihren Aufenthalt verlängern oder auf Bahn und Bus umsteigen.“

Air Berlin: „Schon am ersten Tag nach dem vollständigen Flugverbot haben wir 15.000 Passagiere befördert. Wir haben unsere Kunden immer zeitnah und auf verschiedensten Wegen informiert. Air Berlin arbeitet in allen nationalen und internationalen Gremien mit, um Prozedere auszuarbeiten, damit die Auswirkungen für Passagiere bei einem erneuten Vulkanausbruch auf ein Mindestmaß reduziert werden und die höchstmögliche Sicherheit für den Flugbetrieb erreicht wird.“

easyJet: „200.000 Passagiere waren gestrandet, sodass die Airline insgesamt 100.000 Übernachtungen bereitgestellt hat. Durch Sonderflüge konnten alle Passagiere innerhalb von einigen Tagen ihr Ziel erreichen.“

Cathay Pacific: „Es wurde umgehend ein Krisenstab eingerichtet, der die Logistik und Maßnahmen koordiniert hat, um alle Passagiere an ihr Endziel zu bringen. Es ist in einer solchen Situation ungeheuer wichtig, mit unseren Passagieren Kontakt aufzunehmen. Deshalb stellen wir allen Passagieren den Service „Meine Buchung verwalten“ zur Verfügung – so kann jederzeit der lokale Kontakt, egal wo der Gast sich gerade befindet, aktualisiert werden.“

Lufthansa: „Lufthansa kostete das Chaos rund 200 Millionen Euro. Bis heute sind keine europaweit gültigen, eindeutig definierten Regeln für den Umgang mit Vulkanasche verabschiedet. Die Airlines haben alles getan, um diese dringend erforderlichen Regelungen mit zu erarbeiten. Jetzt ist die Politik gefragt, denn die Entscheidungshoheit über eine Sperrung beispielsweise Öffnung von Lufträumen liegt ausschließlich bei den zuständigen Behörden und nach deren Weisungen haben sich die Airlines zu richten.“

Finnair: „Schnelle und effiziente Ersatzlösungen sind bei Ereignissen dieser Art gefragt. Finnair hat während der Aschewolke im April 2010 alles gegeben, um präsent und flexibel zu sein und den betroffenen Passagieren best- und schnellstmöglich eine tragbare Lösung zu präsentieren.“

TAM Airlines: „Beinahe 2% der für den Monat geplanten internationalen Flugstrecken musste gestrichen werden. Am 22. April konnten bereits alle Flüge nach Europa wieder planmäßig durchgeführt werden, einen Tag später konnten alle Passagiere, die nicht von Frankfurt, Mailand oder Paris und später auch London abflogen, erfolgreich umgebucht werden. Unser Anspruch ist es unseren Fluggästen immer einen flexiblen und qualitativ hochwertigen Service zu bieten.“

SWISS: „Die isländische Vulkanasche-Krise belastete das Ergebnis mit über 30 Millionen CHF. Für den Umgang mit so einer Situation bedarf es einheitlicher, klarer Richtlinien, die nicht lediglich auf Computersimulationen basieren.“


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